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Der Israelit · 1902-01-06 · Heft 2 (6.1.1902) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 2 (6.1.1902)
Date
1902-01-06
Page
– (sequence 17)
Language
German
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43. gahrgml-. Zweite Aeikage zu Jß 2 des „Israelit^. Mn NüMtckUttz K VM Zweite Litznng. — Beginn: Donnerstag, AbeudS 4 Uhr. Pincles berichtet über die Lage in Rumänien; sie hat sich insofern gebessert, als die letzten Ernten besser waren. Die Auswanderung dauert immer noch fort, wenn auch nicht in früherem Maße. Man versucht an mehreren Orten die Arbeiter und Handroerler zu organisiren durch Consum- und Arbeitervereine. Redner theilt mit, daß für den Rationalfonds 23000 Fr., die von den früheren Chowewe- Zionvereinen für die.Kolonisation bereit liegen, zur Verfügung stehen. (Beifall.) Der Weltzionistentag ist in Rumänien glänzend verlaufen, und wir haben Hoffnung auf eine doppelt so große Zahl von Schelelzahlern im nächsten Jahre. Bern st ein - Eo Han für Rußland: Die Zahl der Vereine ist von 835 auf 965 gestiegen; eigentlich ist die Zahl der Vereine um 462 gestiegen, aber das Leben der Vereine ist so gestaltet, daß'monatlich eine Welle hinauf- und hinabgeht. Im Durchschnitt entstehen jeden Monat 25 neue Vereine und 8 bis 9 lösen sich auf. Das Leben in den Vereinen ist meistens der materiellen Seite zugewendet; sie beschäftigen sich mit vem Einsammeln von Scheleln, weniger mit dem der Shares. In einer großen Anzahl von Vereinen wird die Kulturarbeit sehr ernst in Angriff genommen. In den letzten Jahren bilden sehr viele Frauen aus den niederen Ständen Vereine, im Ganzen 42 neue. Aber die meisten sind nur Geselliglcitsvereine. Wo Vollsvereine sich bilden, beschäftigen sie sich mit dem Gegenwartsprogramm.- Consum- und Produtivgenossenfchaften werden gegründet, aber nur sind leine leitenden Prinzipien bemerlbar. Im Ganzen sind wir nicht viel vorwärts geschritten, die neuen Gesetze und die HungerSnoth haben sehr viel geschadet. Das hat bei der Realtion, die bemerlbar wird, mitgcwirlt. Ein anderer Redner: Durch die Thatigleit des Altion-lomitee'S ist der Zionismus mehr verflacht als verlieft werden. Die Vereine haben leine positive Thätigleit. sie sind mit Schclel und Altien beschäftigt. Aber die Beschränlung darauf ist ungemein schädlich. Was hat das Altionslomitec für die Sprache, für die Schule gethan? Gar nichts! Wir hören von Vereinen und Scheleln. Nicht rin hebräisches Werl, eine litterarifche Dhat ist unter dem Protektorate des Altionslomitce's geschehen. Ein Delegirter: Der Bericht macht den Eindruck, als ob er zum Fenster hinaus gesprochen wird. Wir möchten auch Bericht haben über die Länder, wo es nicht gut geht. In den Berichten müßten wir mit über den Charakter und den Geist der Bewegung unterrichtet »verden. Die Bewegung ist noch in sehr rohem Stadium, wir wissen noch gar nicht, was wir wollen: in dieser Beziehung sollte das Altions- Komitee als Muster dienen; dann werden die Vereine wi»«en. was sie zu thun haben. Man soll uns ungefärbt unterrichten und nicht zum Fenster hinausredcn. H e r b st über Bulgarien: Die Bulgaren thun das Möglichste, um dem Altionlomiter gegenüber ihre Pflicht zu erfüllen. Von 30000 Juden, unter welchen 6000 Mann sich befinden, wovon 4090 in Armuth leben, sind 2000 Schelelzahler. Wir haben schwer gegen die WohllhLtigleit und gegen die Verleumdung zu kämpfen. Im vorigen Jahre hatten wir eine stark besuchte Konferenz, nicht die Intelligenz hat uns unterstützt; die Christen fordern uns auf, Zionisten zu werden, weil sie sehen, daß der Jude durch den Zionismus zum politischen Vollbürgcr wird. S o l o l o w: In der ersten Hälfte des Jahres stagnirte der Zionismus in Rumänien und hob sich erst wieder in der zweiten Hälfte. Damit dieser Aufschwung weiter fortbestehe ist nothwendig, daß in Rumänien eine neue Organisation für die Zionisten geschaffen werde. Ebenso verlangt K a r p Frieden für die in zwei Lager getheilten rumänischen Zionisten. lieber D e.u 1 s ch l a n d berichtet Dr. K l e e: Deutschland ist zufrieden, aber nur in dem Sinne, daß Wir genug gearbeitet haben, nicht daß wir mit hervorragenden Thaten aufwarten lönnen. In Anbetracht der Gegner, der Schwierigkeiten und der eigenthümlichen Gemüths und Geistesverfassung der deutschen Juden lönnen wir sagen, wir machen langsame, aber stetige Fortschritte und sind zufrieden.- Auch mit dem Aktionslomitee. Was ist das Altionslomitee? Das sind wir. Wenn wir wichtig arbeiten und ihm die Mittel zur Verfügung stellen, so ist das Altionslomitee starl und lrästig. und wir lönnen etwas leisten. (Beifall.) Es ist möglich, daß der Eine oder Andere noch mehr vom Altionslomitee verlangt, aber wir wachsen und machen Erfahrungen. In Deutschland sind wir zufrieden. Unsere Anregungen tverden meistens ausgenommen. Wenn wir unsere Pflicht thun und das Altionslomitee unterstützen, so werden sich unsere Organe weiter ausbauen und immer zufriedener werden. Das; wir zum Fenster hinausreden ist bis zu einem gewinen Grade nöthig. wir wissen, was geleistet worden ist. Tie Redner aus Rußland stellen sich immer auf den Schelelstandpunlt. Sie sind numerisch die Kraft des Zionismus, sie bringen die größten Summen auf. . Aber, meine Herren, ebenso ausschlaggebend ist die intellektuelle Kraft, die die anderen Länder beibringen. <Ho, ho, bei den Russen.) Damit will ich nicht meinen, daß die Abgeordneten aus Rußland weniger intelligent sind. Ich sage nur. die intellektuelle Kraft, die unter schwereren Umständen beigebracht wird, ist ebenso

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