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Der Israelit · 1902-01-16 · Heft 5 (16.1.1902) · page 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 5 (16.1.1902)
Date
1902-01-16
Page
– (sequence 25)
Language
German
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„Die Schul offnen!" wiederholten unzählige Stimmen. „Meier! Beril! Wo sind die Schamoschim?" Aber beide drückten sich. „Ich Hab' Frau und Kinder!" jammerte Meier. „Und ich nicht minder," protestirte Beril. „Tra—a—a—al!!!" trillerte cs darunter aus der Synagoge in gedehnten und dann in gebrochenen Tönen. „A'usloofen! Gaurcl werfen!" gingen die Glosien weiter. „Sie muffen Beide hinein! Dazu sind sie ja da!" „Gut, beide! alle beide sollen sie aufmachen!" Der letztere Vorschlag wurde auch acceptirt. Meier lief noch rasch nach Haufe, um — wie mein Erzähler mit Bestimmtheit behauptet — in jedem Falle Abschied von feiner unglücklichen Familie zu nehmen. Bald war er jedoch wieder da, ausgerüstet mit Schulschlüffel und Stecken. Beril ging bebenden Herzens dicht hinter ihm her. Einige Beherzte aus der Menge drängten sich vor und auch die Anderen wagten ein paar vorsichtige Schritte weiter. Die Entscheidung fällt! — — Lautlose Stille, so daß die Hammerschläae, die Meier mit zitternder Hand an die Außenseite der Thür fetzte, sowie das Knarren des schweren Schlüssels deutlich vernehmbar sind. Man bemerlte schon seit einer Weile, wie die Illumination immer abzunehmen begann, und im Augenblicke, wo jetzt die Schulthüre nach Innen ausging, wurde es aus einmal wieder ganz dunkel und die Stimme der Posaune verstummte. „Geh Du voran!" „Nein Du?" „Dann mach' ich Kehrt!" „Meinetwegen!" „Nabauffei! seid Euch merachem! Ist wieder Zhauschech waasailoh! (Stockfinster.) Beril will nicht mit!" — — „Ich kann nicht!" Wie ein Sturm drängt sich die Menge tobend, vor: „Warum gehen sie nicht?" — „Die Schlemils!" - - „Die Faulenzer!" — Zum Esten und Nechuschnehmen kGescheule) sind sie da!" — „Absetzen! Die Schfei-, lim, die die Klnloh zum Utz haben!" ... Unter den größten Lärmern und lautesten Schreiern war aber jetzt auch Chajim, der Balhagoloh. Als nach einiger Zeit das Licht nicht wiederkehrtc und die Posaune nicht wieder ertönte, beruhigte sich. endlich die Menge und stob nach und nach auseinander. . Man hätte cs in G. bis aus den heutigen Tag noch ' nicht erfahren, was au der mystischen Affäre war. Es wäre sicher ein ewiges Räthsel geblieben und hätte sich wohl . im Lause der Zeit den andern fabelhaften Legenden und dunklen Sagen, die mit jeder Stadt in Lithauen und auch mit G. verknüpft sind, zugesellt, ‘ hätte nicht Nuben, der Balhagoloh, den Berräther gespielt. Er, der seinen Gesellen den ganzen Abend vergebens erwartete und sich sein Ausbleiben am Sederabende nicht zu erklären vermochte, er wurde durch den nächtlichen Borgang zum Nachdenken angeregt. .. und da er überdies Chajim als fertigen Baal-Tokea . kannte, so glaubte er bald, den Zusammenhang gefunden zu haben. - In einigen Tagen wußte es die ganze Gemeinde. . daß der vermeintliche Messias kein anderer als Chajim war. —- Man verstand sich schließlich dazu, die ganze Sache von der Humoristischen Seite aufzusassen. Die G.cr, die für einen guten Witz immer zu haben waren, dachten nicht daran, cs Chajim ernstlich nachzutragen, aber: den Namen „Moschiach" behält er für.immer. .ür' .'ll st $ s t g i rt. Für beit folgenden Theil ist die Nedaction nicht verantwortlich. vt» Nrdaction unternimmt niemals eine Prüfung in £tpig auf die rituelle Zuverlässigkeit der augrvrirseuen Maaren. Die Segehrr hadr», wenn Ke in dieser ^instchl grstchrrt sein wollen, dir Anpreisungen, Reserrnsru etc. selbst einer Controir m unterwerfe«. Schtust der Juseratenanuahme ist stets: für dir Montagsnninmer, S?»nta>,FrÜH v Uhr, für die Aonnrrstagsnummer, Mittwoch Mittag lid Uhe. Llnfrr platt gelangt rrgrlmähtg Montag und Donnerstag in den Lbendst-inden rum Versandt. Nrrlamationr« wegen t« späten Gintreffeas v» liebe «an bei der betreffenden Postanstalt;u machen, vsserten auf Ehlr7.ra»uoncea werden täglich, mit Ausnahme von Hamstag wrilerdefärdirt. Die Stelle ein. Rcligionckv; lehrers, Vorbeterck, und Tchächterck ist per 1. Februar sofort zu besetzen Gehalt 40 > Mk. u. ca. 400 Mk. Ncbeneinkommen Ausländer bleiben unberücksicht Der Vorsteher: >217 Lieb mann Isaak, Mühlheim a. Main. ^sr CultuSbeamten wird durch den Verkauf eines Familienbl. hob. Verdienst zugenchcrt. Näh. durch den Verl. Gustav Niebling & Co., Geestemünde. [8141 ntiD Prima Hasses onerirt die seit ca. 20 Jahren bestehende Mazz'esfabrik von Siegfried Cohn, Siiwciiliiiift <Pm. Mra.i Clectr. Vetrieb. — VabbinatSauisicht. Agenten an allen Plätzen des Inu. Auslandes gesucht. '_ ih2:>oi. _- NursterrbLirsrevri II. t'r, rrxlrrrr. Ilambin^, Rutscbbsbn rg. Ferusprech-Aint 4. 2497. Specialitäl: Die so sehr belieb en Wr,tterllrrckie,, eigener Fabrikation. Vr. Nachnahme u. portofrei per Stück von Mk. 4.70 an. jlOd Bestellungen werden prompt und z. Zufriedenheit ausgeführt. Aechten Friedrichsdorfer Zwieback. Simon Glauberg, Zwiebackfabrik, Fraukftirt a. M. Specialitat: Aleuron&tgebäcke für [366a Zuckerkranke. Unter Aufsicht Seiner Ehrwürden Rabbiner Dr. Horowitz. MADE

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