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Der Israelit · 1902-02-20 · Heft 15 (20.2.1902) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 15 (20.2.1902)
Date
1902-02-20
Page
– (sequence 25)
Language
German
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s mmi. MW v| r dascZA jl-OMO S ESvfl’ ARO M -3>- f». 8W M. 14 2«. gebt.1902.] »/’>* i SXi üirki&Sf vreLiederlastavg der Jade» iv dev ^iederlavdsv <lS96). Als in dem denkwürdigen Jahre 1388 allenthalben der Ruf erscholl, daß die unüberwindliche Flotte besiegt und vernichtet war, da dachten viele Portugiesischen Juden ernstlich darüber nach,, in das Land zu übersiedeln, das dazu vorbestimmt schien, die Zufluchtsstätte der Verfolgten zu werden. Im Jahre 1870 hatte Alba alle Juden aus den Niederlanden vertrieben, und als er im Jahre 1881 Portugal für den spanischen König eroberte, wurde dort die Inquisition eingesührt, wodurch die Juden viel litten. Kein Wunder, daß sie ihre Blicke dem Norden zuwandten, wo die Sonne der Glaubensfreiheit den Horizont färbte. Sie beabsichtigten, sich in Middelburg niederzulaffen, und der Gesandte des Kaisers von Marokko, Don Samuel Palache, damals in den Niederlanden, that die nöthigen Schritte dazu. Doch wurde das Ersuchen hauptsächlich durch das Entgegenarbeiten, der Mittelburger Geistlichkeit leider zurückgewiesen. Man kam nun auf Amsterdam. das sich 1878 von Spanien losgesagt hatte, und 1890 segelte ein portugiesisches Schiff nach Norden mit drei vermögenden Israeliten an Bord. Manuel Lopez Hohem, Maria Nunez, seine zukünftige Gattin und Miguel Lopez. Sie wurden durch englische Schiffe angehalten. die sie nach England mitführten, wo Königin Elisabeth, hingerissen von der Schönheit der jungen Frau befohlen hatte, sie ungehindert weiterziehen zu lassen. Durch Sturmwetter vom richtigen Fahrweg abgetrieben, landeten sie in Emden. Von dort aus begaben sie sich nach Amsterdam, wo sie den jüdischen Stammnamen Abendana führten. Mehrere Familien folgten. Offiziell wurden sie aber noch nicht als Ein¬! : ■ ' ‘ ‘ ■P,l"l.. I J PJKJB.JJ.JIIH J). .lJ J » wohner des Landes geduldet. Das zeigte sich im Sep-' tember 1896. Der Amsterdamer Bürgermeister, Willem' van der Does empfing damals von einigen Bürgern den Bericht, daß in der Jonkerstraße heimlich Leute zusammenlämen und aller Wahrscheinlichkeit Nach katholischen Gottesdienst abhielten. Gewissensfreiheit war gestattet, aber nicht die Freiheit von Gottesdienst, weßhalb der Bürgermeister eine Untersuchung anordnete. Und so geschah es, daß am 2. Oktober desselben Jahres der Unterbürgermeister mit seinen „Rackern" plötzlich die Jonkerstraße versperrte und in ein ihnen bezeichnetes Haus eindrang, worin er aber keine Katholiken antraf, sondern einige Israeliten, welche ihren Versöhnungstag feierten. Dem Bürgermeister waren die jüdischen An--' dachtsübungen fremd. Er trieb die Leute auseinander ' und einige mußten sich vor der Negierung verantworten. Da stellte sich nun bald heraus, wer und was sie waren. Durch Vermittlung von Palache,' des Marok-' konischen. Gesandten, durften sie seit 1893 in einem Hause an der Amstel wohnen. Man versäumte nicht, auf den großen Vortheil hinzuweisen, den Amsterdam genießen könnte, indem es denjenigen Schutz gewährte/ welche ihre Handelshäuser an den Küsten des Mittelländischen Meeres bis in die Levante hatten, und so kam es, daß man beschloß, sie zu dulden. Außerdem waren sie ja auch Feinde des Königs von Spanien. Man erlaubte ihnen sogar, eine Synagoge zu bauen, aber dieses Gebäude durfte Nicht die äußerlichen Kennzeichen eines jüdischen Tempels tragen' und .... sie mußten darin für den Amsterdamer Magistrat beten. An der Südseite der Houtgracht wurde -

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