Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 43 (1902)
- Issue
- Heft 14 (17.2.1902)
- Date
- 1902-02-17
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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r-4 Wirksamkeit, nach dem Sitzungssaale de- Stadtv er ordneten-Kollegiums, wo er als Stadiverordneten-Vorsteher Jahre lang mit seinem vielbewunderten feinen Takt die heterogenen Elemente — Polen und Deutsche — mit einander zu versöhnen, zu vereinigen verstanden, bringen und dort aufbahren, den Saal in angemessener, überaus würdiger Weise dekoriren und eine des Unvergeßlichen würdige Trauerfeier veranstalten ließen. Die Redner, die bei dieser ernsten Feier, in Anwesenheit des Magistrats und der Stadtverordneten, dem allgemeinen Schmerz Ausdruck verliehn, waren der i. Bürgermeister Dr. TreiniL und Rechtsanwalt und Notar Latte. Draußen, auf dem Friedhofe aber, sprach der Rabbiner Dr. K och n. Darüber noch einige Worte nächstens. BreSlau, 14. Febr. Die Einweihung des neuen jüdischen Friedhofes fand heute Vormittag in Cosel bei BreSlau statt. In ca. 30 von der hiesigen Synagogen- Gemeindr zur Verfügung gestellten Equipagen fuhren etwa 70—80 Vertreter der verschiedenen Breslauer Gemeindekollegieen um 10% Uhr vom Gemeindehause aus nach dem Friedhofe hinaus, woselbst um 11 Uhr der feierliche Einweihungsakt mit der Uebergabe der Schlüssel durch Regierungsbaumeister Ehrlich an den Vorstandsvorsitzenden. Stadtr. Pringsheim, und von diesem an den Vorsitzenden der iSr. Krankenverpflegungsanstalt und Beerdigungsgesellschaft, Herrn Eduard Sachs, eingeleitet. wurde. Nach einem herrlichen Corgesange in der Kapelle ergriff Rabbiner Dr. R o s e n t h a l das Wort, um in ergreifender Ansprache auf die ernste Bedeutung der heutigen Feier und der Oertlichkcit hinzuweisen. Nach einem Sologesänge des Oberkantors C e r i n i mit darauf folgendem Chor hielt Rabbiner Dr. Guttmann eine längere Rede, in der er das Thema Leben, Tod, Grab und Jenseits behandelte. Mit weiterem Chorgesange endete die weihevolle Feier, an die sich noch ein Rundgang durch die Baulichkeiten und Anlagen des Friedhofs anschloß. Könitz, Z. Febr. Hierselbst fängt es wieder an zu spuken. Es gibt ja genug Leute, die ein Interesse daran haben, die Sache nicht einschlafen zu lassen. Wir überlassen diesen Leuten dies Arbeitsfeld und begnügen uns nur die folgende Mittheilung wiederzugeben, die von allgemeinem Interesse sein dürfte: „Vor einiger Zeit erst wurde bekannt, daß in der diel besprochenen „Konitzer Mordaffaire" das westpreußische Medicinalkollegium auf Erfordern der Konitzer Justizbehörde ein wissenschaftliches Gutachten über die Todesart des Schülers Ernst Winter abgegeben habe, welches zu der Annahme gelangt, daß der Jüngling bei einem Liebesabenteuer wahrscheinlich durch Erwürgen getödtet worden, und erst nach der Tödtung die Zerstückelung der Leiche erfolgt sei. Um alle Mittel zur Klärung der Sache zu erschöpfen, hat die Staatsbehörde — wie die Danz. Zeitung" jetzt zuverlässig erfährt — noch die höchste medizinal-wissenschaftliche Gutachterinstanz, nämlich die wissenschaftliche Deputation in Berlin, mit der Sache betraut und von dieser ein Super-Arbitrium erfordert. Die Akte und sonstigen Materialien liegen derselben zur Zeit vor, und es wird angesichts der eingehenden Begründung deS von dem Medicinalrath Professor Dr. Barth ausgearbeiteten Danziger Gutachtens die Meinungskundgebung der wissenschaftlichen Deputation, welche man für nahe bevorstehend erachtet, in den westpreußischen medizinischen Kreisen mit großer Spannung erwartet." Rußland. Petersburg. (Militärdienst.) Die Einberufung der Klaffe 1901 hat. wie jedes Jahr, zu Fällen Veranlassung gegeben, welche zeigen, daß die israelitische Bevölkerung die Blutsteuer in einem über ihre numerische Bedeutung höheren Verhältnitz entrichtet: Zu Elisabethgrad wohnten von 30 Konskribierten 18 seit 16—17 Jahren in Amerika. Um diese zu ersetzen. wurden viele junge Israeliten zum Dienste hiervon befreit sein müssen. Zu Warschau, wo ähnliche Thatsachen Vorlagen, ist das jüdische Kontingent verhälinißmaßig 10 pCt. höher, als das christliche. In.Staraia Siniava (Gouvernement Podolien) war ein Jsraelite Namens Jankiel Wassermann zweimal in die Listen eingetragen. Da er sich natürlich nur einmal der Revisionskommission stellte, wurde er beim zweiten Aufruf seines Namens — eine halbe Stunde nach dem ersten Aufruf — als abwesend erklärt und zu einer Strafe von 300 Rubel verurtheilt. Ferner wurde eine Wittwe, deren einzige Tochter Alta als Knabe eingetragen war, ebenfalls wegen Desertation ihres Sohnes zur Sirafe verurtheilt. Briefkasten der Grveditto«. S. (?. fit K: Das JiiL. Hotel-Adrekbuch ist beider Buchhandlung I. ff gaff mann in Frankfurt a. M. zu haben. <?>as Polytechnische Institut zu Frledbrre Im Cirossherzogthnm Hessen umfaßt eine Gewerbe-Akademie *ur Ausbildung von Elektro-. Maschinen-. Ban-Ingenieuren. Architekten und Baumeistern, sowie _ , , „. .. _ , _ li. ein Teckmknm (mittlere Fachschule) sur die Heranbildung von Elektro- und Maschinen-Tcchnikerm Abthcilungen für chemische Industrie werden vorbereitet. . _ Die im vorigen Andre neu errichtete Hessisch» Gewerbe- Ahademie zu 'Frledbers im Grossherzofirthnm Hessen füllt die in der Praxis langst empfundene Lücke zwischen den technischen Hochschulen und den sogenannten Technikums aus und hat sich daber gleich das. erste Semester dieser Lehranstalt außerordentlich erfolgreich und günstig gestaltet, so daß das große Anstaltsgebände nach der bisher vorliegenden Korrespondenz schon nn nächsten Soinmersemester voll belicht sein wird und daher dann mit dem vrosektierten Neubau eines größeren monumentalen Akademieqebäude begonnen werden muß; ein Resultat ,vie es oisher em Polytechnisches Institut noch nicht erzielt bat. Die akademischen Kurse dürseir hier im Gegensatz zu den s.y. Reklameanstalten nicht mit 80—IM Technikern, sondern nur mit höchstens 4V Studierenden besetzt werden, wodurch dann in Verbindung mit vorzüglichen Lehrkräften und Lehrmitteln stets beste Erfolge erzielt wurden. DaL Leben ist in der neuen Museustadt Friedberg i. H. billig und angenehm und he ünstigen auch alle übrigen Verhältnisse. wie rm Programm näher aüsqesührt.-ein erfolgreiches Studium. Ern Verzeichnis von guten Wohnungen und Veniionen liegt im Sekretariat der Anstalt aus. woselbst auch sonst iede gewünschte Auskunft erthellt wird.