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Der Israelit · 1887-12-08 · Heft 95 (8.12.1887) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 95 (8.12.1887)
Date
1887-12-08
Page
– (sequence 20)
Language
German
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169t Unierdeß hatte der Hausknecht mit schwerer Mühe die Barricade von der Hausthüre cnlscrnt, so daß die Patrouille mit dem Verwundeten bequem abzichen konnte. Gleich darauf kamen die zwei Elsässer, die auf Wache gewesen waren, um ihre Bagage zu holen. Nach Mitternachl verließen die Franzosen durch das Brückcnthor die Stadt. Als ne das jenseilige Ufer erreicht halten, ließ Prinz R. die hölzerne Brücke, die über den Fluß führte, anzünden. Während die Flammen hoch gen Himmel aufstiegen und die ganze Umgegend beleuchteten, rill der Adjutant des Generals Tettenborn an der Spitze seiner 300 Kosaken durch das Norderthor in die Stadt ein. Sie sprengten durch dieselbe hindurch, dem Feuerscheine folgend. Tie brennende Brücke hielt sie auf. Da ließen sich einige-Kosaken Balten über die vom Feuer schon halb zerstörte Brücke legen und ritten mit ihren Pferdchen hinüber. Sic fanden jedoch nur noch den Neginrentsarzt, der in einer Mühle am jenseitigen Ufer sich ein Frühstück hatte bereiten lassen. Sie nahmen ihm Alles, Uhr, Börse, >l leider, Stiefel und schickten ihn dann in erbarmungswürdigem Zustande — bei zehn Grad Malte — der französischen Hccrcsabthcilung nach. So oft in späteren Jahren die Ehanukahlichter brannten, erzählte Herr L. seinen meistens erst nachher geborenen Kindern von dem großen Wunder, durch das er und die ganze Stadt an jenem Ehanukahabcnde errettet war worden. Tie zwei ältesten Töchter tharen sich dann nicht wenig zu Gute, daß sie das Wunder mitcrlcbt und zu Gott gebetet hatten, „daß sie nicht unter den Wagen kommen möchten," eine Bezeichnung für Errettung aus der großen Gcfchr, die stets im Familienkreise die allgemeine Heiterkeit erregte. Herr L., seine Frau und seine älteste Tochter weilen schon lange nicht mehr unter den Lebenden; die zweite Tochter aber, der Allgütige verlängere ihre Jahre, wird sich wohl noch jener Schreckenszcit und jener wunderbaren Rettung beim Turchlesen dieser Zeilen erinnern. CbanuKaö-Scherze. Tie einst so beliebten Ehamckah-Scherze gingen meistens darauf aus, die Zahl der Edanukab-Lichrer durch ein Wortspiel zu bestimmen. Tiefe Zahl beträgt 44 und zwar 36 die Anzahl der eigentlichen Ehanukah-Lichter. dazu jeden Abend ein Anzünder, im Ganzen s. Das bekannteste Wortspiel ist wohl das der Sidrah von rcen rer i;??) entnommene: 7rx r;e rer (Kaufet uns ein wenig Getreide): statt dessen sagte mau xfe rer „zerbrechet xhf im Zahlenwerthe 86, wovon die Hälfte 43; dazu esc ‘ex, das Wenigste vom Worte bza, das ist das Aleph. gleich eins; also zusammen 44. — Ein ähnliches Scherzwort ist das folgende: Die Kinder einer Schule erbaten am Ehanukahfest einen freien Nachmittag. — Wenn ihr mir. sagte der Lehrer, einen neuen Ehanukah-Scherz auffindet, so will ich euren Wunsch erfüllen. — Sofort rief ein geistreicher .Knabe: ecTca erow-cra ron. „Die Schlinge war zerbrochen, und wir durften entrinnen." Das Wort rs „Schlinge" hat einen Zahlenwerth von 88: die Hälfte davon beträgt 44. Natürlich wurde der freie Nachmittag sofort gewährt. — Mehr witzig als geistreich sind die Wortspiele: „Löb fall in Schnee" und „Maufcheh, zieh den Rock aus." Löb,. r*», hat im Zahlenwerthe 42, und Schnee, *ar heißt 2, zusammen 44; rrr hat den Zahlenwerth von 34», p.*p (Rock), den von 30t; wenn man von 345 die'Zahl 301 fubtrahirt, erhält man 44. Andere Ehanukah-Scherze gehen darauf aus, das Wort roen anzudculen. Hiervon einige Beispiele: W L'572 7r YZäC KTTONT px.1 CJ? V2X Np :ro*jn xser Das in der Thora erwähnte jrxn c? (Volk Des Landes) sind die m *», deren Later also ro. gleich dem Buchstaben r», dazu den' Vater dessen, der die Israeliten in das heilige Land führte — Iosua bin Nun — gleich dem Buchstaben a, dazu das Wort m. so ist roen gefunden. — Ganz ähnlich ist das folgende: : ree-, xsen ro*. crx 72 7r ex xscr re np Was der Vater des Menschengeschlechts, Noach. gefunden, das ist zn, wie es heißt rr *r>e 71 xsenai; verbunden mit w ergibt rcen. Diese Scherze nannte man im Jargon „Kalo wes". Der Ursprung des Wortes ist uns unbekannt; vielleicht kann einer der geehrte» Leser darüber Auskunft ertheilen. Um mit etwas Ernstem zu schließen, mag der nachfolgende rärhselhafte Midrasch hier erwähnt werden. sro cro*n rx ,ru -jo c*ar cer öem nx „Zwei und zwei kanien sie zu Noach — das sind die Tage, an welchen man das ganze Halle! sagt." Ter berühmte Rabbi Schamschon Sstropolle löste das Näthscl: „Zwei", das sind die beiden ersten Tagen des Pcßachsestcs; „und zwei", das sind die beiden Tagen des Wochenfestes; 1x3 hat in der Zahl 9, das sind die neun Tage Suckoth (mit-n*n y"r); ru 7x hat gerade so viel in der wie reen (89), das find die acht Tage Ehamckah. — BrranrnwnNch« Stebaaion: Dr. gc^aann in Mainz. — Expedition de« .ILrarlirxroße Ulrich« St.45. Drn«k nnk Calag von Cccnt Lehmann in Mainz.

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