Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1902-01-23 · Heft 7 (23.1.1902) · page 20

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 7 (23.1.1902)
Date
1902-01-23
Page
– (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2449795-2449803--55215-2517830
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

des Rabbiners. Unsere Kultusgemeinde hat überhaupt nur einmal dem Herrn Rabbiner Opposition gemacht, als er versuchte, die nnD2 am UB2 d*' 2U? abzuschaffen. Dr. Rosenberg wirkte nämlich viele Jahre in unserer Gemeinde und war ganz verzweifelt, daß es da nichts zu reformiren gab. Da kam er auf die geniale Idee, die n'.iB2 als heidnischen Gebrauch abzuschaffen. Selbstverständlich that er dies mit Hilfe des unglücklichen „Schulchan-Aruch." Dieses eine Mal machte aber der Herr Rabbiner die Rechnung ohne den Wirth. Die ganze Gemeinde lehnte sich dagegen auf. Die 7iNB2 wurden rehabilitirt. Indessen wird aber allgemein behauptet, daß der Rabbiner selbst auch am um bt» keine mw hat! Nagy-Meglier (Ungarn). Am Sabbat Woeroh wurde hier nach langen Jahren ein Sefer Thoro eingeweiht. Herr Ahron Kahn, eine in allen Kreisen beliebte Persönlichkeit, ließ dieselbe schreiben und schenkte sie der Gemeinde. Außer den üblichen snnagogalen Festlichkeiten hat der Spender die ganze Gemeinde zu einem Mahl eingeladen, wo bei viele nun '"Qi gesprochen wurden. Rußland. Petersburg. (Die Israeliten Rußlands.) Der Senat hat jüngst mehrere das Aufenthaltsrecht der Israeliten betreff. Verfügungen erlaßen: 1) Die jüdischen Handwerker, welche für eine begrenzte Zeit außerhalb des Territoriums zu wohnen wünschen, brauchen keine Prüfung über ihre gewerblichen Kenntnisse abzulegen. 2) Rur diejenigen Handwerker, welche als Meister für eine unbestimmte Zeit arbeiten wollen, müssen vorher eine Prüfung bestehen. 3) Das Aufenthaltsrecht außerhalb des Territoriums ist nicht nur den Kaufleuten erster Gilde selbst, sondern auch ihren Kindern, wenn üe auch getrennt von ihren Eltern wohnen, gestattet. Bis in die letzte Zeit hatten diejenigen jüdischen Handwerker, welche um das Aufenthaltsrecht in Kiew Gesuche einreichten, das Recht, acht Tage in dieser Stadt selbst die Antwort abzuwarten. Rach Verlauf dieser Zeit war es nöthig, die nothwendigen Papiere vorzulegen oder die Stadt zu verlassen. Der Gouverneur von Kiew hat dieses Verfahren geändert. Von jetzt an werden die jüdischen Handwerker dieser Stadt, welche nach Ablauf von drei Tagen nicht die gewünschte Erlaubniß erhalten haben, verhaftet und ausgewiesen. Zudem haben die Polizeikomissare den Befehl erhalten, die Ausweisung aller Israeliten, deren Erlaubnißzeit verflossen ist, vorzunehmen. Unter anderem folgt hier ein Beispiel, das vollständig die Rücksichtslosigkeit der polizeilichen Behörden von Kiew zeichnet: Herr Minetvitch, mit einem Paß versehen, kam in diese Stadt und hatte vor. dort über Nacht zu bleiben. Festgenommen und truppenweise, wie sie die Polizei regelmäßig einrichtet, wurde er etappenweise nach seinem Heimathsorte befördert. Nun ist dieser wie ein Verbrecher behandelte Mann ein von seinen Mitbürgern sehr geachteter Kaufmann; überdies hatte er dank seinem Passe das Recht, sich in Kiew 24 Stunden aufzu halten. Diese Sache wird von den Gerichten ausgetragen werden. Nicht weniger ernste Dinge haben sich zu Qrenburg ereignet. Jüdische Kaufleute, seit zehn Jahrein in dieser Stadt etabliert, mußten ihre Geschäfte aufgeben und in längstens drei Tagen sich entfernen. Zu Baku sind in den letzten zwei Jahren mehr als 490 jüdische Familien ausgewiesen worden. Gegenwärtig nimmt man dort die Durchsicht der Bevölkerungslisten vor, um das Aufenthaltsrecht der jüdischen Kaufleute und Beschäftigten zu prüfen. In Moskau haben die Theater- und Konzertleiter den Befehl erhalten, Künstler und Musiker jüdischer Abstammung nicht anzustellen. Bulgarien. üüstcn-il, 15. Jan. (Der Prozeß über die Judenkrawalle.) Vor dem hiesigen Kreisgerichte fand dieser Tage die Verhandlung gegen 23 Personen statt, welche angeklagt waren, an den im vergangenen Sommer Hierselbst stattgefundenen Judenkravallen Theil genommen zu haben. Von den Angeklagten wurden Ehr. Tonischow und Ehr. A. Lefchtnika zu je drei Jahren und vier Monaten Kerker und St. Z. Peschew zu sieben Tagen Gefängniß verurtheilt, während die übrigen 20 Angeklagten freigesprochen wurden. Palästina. Jerusalem, Ende Dez. Dem Spruche der heil. Schrift vsn er? rara *2 entsprechend, veranstaltete Herr Rabbiner Joseph Chaim Oplatka-Prager. Direktor des tsnn «rnn n?2 (Blümenthalsschulel am verflossenen Chanukafeste eine Bekleidung der Schüler dieser rühmlichst bekannten Anstalt; aber aus Mangel an genügenden Mitteln konnten nur 25 der allerdürftigsten Zöglinge mit Winterkleidung versorgt werden. Jedoch versprach der Direktor möglichst dafür zu sorgen, daß später auch die übrigen Zöglinge bekleidet werden. Freunde und Verehrer unserer heil. Thora und Zion's werden ersucht, ihn darin wirksam zu unterstützen._N. Vermischtes. rüicsdavcn. 18. Januar. Einen großen Kunstgenuß bereitere uns Herr Mar Rothschild ans .Karlsruhe unter Mitwirkung hiesiger Virtuosen. Der große Saal der Mato-Loge war stur bis auf das lehte Plätzchen von einem musik- und kunstUebendcu Publikum gefüllt. Viele waren gekommen selbst zu hören, in wie weit der große Ruf. welcher Herrn Rothschild vorangegange». gcrectirfertlgt sei und sie werden sicherlich alle die Nebcrzcugiiny gewonuen haben, daß derselbe über eine wirklich, fast unvergleichlich schone geschulte Baßstimme vcrsiigr. Mit stürmischem Applaus wurde der Debütant, eine imposante, stattliche Erscheinung, von dem Publikum empfangen, als er das Podium bestieg und schier endloser Beifall wurde iüin nach den ersten drei Liedern, welche Herr E. D e u k s ch sin begleiten die (tzüte hatte. 5« Theil. Wie überzeugend und innig klangen die Worte ..ES muß sich alles, alles wenden". »Frühliitgsalaube" von..Schubert." Möchte dem Sänger auf dem Lourn-'e. das zu unternehmen wie rvir gebürt haben, er gesonnen ist. aii allen Orten so reichlicher BeisnU z„ Theil werden, wie in unserer schönen Bäderstadt. .Nl ürchen Kah».

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.