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Der Israelit · 1902-01-09 · Heft 3 (9.1.1902) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 3 (9.1.1902)
Date
1902-01-09
Page
– (sequence 12)
Language
German
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64 Wil helm von Rothschild, in dem die Chevrah einen edlen Freund und Gönner verloren. Eine Thräne erzitterte in dem Auge unseres Rav. als des unvergeßlichen Verklärten gedacht wurde. In fast einstündiger Rede vernahmen die Tischgenossen. die gebannt schienen. Ehiduschei Thorah unseres geliebten Rabbi. Es würde über den Rahmen des uns zur Verfügung gestellten Raumes gehen, wollten wir auch nur einen geringen Theil der Darlegungen retapituliren. die Zeugniß ablegen von dem Charifus und Bekius, das wir zu bewundern Gelegenheit hatten. Herr Dr. Stern gab dem Dante der Anwesenden für den ihnen gebotenen Hochgenuß in warm empfundenen Worten Ausdrucl. Die wohlschmeckenden Gerichte und der gute Wein erzeugten allm'Ihlig eine heitere Stimmung. Der Sohn unseres theuren Rav. Herr Stud. phil. Meier Cahn, zeigte in längerer Rede, daß er ein würdiger Sohn seines großen Vaters ist. Herr Stud. phil. Lorsch. Hörer der Jrschiwah in Frankfurt a. M., toastete auf das Wohl Sr. Ehr-., würden, des Herrn Provinzial-Rabbiner Dr. C a h n, Herr Lehrer Spiro in seiner bekannten humorvollen. die Lachmuskeln in Belvegung sehende Art auf den Gesammtvorstand der Chevrah. Herr Lehrer R u ßbaum aus Hcrsfeld auf das weitere Emporblühen der Chevras Schaß und Herr Lehrer Löwenstein, hier, auf das Wohl der Frauen. Die Versteigerung des Tischgebets ergab das nette Sümmchen von IM Mark. Erst gegen 3 Uhr hatte die erhebende Feier ihr Ende erreicht, die einen würdigen und große Heiterkeit weckenden Abschluß in der von Herrn Lauer mit sprudelndem Humor vorgetragenen .sogen. Purim Thorah fand. Das waren genußreiche Stunden, deren baldige Wiederkehr wir aufrichtig wünschen. AuS Westpbalcn theilt man uns mit. daß in Uebereinstimmung des Vereins-Vorstandes mit dem neugewählten Rabb., Sr. Ehrw. Dr. Moses Marx, vorläufig die Synagogen-Gemcinde Recklinghausen als Rabbinatssitz des Vereins bestimmt ist. nachdem das Vorstands- und Repräsentanten-Kollegium der genannten Synagogen-Gemeinde dem Wunsche Ausdruck verliehen hatte, Se. Ehrw. Herr Rabb. Dr. Marx möge dort seinen Wohnsitz nehmen. Derselbe ist inzwischen bereits nach Recklinghausen Lbersiedelt, um somit seine mit Gottes Hülfe recht segensreiche Thätigi feit als Rav für unsere heilige Emunoh, sowie für die j hohen Ziele des Vereins zu beginnen. \ Peiokretscham, 2. Jan. Der hochbetagte Cantor Ealomon Nathan, bei Jung, und Alt als .Der alte Cantor" bekannt, ist nach kurzem Krankenlager im Alter von 81 Jahren verschieden. Von einem großen Trauergefolge wurde der würdige Mann zur letzten Ruhe geleitet. Noch vor einigen Monaten lvar es ihm i vergönnt gewesen, das Fest der goldenen Hochzeit zu feiern, wobei ihm Rabbiner Dr. Münz aus Gleiwitz den Segen ertheilte. Derselbe Rabbiner hat nunmehr dem alten verdienten Beamten die letzte Ehre erwiesen und an seiner Bahre eine ergreifende Grabrede gehlaten. München, tz. Jan. Im Finanzausschuß der ReichSrathkammer berichtete am 3. Januar Nachmittags Herr Reichsrath von Maffei gelegentlich der Behandlung des Justizetats über den Beschluß der Abgeordnetenkammer 1 Antrag Dr. Heim) betr. Anstellung israelitischer Justizbeamter. Der Anschuß beschloß mit allen Stimmen gegen die des Reichsrath Frhrn. von Soden .zur Tagesordnung überzugehen in Anbetracht des Umstandes, daß die Anstellung der Nichterbeamten ein Recht der Krone ist." — Reichsrath Freiherr von Soden hatte vorgeschlagen, dieser Moti virung noch beizufügen .und mit Rücksicht auf die in der Abgeordnetenkammer abgegebenen Erklärungen des Justizministers." — Die Mehrheit beschloß jedoch so. wie bereits angegeben. Tarmstavt. 8. Jan. Das soeben erschienene Budget des Großherzogthums Hessen enthält, unter der Rubrik .Pensionen" folgenden Regierungsvorschlag: .Zur Verbesierung des isr. Religionsunterrichts, besonders auf dem Lande, kann, wenn mehrere Religionsgemeinden sich verpflichten, den Gehalt eines Vollsschullchrers nebst den gesetzlichen Dienstzulägen aus eigenen Mitteln aufzubringen, mit Zustimmung der obersten Schulbehörde der Religionsunterricht einem gemeinschaftlichen Lehrer übertragen werden, der mit den Rechten eines definitiv angestellten Volkschullehrers angestellt werde n k a n n. wenn er den gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich seiner Vorbildung genügt und mindestens Unterrichtsstunden wöchentlich zu ertheilen hat." Ohne die Frage zu erörtern, ob dieser Vorschlag der richtige Weg zur Abhilfe der traurigen Zustände der hessischen Religionslehrer ist, muß dennoch begrüßt werden, daß die Negierung die Notbivendigkeit von Maßnahmen zur Abhilfe erkannt hat. Die Berathung des Antrages Backes wird jedenfalls ergeben, wo in erster Linie mit der Besserung der Hess. Lehrerverhältnisse eingesetzt werden muß. L. Worms. Ich kann Ihnen die erfreuliche Mittheilung machen, daß Justizminister Dittmar dem Votum der I. und ll. Kammer der. hessischen Landstände sich gefügt hat. Heute erhielt der Gerichtsaccessist Dr. Max May von hier sein Dekret als Gerichtsschreiber nach Gießen; die erste Etappe der anzustellenden Juristen. Also der Anfang ist gemacht. Juristischer Beirath dcS .Israelis" Uns«« Kbtnntnim (thallm Miuntfldllidie ««»tunkt i« «Um Stcdit»aRflcl<ftcnt)citcn. «b»nn(mcnt»anUtuRft iH «dL bet* IuUäcr. «udi n>oU« man angrben. «d man die «nkragen brieiUch oder im «lallte beantwortet m haben wünjchl. Tie «nkragen Werden »on einem de den,enden Inritten einLehen» beantwort««. Tie für Rechtsanwälte und genau vorgeschriebe» nn ^4« der igebubrenordnung für deutsche Rechtsanwälte von» lb»7U. Tiefes Blich können sie in jeder Buchdandlung oder Bwuotdek enneden. Iür mündliche und briefliche Audkunfter» tbeilung in der Rechtsanwalt berechtigt *:,* der evtl. Prozeßge-! budrcn zu beamvruchen.! Bricfkastcu der Erpcditfon. «.o.».: Mk.ro.-. Mk.,4.- emyfangen.

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