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Der Israelit · 1887-12-22 · Heft 99 (22.12.1887) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 99 (22.12.1887)
Date
1887-12-22
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Wresche», 16. Tcz. 0» Bezug auf die Be» uierkuug im „Israelit" Nr. V6. betreffend vtsrb, wo die angebliche Analogie von wpa, 4. B. M. 25, 12, oi» Beweis gebracht wird, ist diese Beweisführung nicht stichhaltig. da das Suffix von wpa den Nominativ bedeutet — der Accufariv wird durch r» ausgedrückt, während in 'ttt'b als Accufatio gebraucht werden soll. — Der ferneren Bemerkung des Herrn Prins bezüglich „KatoweS" stelle ich die vulgäre.Verleitung von ivaicp entgegen. die mit rbon mm* verglichen, nicht ganz zu verwerfen ist. Wenn uiir recht erinnerlich, las ich vor Jahren im „vamagid" eine Erläuterung de» Wortes, das Einsender vom griechischen .jcÖTTteßoz“ ableiten wollte; „KottadoS" soll „Scherz" bedeuten. Heinrich Hausdorsf. (Nachdem, der Red.: Es sind uns eine große Menge angeblicher Erklärungen de» Wortes „5tatowaus" zugegangcn, die uns jedoch sömmtlich nicht zutreffend erscheinen und die wir dcßhalb zu veröffentlichen Anstand genommen haben. Tic im Lbige» mitgctheilte Teurung würde sehr einleuchtend sein, wenn c» wahr wäre, daß da» griechische Wort xÖTTteßoz „Scherz" bedeute. Tem ist aber nicht so; cs ist vielmehr die Bezeichnung eine» bei den alten Kriechen bei Trinkgelagen üblich gewesenen Spieles. Nachdem man den Becher zur größere» Hälfte geleert, schleuderte nran die Steige in ein metallenes Gefäß und nannte dabei den Namen der Geliebten; gab c» dann einen reinen, vollen, hellen Ton, so betrachtete man das als gute» Vorzeichen. Tabci kam es namentlich darauf an, die Neige Weins so geschickt zu schleudern, daß kein Tropfen davon vorbcificl. — Tie Verleitung des griechischen Wortes ist dunkel; die meisten Sprachforscher nehmen an, daß cs von xo.-nw, schlagen, treffen, abzulciten sei. — In der ganzen griechischen Literatur findet sich jedoch kein Beispiel, daß x6xrt;ßos Scherz. Wortspiel oder Derartiges bedeute; cs ist vielmehr immer das oben beschriebene Spiel, das allerdings mannigfache Variationen halte, damit gemeint. — Wir meinen daher, daß das alte Jargonwort nicht aus dem Griechischen stamme, sondern halten die Ableitung au» dem Arabischen mit dem Verfasser des Tischbi für vollkommen zutreffend. —) Bromberg, 15. Tez. Ter russisch-polnische lKbcrläuscr Salomon Salochowitsch ist am 13. Dezember endlich, nachdem derselbe fett de« März 1885 im dortigen Polizeigefängniffe zugebracht, aus demselben entlassen bezw. nach Hamburg dmgirt worden, von wo er weiter nach England befördert werden soll. Bis Hamburg'begleitet ihn ein Ltvtudrrgrr Pslizribesmirr. Daß der Mann, nachdem er beinahe 2*/« Jahre in Haft gehalten, aus seiner Lage befreit worden ist, ist den Bemühungen de» Bankier» Louis Aronsohn in B. ZN verdanken. Ta Rußland den Unglücklichen nicht annchmen wollte, entschloß sich die Bromberger Regierung. ihn über See ziehen zu lassen. Wahrscheinlich wird diese — gelinde gesagt sonderbare — Angelegenheit noch Veranlassung zu einer Interpellation im Landtage geben. Lcsrcrr. - Ungar. Monarchie. Bistritz, Ehanuka 5648. Ein schönes Fest der Menschenfreundlichkeit hat heute der hiesige neugegründete „Malbisch Arumim Vercin gelegentlich dessen Einweihung veranstaltet. Die armen Schulkinder mit Berücksichtigung aller hiesigen Rationalitäten wurden in Anwesenheit eines distinguirten Publikums mit vollständiger Winrerklcidung geradezu luxuriös ausgcstaltet. Tie Feier begann mit einer von Tr. Horowitz gesprochenen Einwcibungsrcde unter Zugrundelegung de» sinnreichen Midrasch: n"t2a 7L721 n"22 rtnp*ro m'r, daß der erste Akt thäliger Menschenliebe Bekleidung der Nackten war und daß Gon selbst die WohUhat zuerst geübt. Tie Rede endete mit einem hebräischen, deutschen und ungarischen Segen. Im Namen des neugcgründetcn Vereins hielt die Vorsteherin, Frau Hermann Brecher, eine warmempsnndcne Rede. Herr Schulinspcctor Tr. Hamas schilderte in schönen Worten den edlen Zweck dieses Vereines auch in patriotischer Beziehung. Ter evangelische Stadtprediger. Herr Earl Weingärtner, sprach bei dieser Gelegenheit im Namen des evangelischen FraurnvereinS. welcher alljährlich eine Sammlung veranstaltet, an welcher der jüdische Wohllhätigkeirssinn besonders hcrvorlrilt, seinen Tank den hiesigen Israeliten ans. Tie jüdischen Knaben erhielten auch neue n'sar prw mir .-rvs. Nach der Kleidervcrthcilnng wurden die beschenkten Kinder bcwirthct und mit „Ehanukageld" beschenkt. Möge der Verein blühen und gedeihen! B. Mosessoh».

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