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Der Israelit · 1902-01-02 · Heft 1 (2.1.1902) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
43 (1902)
Issue
Heft 1 (2.1.1902)
Date
1902-01-02
Page
– (sequence 20)
Language
German
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30 durfte den ihr so theuren Patienten nicht ungeduldig i werden lassen. Wieder setzte sie sich zu ihm an das Bett, i nahm seine Hand, streichelte sie und nickte ihm freund-! sich lächelnd zu. Wenn er aber eine Unterhaltung de- . ginnen wollte, dann legte sie bedeutsam zwei Finger ihrer linken Hand auf die eigenen Lippen, wahrend sie j mit ihrer schlanken Rechten den sich zum Sprechen j öffnenden Mund des Onkels deckte und nickte ihm dabei schelmisch zu. I ltnb ber Aranfc ladjdle gfeidjfaffä,'fdücn $ufiicbcn j und glücklich, bis die Augen ihm zusielen. Ob er : schlummerte? ob er träumte? Und wenn er die Augen; wieder öffnete, streichelte sie wieder seine Hand und das ,[ Spiel begann von Neuem. | So verging der Tag, ohne dass der Kranke irgend ein besonderes Verlangen an sie gestellt bätte. Gegen Abend kam der Arzt wieder, fand das Befinden des Kranlen befriedigend und forderte dessen Richte auf, sich zeitig zur Ruhe zu begeben. Jsabella weigerte sich, sie wollte die Pflege des Kranken wenigstens überwachen. Der Arzt erklärte ihr jedoch, dass er das nicht zugeben dürfte, wenn fic die Nachtruhe entbehren würde, könnte sie am Tage nicht frisch sein, und trenn der Kraule Mattigkeit an ihr gewahren sollte, würde ihn das beunruhigen, erregen und könne ihm sehr, sehr schaden. Jsabella musste sich fügen; sie sah ein. der Arzt hatte recht, sie fühlte sich der Ruhe bedürftig, zog sich nicht allzu spät in ihr Zimmer zurück und sehr bald hatte der Schlaf sie übermannt. Wie lange sie geschlafen hatte, wusste'sie selbst nicht. Mitternacht war längst vorüber, als sie durch ein ziemlich lautes Klopfen an ihrer Zimmerthüre geweckt wurde. „Gnädiges Fraulein! gnädiges Fräulein! Der Herr Oberst verlangt dringend nach Ihnen! Ich bitte inständigst —* Sie hatte die Stimme des Arztes erkannt. Hastig sprang sie aus. warf einen Schlafrock über, schlupfte in Pantoffeln und eilte hinaus. Der Doktor hatte vor der Thüre auf sie gewartet. „Verzeihung. Fräulein, dass ich Sie geweckt habe, aber ich durfte Sie nicht schonen. Der Kranke verlangt unablässig nach Ihnen und — ich fürchte — Sie müssen sich auf das Schlimmste gefaßt machen. - Jsabella stieß einen halbunterdrückten Schrei aus; der teilnehmende Mann legte den Arm um ihre Taille, nm sie zu stützen und geleitete sie in das Krankenzimmer — man konnte es bereits Sterbezimmer nennen. Auch Jsabella erkannte auf den ersten Blick, dass es sich nur noch um Minuten handeln konnte. Sie riss sich von dem Arzte los. eilte zum Bett, sank do.rt nieder in die Knie- und bedeckte die eine Hand des Sterbenden mit ihren Küssen und Thränen. Ihr gegenüber, an der anderen Seite des Bettes, stand ihr Vetter, er hielt die andere Hand seines Vaters. „Bella!* stammelte der Sterbende, „liebe Bella!" und ein Blick unsäglicher Liebe traf das nahezu fassungslose Mädchen. Sie hob das thränenumflorte Auge zu ihm empor und rang mit Macht nach Worten. „Onkel, lieber Onkel! — was kann ich für Dich thun?" Da flammte es noch einmal hell auf in den bereits erlöschenden Augen des Sterbenden. „Nimm ihn," lallte er. „werde seine — seine Gattin!" — Und ehe sie sich dessen bewusst war, lag ihre Hand in der ihres Vetters. umschlungen von den zuckenden Fingern des Verscheidenden. „Willst Du. Bella? Willst Du's thun?" «Alles will ich thun! Alles. Onkel! Was Du -willst— nur verlass' mich nicht!" „Dank!" lallte er. „werde glücklich! — glücklich!" Es war sein letztes Wort, aber auf dem bleichen, nun nicht mehr zuckenden Angesicht lagerte der Ausdruck höchster Glückseligkeit. Der Arzt neigte sich über ihn. leise löste er die allmählich erkaltenden Finger von der Hand de» jungen Mädchens. „Es ist vorüber —" (Fortsetzung solgt.s et*, ft « i .et n Für den folgenden Theil ist die Redaction nicht verantwortlich. Uedartta» antrrnimmt airaal« *1nt Vrfifatg ta #rjn« onf die rUurllr ZuverlLsftsNr« der ataa At In fetrfrr 8lnR4t stftdjftt (itla. Bollca, blc '-,r- '-' 9(feilt der Inirrairnanaafemr IN Aei»: für die vlontag»naw«rr, —.-„--- Unser Statt gelangt regelmäßig Vtantag and ponnrrSag in den Abrndliundra |nra Versandt. jjttlaaaUonrn wegen Uede man kn der betreffenden PostanstaU in machen, vffrrien ans Lfelfferannanren werden täglich. mU Ananafeme voi r die rituelle ZuveriLsstoNrU der angevriesenen Uaarea. . Die Defieferr tzadra. t Lnprrisnnaen, ptfrrrnjin «tr. filbft einer Lonirolr ne aaterwerfea. Lonniag Jruh 1) ltbr. fnr die VonnerNag»nnmmer. Mitlwoitz S!ill«| 12 Udr. _ ...- .-»a pi taalt« ClntielTta« M» non SnnSag wetterdesSrdrrt. Harzer KllNllricll^aiigtr Vers, überallhin unt. Garantie deS guten Eintreffens zu jeder IahreSzeit:L.MkL«.--7.50, 10. 12,* 15, 20, 25,130. H.^lLantz, [8910 Beneckenfletn. Harz. 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