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Der Israelit · 1902-01-27 · Heft 8 (27.1.1902) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 8 (27.1.1902)
Date
1902-01-27
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Kopenhagen, 21. Jan. Dieser Tage verschied in unserer Gemeinde Herr Aron E l i s ch o w i tz, bei uns nur als „Rebbe Aron" gekannt. Vor mehr denn einem Menschenalter mit seiner Familie aus Rußland hergekommen, zählte er zu den bedeutendsten Talmudisten, und stand jetzt bei seinem Tode — der nach langer, schwerer Krankheit erfolgte, unbestritten als der aus der alten Zeit einzig Zurückgebliebene, welchem kein Gebiet des heiligen Forschens — sowohl in C -K* m*n als r:zzv fremd war. In sehr beschei denen, fast dürftigen Verhältnissen lebend, jedes irdischen Genusses entbehrend, fand der Verschiedene in nur ,nT2j,* im Studium sein einziges Glück. Obwohl in den . letzten Jahren von zunehmender Schwäche immer mehr und mehr in die Einsamkeit und Stille zurückgedrängt, daß er fast von der jüngeren Generation nicht gekannt und von den Alten nicht mehr erinnert wurde, so hat das Ableben dieses frommen und großen Gelehrten, dieses würdigen Jehudis, überall rege Theilnahme hervorgerusen. Davon gab auch das große Gefolge, das ihn zur letzten Ruhe begleitete, Zeugniß. An der Bahre hielt unser verehrter Herr Rabb. Dr. Goitein eine ergreifende, die Verdienste des Verklärten schildernde Rede, die mit der. Aufforderung schloß, dem Beispiele des Todten zu folgen, und die Kinder und Enkel ermahnte, in seinem Geiste weiter zu leben. Ch. E. Rumänien. Bukarest, 24. Jan. In Folge vielseitigen Widerspruchs gegen die im neuen Ruralpolizeiprojekt vorgesehene Ausschließung aller Fremden vom Betriebe öffentlicher Handelsgeschäfte in den Landgemeinden nahm der Minister des Innern die betreffenden Ausschließungsbestimmungen wieder zurück. vermischtes. Görz. Seit dem Bestände des Landtages ist nunmehr daS erstemal ein jüdischer Abgeordneter in denselben entsendet worden, es ist dies Doktor Gradiazio Luzzatio, Advokat in Görz. ' Florenz. Das erste jüdische Waisenhaus in Italien ist hier aus dem Nachlaß der Frau Regina Attias errichtet und am 28. November v. I. feierlich eingeweiht worden. Algier, 14. Januar. Der bekannte Antisemit Max Negis wurde heute verhaftet. Da er die Geldstrafen, zu denen er in verschiedenen Berleumdungsprozessen verurthnlt war, nicht leistete, hat er eine dreijährige Hast zu verbüßen. New-Aork, l4. Januar. Der Präsident ernannte den früheren Gesandten bei der Pforte, Oskar Straus, zum Mitglied des Haager Tribunals. Neu rrnLeganArne Bücher. (Besprechung Vorbehalten.) Zeitschrift für Hebräische Bibliographie (November—Dezember.) Unter Mitwirkung namhafter Gelehrter, herausgcgeben von Dr. F r e i m a n n und Dr. H. Br ody. Frankfurt a. M. 1901. Verlag von I. Kauffmann. „Oer Jude wird verbrannt!" Gedicht auf einer Ansichtspostkarte von Ludwig A u b. Verlag, der Buchhandlung für modernes Leben (Hans Losch) Fürth. Friedrichstraße 9. Der Erstgeborene nach Molaisch-Talnrud. Recht. I. Theil. Die Stellung. Rechte und Pflichten des Erstgeborenen parallel zu der Primogenitur der antiken Völker dargeftellt. Von Rabbiner Dr. Kirsch. Frankfurt a. M. 1901. Verlag von I. Kauffmann. Vier Reden von Dr. H. Flesch, Rabbiner in Kanitz. Selbstverlag. Preßburg. 1901. Druck von Adolf Alkalay und Sohn, Preis 1 Krone. Der Weg der Treue. Ein Festspiel für die jüdische Jugend von Alexander S i m e o n. Berlin. 19U1. Verlag von M. Poppelauer. . Briefkasten der Redaktion. Herr Haüptlehrer Andorn—Creseld bittet uns fest zustelle», daß er uns wenige Tage nach Erscheinen des polemischen Artikels von Dr. Blumenthal lAchtung vor dem Bibelworte) eine eingehende Widerlegung der Blumemhat'schen Ausführungen zugeschickt hat. Nachdem die Drucklegung wegen Raummangel leider bis jetzt verzögert worden ist, verzichtet Herr Andorn auf die Veröffentlichung seiner Entgegnung an dieser Stelle. B. in Berlin: Cie haben Recht, der erste Leitartikel im dieswöchentlichen Hamburger Blatt ist wörtlich aus einer alten Numtner von „Oft und West" abgedruckt. Briefkasten der Expedition. N. Ayy aus Neutra: Bitten um Ansichtssendung. Juristischer Beirath des „Israelit." Untere Abonnenten erhalten unentgeltliche Auskunft kn alten Rechts» ngelcgenheiten. Abonnemrntsquittnng ist gest. beizulegcn. Auch wolle man »»geben, ob man vie Anfragen brieflich ober im Blatttc beantwortet tu haben wünscht. Tie Anfrage» werben von einem beveütenscn Juristen eingehend beantwortet. M. in F-.: Gesetzliche Vorschriften über Ihre Frage giebt es nicht, vielmehr haben die einzelnen Gemeinden die Angelegenheit durch ihre Satzungen geregelt. Sollte dies bei Ihnen nicht der Fall sein, so bleibt Ihnen nichtS übrig, als sich der Mehrheit zu fügen. Wir verweisen die verehr!. Leser sreundlichst auf das in der heutigen Nummer ei scheinende Inserat des Herrn Sieg ried Cohn. Schoenlanke (Provinz Posen» „niäQ" betreffend. Man schreibt uns über die Leistungsfähigkeit und Reellitat der Fabrik: Schoenlanke in Posen, November 1901. Die Mazzoth-- Fabrik der hier über 25 Jahren bestehenden Firma Siegfried Cohn ist eine der größten und renommirtesten Mazzothbäckereien Norddeutschlands. Sie ist seit jüngerer Zeit mir einem elektrischen Motor versehen, vermittels denen die Walzen-Maschine getrieben wird. Tie Fabrik wird von Sr. Ehrw. Herrn Orrsrabbiner -v. W äldler beaufsichtigt und ist der Betrieb ein streng ritueller. Die Fabrikation warrt von ungefähr Mine November bis kurz vor Pesach Täglich werden ca. 8—st Cemner Mehl verbacken. Die Firma ist in ganz Deutschland verirrten und exportirt nach England. Norwegen rc. Sie versendet Proberollen von 5 und 10 Pfund per Nachnahme. Bescheinigung; Ich bescheinige hiermit, daß in der Mazzesbäckerei der hier seit 25 Jahren bestehenden Firma Siegfried Cohn, die Waaren nach strengsten! jüdischen Ritus hergestellt werden, und kann ich die Produkte der Fabrik, da mic die Beaufsichtigung derselben übertragen ist, für streng koscher schel Pesach erklären. Schoenlanke. November 1901. Da8 Orts-Rabbinat: S. Waeldler, Rabbiner.

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