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Der Israelit · 1887-12-08 · Heft 95 (8.12.1887) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 95 (8.12.1887)
Date
1887-12-08
Page
– (sequence 17)
Language
German
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mm k? 2*V<foV .#< für dasÄ^ WL^ sMüJlk «^KsK“ 8. D-z.Z ■w.t.w«qBj mir Ein Ehannirah-Abend. Slfp^ « war im Sxärhcrbst des Jahres 1813. itzzf Am 1S- Oktober war die Schlacht bei Leipzig geschlagen; der große -.*$CSä!Korsische Imperator war besiegt, und unendlicher Jubel durchzog das dahin in seiner tiefsten Eruicdrigung schmachtende Tcutschland. ’2vjßc~ Ueberall im Lande wurden ^reudcnseuer angezündct, und die Städte veranstalteten prachtvolle Illuminationen. Auch das Städtchen 2*. erstrahlte im hellsten Lichterglanzc. Transparente mit Bildern und Sinusprüchcn verkündeten die Freude der Bewohner. Ein Transparent des jüdischen Kaufmanns L. erregte ganz besonderes Aufsehen. Aus der einen Seite zeigte dasselbe sieben magere, häßliche Kühe und darunter stand zu lesen: „So war die Vergangenheit." Aus der anderen Seile prangten sieben fette, schöne Kühe und unter ihnen standen die Worte: „Ein Bild unserer Zukunft." Man hatte zu früh gcjubclt. Französische Hecresabthcilungen waren noch überall im Lande zerstreut, und eine solche, aus mehr als 5000 Mann bestehend, kam unter Anführung des Prinzen R. nach D. Ter französische Genera! war mi höchsten Grade erzürnt über die Bewohner der Stadl. Bald verbreitere sich das Gerücht, daß der General befohlen habe, in der darauffolgenden Nacht die Stadt zu plündern und sie dann an allen Enden anzuzünden. Tie Bewohner von V. verbrachten den Tag in der größten Angst. Der Magistrat und die Bürgerältcstcn begaben sich zu dem Prinzen, um für die Sradr Gnade zu erbitten und sich bereit zu erklären, die höchstmögliche Eontribmion zu erlegen. Der General ließ sie gar nicht vor sich kommen. Ter Kaufmann L., dessen wir vorhin erwähnten. Hane noch mehr Ursache sich zu ängstigen als alle Anderen. Seine Frau hatte ihm vor wenigen Tagen ein Töchterlein geboren; außerdem hatte er noch zwei Töchter im zarten Kindcsalter. Wohin sollte er, mitten im Winter, bei zehn Grad Kälte und einem schrecklichen Nordostwinde, mit seiner kranken Frau und seinen kleinen Kindern entfliehend Soeben war ihm berichtet worden, daß der Genera! die Väter der Stadt gar nicht empfangen habe. In seiner Verzweiflung beschloß er zu versuchen, was jenen urißlungen war. Tie verwittwcte Frau Hauptmann K.. in deren palastähnlichcm Hause der französische General mit seinem Stabe cinquartierr war, gehörte zu seinen Kunden; vielleicht würde, sie ihm Audienz bei dem Prinzen verschaffen. Während er noch darüber nachdachte, hörte er von der Straße her schwere Seufzer ertönen. Er ging hinaus und sah einen verwundeten französischen Soldaten auf der. Sttaße liegen. Derselbe war auf dem Marsche marode geworden und zurückgeblieben. In der Gegend umherstreisende Kosaken hatten ihn ausgeplündert, verwundet und auf der Landstraße liegen lassen. Lange hatte er bewußtlos gelegen; endlich war er erwacht und hatte sich urühsam in die Stadt geschleppt. Ter mitleidige jüdische Kaufmann ließ sofort den Unglücklichen in sein Haus tragen, zu Bette bringen und den Feldschcer hcrbeiholen. Nach-

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