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Der Israelit · 1887-12-01 · Heft 93 (1.12.1887) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 93 (1.12.1887)
Date
1887-12-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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pofantcn Crganifalion unterstützt, die Lösung der rumäuischcu „Judcnfrage" in politischer Beziehung mindestens in derselben Zeit, sicher aber wirksamer, als cs durch das Ausland im Berliner Vertrage J878 geschehen, berbeigeführt haben. Crinr bezügliche Aktion im Lande selbst, hätte nicht nur die (Eitelkeit und die Selbsteingenommenheir der Machthaber geschont und die dnich daS osfizicüc Eingreifen des Ausländes nur noch mehr aufgcsrachclte Hartnäckigkeit derselben verhindert, sic wäre auch der Entstehungsgeschichte der rumänischen „Judensragc" entsprechend und die Lösung auf demselben Wege viel natürlicher gewesen. Zeitungsnachrichten und Correspondenzeu. Deutschland. Aus Tberhesscn. „Je extensiver das politische Leben, je intensiver das Kulturleben, desto „weniger vermag der Einzelne ohne Stütze etwas zu „leisten, darum findet Vereinigung statt. Wenn im „lepren Jahrzehnt sich eine Hochstuth von Vereinen „bemerkbar gemacht hat, so ist dieses ein Zeichen „der Zeit. Ohne Vereine können wir jetzt nicht „mehr cristircn, sic sind eine nothwcndigc gcscllschaft- „lichc nnd staatliche Einrichtung. Eine gesunde Ent- „wicklung der Kultur ist ohne Vereine nicht möglich. „Es gibt die verschiedenartigsten Vereine. Wir unterscheiden besonders erstens rvirthschaftliche nnd zwei- „tcns Berufsvcrcinc. Zu den lebten Vereinen gehört „der Lchrcrvcrekn. Er ist ein hochwichtiges Glied „der Gesellschaft und des Staatsganzen. Ter Fort- „schritt in der Entwicklung der Lehrerbildung bedingt „den Lchrervcrcin. Der Lcbrcr hat einen schwicri- „gcn, dornenvollen Berus und bedarf dcstbalb der „Stütze. Tic findet er im Vereine." — Wit diese» Worten kcnnzcichnetc vor Kurzem ein preußischer Regierungspräsident die Bedeutung der Lchrcrvercine. Auch in Obchcssen sängt endlich unter der jüdischen Lehrcrwelt das Vcrcinslcbcn zu blühen au. Vorige Woche, Donnerstag, den 17. Aovcmber, fand in Gießen, East- Ebel, eine äußerst zahlreich besuchte Versammlung israelitischer Lehrer Obcrhcsscns statt, zwecks Gründung eines „Israelitischen Lehrervcrcins der Provinz Obcrhcsscn.". Die Initiative hierzu war hauptsächlich von Herrn Lehrer Ehrmann-Fricdbcrg ausgcgangeu. Der Verein wurde cndgiltig constituirt und die von Ehrmann-Jriedbcrg vorgelcgtcn Statuten e» dloc angenommen. Im K. 2 der Statuten wird der Zwrck des Vereins in folgenden Worten präsicirt: „Hebung und Entwickelung deS jüdischen Rc- „ligionsunterrichtS, pädagogische und methodische „Fortbildung seiner Mitglieder, Verbreitung der „Kenntnisse jüdischer Literatur und Kulturgeschichte, „Verbesserung der sozialen Lage feiner Mitglieder „auf möglichst (?) legalem Wege." Als provisorischer Vorstand wurden die Herren Wcnheimer-Hcldcnbcrgen. Ehrmann-Friedberg, als Schriftführer Strauß-Echzell gewählt. Eine ausführlichere Darstellung der Verhandlungen der Eon« fcrcnz wird demnächst in der „pädagogischen Beilage des Israelit" erscheinen. Tie nächste Eonferenz findet im April des nächsten Jahres statt unn wäre cs sehr wnnschcnswcrth, wenn bis dahin auch in unseren Nachbarprovinzen Starkenburg und Rheinhcssen geeignete Schritte zu Eonstituirung von Provinziollehrcrvcrcincn geschehen würden. Man darf dieses neue Leben, welches in den jüdischen Lehrcrkrciscn Oberhessens pulsirt, sowie deren Destrcbungcn mit wahrer Freude und warmem Interesse begrüßen, da es der Wirksamkeit des besagten Vereins hoffentlich rech! bald gelingt, viele traurige, kn den dortigen Lchrcrvcrhällnisscn cingcnisteteMißständc dauernd zu beseitigen. An dem Vereine selbst möge aber das Wort unserer Weisen s. A. in Erfüllung gehen: reis c'sy nrr& mo» >2 c?a-6. —ß Frankfurt a. M Ter israelitische Hilfsvcrcin (Verein zur Beschränkung des WandcrbettelS) versendet seinen 5. Jahresbericht. Tie Zahl der Milglicder beträgt 303; sie zahlten etwa 9000 M. Beiträge. Tic dem Vereine zugegangcncn Geschenke beliefen sich auf 6600 M. Aus dem AlmosenfondS wurden 1645 Personen (gegen 1778 im Vorjahr) mit 6806 M. (gegen 8548 M.) unterstützt und befördert. Ter Spczialfonds verausgabte für dringende hiesige Fälle 11,118 M. Der Verein hat auch die allmonatliche Vcrtheilung seitens des Rosch- Ehodcsch-Vcrcins unter seine Kontrole genouimen, letzterer zählt etwa 190 Mitglieder und verthcitt monatlich ungefähr 600 M. Frankfurt a. M. Tic Stiftung für gebrechliche nnd verwahrloste israelitische Kinder erhielt vom 31. Oktober 188«: bis dahin 1887 an Geschenken M. 7291, au Jahresbeiträgen M. 400. Die Gabe der Baronin M. E. von Rothschild in Höhe von M. 5000 wurde im Sinne der Spenderin dem Kapilalsonds zugcwiescn, der nunmehr M. 13,000 beträgt. Die Ausgaben beliefen sich für 17 Kinder auf Ä. 2494. Die Anforderungen konnten nur in kleinstem Maße befriedigt werden.

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