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Der Israelit · 1902-07-07 · Heft 54 (7.7.1902) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 54 (7.7.1902)
Date
1902-07-07
Page
– (sequence 11)
Language
German
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. 1155 O e st erreich. Lemberg, 3. Juli. (Zur Judenverfolgung in Rumänien.) Eine Versammlung hiesiger jüdischer Universitätslehrer beschloß, eine Aktion zu Gunsten der rumänischen Juden einzuleiten, und hat ihr Bedauern darüber ausgedrückt, daß die jüdischen 'Mitglieder des Abgeordnetenhauses die Judenverfolgungen in Rumänien bisher nicht zur Sprache gebracht haben. R um ä n i e n. sicherung hin, daß es nicht ein Gesetz zur Unterdrückung irgend einer Katgeorie der Einwohner des Landes fein wird. Genehmigen Sie etc. General I. Lahovary, Senator für Covorelai." ' ' - Das Handwerkergesetz soll. bekanntlich Anfangs September in Kraft treten, allein die schon lange versprochenen Ausführungsbcstimmungen sind noch immer nicht erschienen. Dieser Umstand kann noch dazu beitragen. die Befürchtungen, auf die auch General Lahovary hinweist, zu bestärken. '• ‘ Bukarest, im Juni. Wie bekannt, Haben sich die Altkonservativen entschieden gegen die zweideutige Politik des Ministeriums Sturzda mit Bezug auf. das Handwerkergesetz ausgesprochen. Sehr charakteristisch ist in dieser Beziehung ein Brief, den der Senator General I. Lahovary an den „Evenemental" gerichtet hat und der folgendermaßen lautet: Herr Chefredakteur! Ich habe in der Nr. 93 des Blattes „Evenemental" einen Bericht über einen' im „Bictorial" veröffentlichten Brief des Herrn P. Miffir (derselbe ist ebenfalls Senator und nicht zu verwechseln mit dem Handels- und Domänenminister. Red.) gelesen, in welchem dieser Herrbehauptet, daß ich im Namen der konservativen Partei die Tendenzen des Gesetzes zu Gunsten der rumänischen Handwerker, also gegen die Juden, gebilligt habe. Es ist richtig, daß ich im Senat erklärt habe, daß ich für das Handwerkergesetz stimmen werde, das die Forde-, rangen einer so interessanten Klaffe, wie es die Handwerker sind, zum Theil verwirklicht; dennoch geht aus meiner Rede während der Generaldebatte wie aus meinen Bemerkungen bei der Besprechung der einzelnen Artikel hervor, daß ich auf die Gefahr hingewiesen habe, welche sich aus einer Interpretation einiger Bestimmungen des Gesetzes in antisemitischem Sinne ergeben würde, und ich habe verlangt, daß der Herr Domänenminister sich erkläre und derartige Befürchtungen beseitige, die zwar von einigen Staatsmännern nicht als möglich vorausgesehen sind^ sich aber doch als begründet erweisen könnten. Ich versichere, daß die Forderungen der Handwerker nicht so weit gingen, die Entfernung der Juden von der Arbeit zu verlangen. Wenn das votirte Gesetz diesen Sinn hätte, würde es die Bedürfniffe unserer Handwerker, die weiser sind, als man glaubt, bedeutend überschreiten. Der Herr Domänenminister hat sich in den beiden Antworten, die er mir gegeben, bemüht, aus den Gemüthern die Idee irgend eines Antisemitismus zu entfernen, welcher sicher nicht an seinem Platz gewesen wäre, da es sich um ein Recht der Existenz handelt, um ein Recht, das Niemandem bestritten werden kann. Ich habe also für das Gesetz als ein Bersuchsgcsetz gestimmt, das die Zukunft erweitern und vervollständigen wird, und auf die Ber- Pütljellnnjen ans Den jiiD. juiennerelnen nnD flr Melden. (GLmmtttchjüv. Warrderbetlelverelire uns «alle» für Durchreisende find gebeten, u«S Mittheilungen über Erfahrungen, die fie auf dem Gebiete ihrer THStigkeit machen, -»kommen -rr kaffen.) Offenbnrg, 6. Juli. (Warnung.) Durch eine Postkarte mit der Unterschrift «Der Synagogen- und Armenrath I. Rothschild in Konstanz" wurde dem hiesigen Synagogenvorstand die Ankunft «eines sehr schwerkranken Buren, Dr. phil. S. Solmer aus Johannesburg, der ein Glaübensgenoffe ist," avisirt mit dem Ersuchen, demselben zur Reise nach Paris zu verhelfen. Er sei von der israelitischen Gemeinde München und von der Konstanzer Polizei empfohlen. Er habe in Konstanz Mk. 12 zur Reise erhalten. Nun hat sich aber herausgestellt, daß' die Karte gefälscht war. Bor diesem Hochstabler sei hiermit gewarnt. Es dürfte sich empfehlen, denselben bei Betreten der Polizei zu überliefern.. Statur klein, Haar dunkel, trägt ein Spitzbärtchen und hat ein krankhaftes Aussehen. ' ' I. Buer. vermischtes. Siegburg, 6. Juli. Heute sind cs 50 Jahre, daß Herr David Egcr als Stempler in der Cattunfabrik von Rolfs u. Comp., Siegfeld, angestellt ist. Berichtigung. Durch irrthümliche Verwechslung beim gleichzeitigen Unterzeichnen zweier Schriftstücke, kann zu meinem Namen in jüngster „Entgegnung" auch der Zusatz .Ausschußmitgl. d. bayr.-isr. L.-V.". Selbstverständlich hat der Zusatz hier nichts zu thun. A. Mannheimer—Dcttelbach.

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