Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 94 (5.12.1887)
- Date
- 1887-12-05
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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gegen die Israeliten gerichtete Maßnahmen zu ergreifen. Eine einheitliche und einige Gefammtheir mit nur wenigen Führern wird dann im Stande icin, den Kampf mir den Bedrückern aufzunehmen, während jetzt dieselbe Grsammthcil machtlos und unthärig ist, weil sie sich getrennt und vereinzelt weiß. (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspoudenzeu. Deutschland. ■ Frankfurt a. M. Dem fünften Iahresbe- - richt des isr. Hilfsvercins (Vereins Zur Beschränkung «1 des Wanderdenels) in Frankfurt am Main entj ] nehmen wir: Wenn wir erwägen, daß es den Bestrebungen j j unseres Vereins gelungen ist, dcu Hausbcttcl seitens! j durchreisender jüdischer Armen erheblich zu bc-! j schränken, ja nahezu zu beseitigen, eine Erleichlernng,! H die unsere Mitglieder wohl zu schätzen wiffen; wenn wir ferner erwägen, daß wir den zahlreichen Petenten, die sich au uns wenden, je nach Bedarf und Würdigkeit, die Unterstützung gewähren, ohne welche Viele dieser Hilfslosen dem Mangel und Elend preisgcgcbcn wären, so können wir nur sehr bedauern, daß nicht weitaus der größte Theil unserer : hiesigen, von mildthätigem sinne erfüllten ÄlaujM bensgcnossen, die doch alle gleichmäßig an einer gcordneten Armenpflege betheiligt sind, unserem Ver-!!^ eine als Mitglieder beigeireten sind und^ihm ihre werkchätigc Unterstützung angcdcihcn lasten. Wir hegen daher die Zuversicht, daß diese Zeilen, wo immer sie gelesen werden, dazu beitragen mögen,!für unser gemeinnütziges streben Jiitcrenc zu er-! l wecken und daffclbe in immer weitere Kreise dringen! -j zu lasten. jJ j Tie Unterstützung und Weiterbeförderung der p Wanderbettlcr und sonstiger nothlcidender Glaubensgenossen, welche unsere Stadt unter verschiedenen m Vcrhälmissen und Anlänen besuchen, nahm auch im venloilencn Jahre unsere Thäligkcit in hcrvor-!: ragender Weise in Anspruch, und wurde für diese Zwecke der größte Theil der eingegangeucn rcgcl- | mäßigen Mitglicder-Bcirräge ausgewandt.; In der Zahl der unsere Hilfe in Anspruch ' I .. nehmenden Armen von auswärts hat kerne crhcbij ' ■ liche Äbnahme ftangcmndcn. Berücksichtigen wir keit hinstellen, daß eine merkliche Zunahme in der Anzahl solcher Petenten nicht wahrnehmbar ist. Unsere Bemühungen. auswärtige Gemeinden und Vereine zur lhäligcn Mitwirkung herbeizuziehen, waren von keinem befriedigenden Resultate begleitet, und haben wir nicht das erwartete Entgegenkommen in dieser Beziehung gefunden. Es wäre, nach unserer unmaßgeblichen Ansicht, eine verdienstvolle Aufgabe der jüdischen Presse und Gemeinde-Organe für das Zustandekommen eines größeren Verbändezu wirken, dessen Aufgabe es sein sollte, zur Bekämpfung und Beschränkung des WanderbettelS einheitlich: und wirksame Maßregeln zu ergreifen. Es verleiht uns ein Gefühl der Beruhigung, daß die Ausweisungen an Zahl und Schärfe bedeutend uachgelasteu haben. Dennoch meldeten sich im Lause des Gefchäftsjahrcs eine Anzahl (40 Parteien, 86 Personen) Ausgcwiesener, die von uns unterstützt worden find. Für diese Zwecke erhielten wir von derselben Stelle, wie in vorhergehenden Jahrgängen, materielle Unterstützung, wofür wir hier unseren Dank öffentlich aussprcchen. Die früher ftatrgehabten Masscnausweisungea hatten neben der nnmittelbaren Roth mißliche Zustände von weiltragendstcr Wirkung in ihrem Gefolge, über die za berichten wir nicht unterlasse» können. Eine große Anzahl dieser unfreiwilligen Auswanderer, Männer, Frauen und Kinder, hatten sich im Laufe der Zeit in England angchäuft, in der Erwartung, von dort weiter über See befördert zu werden. Bot es zuerst den maßgebenden Stellen in England beinahe unüberwindliche Schwierigkeiten, die in so großen Mengen zuströmende» Auswanderer mit dem Unentbehrlichsten zu versehen und ihnen die Mincl zur Seereise zu verschaffen, so war die Verpflegung und Unterbringung dieser Haufen ungeschälter, unverwendbarer Kräfte in Amerika zur Unmöglichkeit geworden. Tie von dem Rcwyorkcr Eomite zum Schutze cingcwandertcr russischer Juden gegründete» Ackerbau-Eolonien darren nur geringen Erfolg; die sladt Rewyork selbst war angcfüllr mit unzähligen armen hilflosen Menschen, und die aufopferndste Thätigkcil von Seiten der Eomitö-Mitglicder konnte diesen Zuständen gegenüber kaum Ersprießliches leisten. Wollre man die Roth der Einwanderer nicht unnöthiger Weise verlängern, ja noch mehr vei> größern, so stand kein anderer Ausweg offen, als dieselben wieder in ihre Hcimath znrückzusenden,. .... jedoch die mißlichen Vcrhälrnme, welche in den letzten Jahren, namentlich in den östlichen Provinzen und Ländern obwalteten, so dürfen wir cs immerhin als einen Erfolg unserer Vereinschätig-