Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 15 (20.2.1902)
- Date
- 1902-02-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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43.j3a6tg(ntfl. M 18. Kentrak-Hrgan für das orthodoxe Iudenthüm. Begründet von Br. Uehniann in Mainz Donnerstag, den 2 0. Februar 5002 (1902). Die ,Iilcine Ausgabe de» „Israelit“ kostet nur 25 Pfennige das ganze Vierteljahr. Dieselbe ist daher das billigste jüdische Matt Deutschlands. S°r Eine Mnvtt abonnirt man bei allen Postanstalten für den Monat März auf den „Israelit". Tiefer Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche recbtzeiüg am Post-ZeitungsschaUer des Wohnsitzes deS Bestellers oder bei dem bei treffenden LwndbrieftrLacr ausgelleben werden. Die Briefträger sind berechtigt den Abonnements-Betrag in den ersten 25 Tagen des Monats gegen Quittung in Empfang zu nehmen, instand entsprechend höher. Air ErMilion des .^sraclil." Leiten» « Artikel. Ein neuer Tlzillim-Commentar. Von Rabbiner Dr. EtzrmattN, Baden (Lchwciz). Vor einiger Zeit erhielt ich den ersten Bogen eines Thillim-Commentars, dem ich in der Fluch jüdischer Druckschriften, welche die Post täglich aus aller Herren Länder bringt, leine besondere Beachtung schenkte. Seit ihrer Offenbarung am Sinai sind in den Jahrtausenden, die seitdem dahingegangen, zu keiner Zeit so viele Commentare der Thora in heiliger Sprache erschienen, als.gerade in unseren Tagen. So erfreulich diese Regsamkeit schon deßhalb erscheint, weil sie von der intensiven Hingebung zeugt, mit welcher das Studium der Thora, trotz aller gegentheiligen Klagen, dennoch betrieben wird, so sicher hasten auch dieser Erscheinung recht bedenkliche Schattenseiten an. Wer sie mit der Aufmerksamkeit verfolgt, die sie in hohem Grade verdient, wird aus ihr wohl nicht sofort den Schluß ziehen, es müsie heute mehr Thora als früher gelernt werden. Wie im geschäftlichen Verkehr unserer Tage, macht sich auch in dem jüdisch-litterärischen eine Ueberproduktion geltend, in der das Angebot die Nachfrage bei weitem übersteigt. Auf dem Druckpapier mag "die Thora sich in unserer Zeit einer größeren Verbreitung 1 als in irgend einer früheren erfreuen. Aber ob das, I was nun auf dein Papier steht, so leicht, so sicher und so 1 allgemein Eingang in die Geister und Gemüther findet, | das wird kein aufmerksamer Beobachter ohne weiteres 8 behaupten wollen. Ob die vielen Autoren jüdisch- 1 wissenschaftlicher Werke auch denjenigen Absatz finden, | der erforderlich ist, damit sie nur auf ihre Rechnung da- I bei komnten, das muß in erster Reihe bezweifelt werden. 8 Bei dem Gros unserer Autoren steht der Besitz geistiger 1 und irdischer Güter in einem ganz umgekehrten Ver- 1 hältniß. Ohne vereinzelte Meeäne der Thorawissen- I schaft würde der Absatz dieser Bücher nicht einmal die j Druckkosten decken. So theilt sich das Publikum, an! das sich die Schriften dieser Art wenden, in zwei Theile: in ein lernendes und in ein zahlendes. Das lernende zahlt nichts und das zahlende lernt nicht. Dazu kommen noch die großen Mängel, die dem jüdischen Buchhandel anhaften. Durch sie fehlt es an der rechten Verbindung zwischen neuen litterarischen Erscheinungen und denjenigen, die sich in Wirklichkeit j dafür inieressiren. Die meisten jüdischen Autoren halten es nnt Recht für eine Profanirung der Thora, aus den für ihre Erklärung veröffentlichten Werken einen pekuniären Vortheil zu ziehen. Deßhalb haben sie eine, gewisse Scheu davor, sich für den Vertrieb ihrer Werke j