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Der Israelit · 1887-11-28 · Heft 92 (28.11.1887) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 92 (28.11.1887)
Date
1887-11-28
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1642 Zeitungsvachrichte« nnb Correspoudeuzeu. Deutschland. Berlin, 23. Nov. Es dürfte von allgemeinem Jnterefle sein, zu erfahren, daß endlich dem vielfachen hier gefühlten Bedürfnis nach einer mit Antiquariat verbundenen hebräischen Buchhandlung abgeholfen ist. Herr Ph. Deutsch, selber ein bedeutender Kenner des hebräischen und rabbinischen Schriftthums, hat hier in der Klosterstraße 15 eine solche Buchhandlung eröffnet, und es wäre zu wünschen, daß sein Unternehmen, für das er mit den bedeutendsten Verlagsbuchhandlungen in Verbindung getreten ist, allseitige Unterstützung finde. Dillich, 22. November. Am vergangenen Nosch Ehodcsch Kislew feierten Herr Joseph Kay und denen LEhesrau das Fest der goldncn Hochzeit. Herr Lehrer M. Lion aus Frielendorf hielt eine ergrifeuve Rede und rührte alle Anwesenden bis zuThränen, als er die schwarzen und die heiteren Loose dieser wohlverlcbten fünfzigjährigen Ehe schilderte. —Herr Joseph Katz, ein geachteter, braver Geschäftsmann und Jchudi im besten Sinne des Wortes, verficht schon länger als 39 Jahre das Amt eines Vorbeters und xpin unentgeltlich; er und seine edle Gattin zeichnen sich stets durch Werke der Liebe undWohlthätigkeit au?. Tie Theilnahme am Feste war eine allgemeine und trugen namentlich die Enkelkinder des Jubelpaares durch humoristische und poetische Vorträge zur Hebung der festlichen Stimmung bei. Möge den rüstigen Jubilarcn ein heiterer Lebensabend vergönnt sein! — Spanien. Madrid, 14. Nov. Tie „Gaceta," von Toledo meldet: „Seit wenigen Tagen befindet sich in unserer Mitte in Begleitung des türkischen Gesandten in Madrid die von Sr. Majestät dem Sultan nach Spanien geschickte wissenschaftliche Mission, um hier die arabischen Manuscripte und andere bcmcrkenswerlhe Monumente zu studircn, welche die arabische Zivilisation unter uns zurückgelapen hat. Diese Mission besteht aus den zwei Gelehrten. Schcikh Mohamed Ebigiri Effendi aus Medina und Ali Enendi auS Tunis. Beide sind uns herzlich willkommen und dürfen sie auch darauf rechnen, daß sic hier jede nur gewünschte Unterstützung finden werden." (Leider scheinen die jüdischen winenschafllichen und Forschungsvercinc den ihnen vor einiger Zeit vom .Lsraclit" in Betreff dieser Mission crtheilren Wink nicht gehörig beachtet zu haben.) — Da wir non eben von der Stadt Toledo sprachen, so wollen wir sogleich bemerken, daß der Name dieser Stadt, so sonderbar dies auch Manchem scheinen mag, ein rein hebräischer oder eigentlich phonicifcher ist. Toledo wurde nämlich von den m badix angesiedclten Phöniziern gegründet, welche ihre neue Schöpfung: Eoloriic (rn^n) nannten. Die Römer nannten dann diese Stadt: Toletum und die Araber: Tuleitulah (rbv'b'v). Auch der Name der eben erwähnten Stadt Eadix, die gleichfalls von den Phöniziern gegründet wurde, ist ein rein hebräischer, da er ursprünglich Gadcs (sn:, Hütte) lautete; aus welchem dann die Spanier Eadix gemacht haben. Bis zum Jahre 1493 existirte in Toledo eine blühende, jüdische Gemeinde, von der noch eine Synagoge, ein herrlicher und prachtvoller Bau, vorhanden ist. Jndcß erinnern auch einige noch vorhandene profane Bauten in dieser Stadt an das ehemalige dort bestandene Judenvicrtel. Auch das noch heute in Toledo und Umgebung sehr verbreitete Schimpfwort: meineireke (n£~« -,2r«), wie nicht minder der Name drs dortigen Gäßchens: caUejeäe las azacenas (Roserrgäßchen) erinnern uns noch ungemein an den einstigen Aufenthalt der Juden in dieser Stadt» da das Wort: azucen» eigentlich das hebräische: (die Rose) ist, aus welchem die Araber dann: Esch-Schuschena und die Spanier: azuceua gemacht haben. Italien. Venedig, 29. Nov. Der in dem uns benachbarten Städtchen Eonegliano etablirte österreichische Kaufmann und Geldwechsler Abraham Pollak wuxde gestern, am Sabbat, fünf Uhr Abends, als er in seinem Bürcau saß und schrieb, von Räubern Überfällen und abgeschlachtet. Die Räuber erbrachen dann noch die eiserne Kaste und leerten sie vollständig ans. Der Ermordete Unterläßt eine Frau und vier Kinder. Man hegt den Verdacht, daß anarchistische Arbeiter diesen'Mord begangen haben, um dann die vorhandenen Werthpapiere und das Geld für Percinszwecke rauben zu können. Nähere Tctails fehlen noch. Wochen - Kalender. Freitag. 2. Drz.. 16. AiSlr». Samstag» 3. r«j., 17. Äiäle» nhr» Montag. 5. Tt}.. 19. ftiiltzo r.Txr. Saddar-Ausgang 4 Uhr 55 Mi». (Mainz» Uhr).

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