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Der Israelit · 1902-01-16 · Heft 5 (16.1.1902) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 5 (16.1.1902)
Date
1902-01-16
Page
– (sequence 10)
Language
German
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für das Wohl der Regierung und des Staatsoberhauptes zu beten. Die Juden in Baden thun dies um so lieber, als ja der edle Großherzog von Baden allen seinen Unterthanen ohne Ausnahme die Wohlthaten seiner Milde, Gerechtigkeit und Toleranz zu Gute kommen lasse. Herr Dr. Schiffer hielt nun die eigentliche Festrede. Er führte aus -wobt n bw wr m,« der Verein habe durch die beiden Akte, mit denen er die Feier seines Jubiläums begehe, bewiesen, daß er die Verbindlichkeit von an»* riTn und ns bvzv msn richtig erkenne, die eine ohne die andere sei unverständlich, führe dahin, wohin die Karäer gelangt sind, daß, wie es am Ende von Megilla heißt: er* rrc irnxn -2 n:5tö .mp *cpj man auch nicht eine einzige Mizwe erfüllen kann, wenn man sie nach dem nackten Wortlaut der Schrift üben will; wer z. V. das Tephillingebot erfüllt, indem er die Tephilin „auf die Hand" legt oder aus die St'rne „zwischen den Augen," hat p^’sn 'mso nie erfüllt. Redner führte aus, daß er sich das segensreiche Wirken des Vereins zu beobachten vorgenommen, aber das Chanuka-Fest, das wir eben feiern, ruft uns zu, daß es Pflicht sei rran n: die Lichtflamme immer höher steigen zu lassen, mit dem Anzünden allein srbwrb sei noch nicht genügend geleistet. Er wünschte deni Verein weiteres Gedeihen zum Segen des Judenthunis und schloß mit einem Hoch auf die derzeitige Vereinsleitung. Hierauf ergriff Herr Stiftsrabbiner B l u m - grund das Wort, um auch seinerseits seiner Freude iiber das Gedeihen des Vereins züm Ausdruck zu bringen^Das gegenwärtige Fest führt uns die Heldengestalt Mattisjahus vor, der in gefahrvoller Zeit für den Glauben cintrat und der aus dieser schweren Zeit ein kleines Krüglein reinen Oels rettete, einen kleinen Fonds glaubenstreuer Männer sicherte. Der Ruf ■6« 'rb ’e den er seinen Brüdern zurief, bewirkte solches Wunder! Und als der alte Priester aus Hasmonais Familie starb, traute er die Pflege und Warte dieses eben geretteten Kleinodes der Jugend an. Man dürfe das Wirken des Vereins Chinuckr Neorim nicht unterschätzen, seien es auch zum größten Theile junge Männer, die den Verein bilden, so seien dennoch jene Liebe und jenes Verständniß für unsere Ideale vorhanden, so daß man beruhigt ihnen die Pflege derselben anvertrauen dürfe. Der Name des gegenwärtigen Festes stamme von *pn „rüsten, weihen, erziehen." „Erziehen Sie, rüsten und weihen Sie sich auch fernerhin für die heiligen Aufgaben des Judenthums, pflanzen Sie dieselben ein in Ihr Heim, wenn Sie mit Gottes Hilfe ein solches gründen," rief der Herr Rabbiner den jungen Leuten zu. Endlich erinnerte er noch daran, daß. wie einstens dem Aron zugerufen wurde rArn onteo auch der Verein sich sagen müsse, daß seine Erfolge, die er erzielt, zum größten Theil Demjenigen gelte, der die Lichtquelle der Thorakenntniß ihnen zeige und deßhalb bitte er. einzustimmen in einen Hochruf auf -das. Wohlergehen des Herrn Rabbiner Dr. Schiffer, welchem Wunsche von allen Teilnehmern gern entsprochen ward. Namens der Jsr. Religionsgesellschaft brachte der Vorstand derselben, Herr Samuel Strauß, Grüße und Glückwünsche. Er sprach die Hoffnung aus, daß diese Vereinigung von jungen Männern, welche zum großen Theil den künftigen Bestand der Religionsgesellschaft bilden, mit G. H. an sich erfüllt sehe die Segnungen der Chanuka hatora, worin ja das Wirken des Vereins angedeutet sei in den Worten nb;n |n rr»tpn, wenn wir das Wörtchen auflösen als die Anfangsbuchstaben der Worte nny: ~:n. Des Redners geist¬ und humorvolle Ausführungen fanden lebhaften Beifall. Den Höhepunkt erreichte die Freude jedoch, als Herr Reallehrer Dr. Fink aus Frankfurt ä. M. das Wort ergriff, und in launiger, sinnreicher Rede ein Gleichniß mittheilte und von einem Maurermeister sprach, der im Arbeitskittel vor den König gerufen wird, es aber ablehnt zu erscheinen, da er nicht in salonfähigem Kostüme sei. Erst auf den dringenden Befehl des Königs kommt er, weil der König, der heute ein Fest feiert, alle Jene beisammen sehen will, die bei der Ausführung seines Palastes vor vielen Jahren mitgewirkt haben. Er — Redner — habe zu den Gründern des Vereins gehört und habe auch fünf Jahre in demselben gewirkt. Heute aber sei ein solch herrlicher Palast entstanden, als dessen Mitarbeiter er sich gar nicht mehr betrachtet habe, und nur auf die wiederholte dringende Einladung des Vorstandes sei er gekommen, und er freue sich, daß er gekonnnen sei, um zu sehen, wie die bescheidenen Saatkörner, die er streuen half, solche herrliche Früchte gezeitigt haben. Sein Hoch galt Herrn Samuel Strauß, der den Verein seit seinem Bestehen jederzeit gefördert habe, insbcsonder auch dadurch, daß er seit nunmehr 25 Jahren dem Verein zur Abhaltung der Schiurim eine Wohnung zur Verfügung gestellt. Nachdem die eingelaufenen Vegrüßungstelegramme verlesen waren, wurde das Tischgebet für 53 Mt. versteigert und Herrn Dr. Schiffer übertragen. Nach dem Benschen. wurden noch verschiedene musikalische und theatralische Vorträge aufgeführt. Erst in später Stunde verließen die Theilnehmer den Festsaal mit dem Bewußtsein. einer wahren mxa m:» angewohnt zu haben. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M., 16. Jan. Am vergangenen Sonntag Abend versammelten sich in der Gemeindesynagoge der Israelitischen Religionsgefellschaft Vorstand und Ausschuß, die Mitglieder des Schulraths und sämmtlicher Kommissionen, zu einer Gedächtnißfeier für den am 5. Schewat des vergangenen Jahres Heimgegangenen Freiherrn Wilhelm Carl von Roth-

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