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Der Israelit · 1887-11-24 · Heft 91 (24.11.1887) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 91 (24.11.1887)
Date
1887-11-24
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1625 Pression brr Präfekten „gewählt" werben, so baß m der That, außer 5—6 Mitgliedern, bie ber „konservativen" Opposition angehören, beide Kammern säst völlig ans der Negierung mehr ober weniger ergebenen, von ihr nach vorherigem Einverständniß ernannten Männern bestehen. Eine wirkliche Opposition kann also nur von den 5—6 Konservativen ansgchen, die sich unter den 150 sogenannten „Liberalen" der Regierung verlieren, wie cbcnsoviele Tropfen im Meere. Jedes andere Okpouiren ist nur ein scheinbares, eine von der Regierung selbst hergesicllte Spiegelfechterei, thcils um die Welt glauben zu machen, daß in Rumänien ein wirklicher Parlamentarismus herrscht, welcher Ausdruck fortgeschrittener Bildung sein soll, thcils um sich selbst entlasten zu können, wenn sie etwas dem Auslände nicht recht machen will. Man kann demnach nicht von einem Stand der Tinge und von agitatorischen Zwecken im Bolkc reden, denn cs liegt nur in dem guten Willen und in der Macht der Negierung alle Tinge nach ihrem Belieben her- Mellen und Zu andern: ein Wink von ihr und — die Kammern beschließen oder beschließen nicht. Wasnükt jedoch der schönste Kammerbcschluß, wenn wiederum die Negierung ihn nachher nicht ansführt und demnach sich selbst inkonsequent ist * 2o feindlich der neue SM. 7 gegen die Erlangung der bürgerlichen und politischen Rechte abgefaßt ist, könnten dennoch Tausende dieselben erlangen, denn so absurd die darin ausgestellten Forderungen sind, gibt es auch Leute, die ihnen genügen können. Wenn ihnen aber die Rechte nicht bewilligt werden, so ist cs entweder darum, weil die Regierung nicht gcwinlt hat sie zu gewähren, oder weil sic gewinkt hat, sic nicht zu gewähren. Allemal ist die Regierung dahinter zu sticken, die wie gesagt, mit den Kammern völlig identisch ist, weil nicht die Regierung von den Kammern, sonder» diese von der Regierung abhängcn. Rach den bekannten Gesinnungenwelche diese gegen die Fremden hegt, kann u:an nun bcutthcilcn, was es mit einer neuen Revision des neuen All. 7, namentlich was cs mit der regierungsseitigen A u ssührung derselben in praxi ans sich hat. In Rumänien gibt cs der besten Geseke, wie anderwärts, mehr als genug — blos ausgcsührt werden sie nicht oder verkehrt und was speziell die „Iudcnsrage" anberrim, ist zu beachten, daß sie auch eine Bcrcicherungssrage ist, nicht für die Juden, sondern für die Regierer aller Kategorien. — Ter „Monirorul Osncial" publieirt nach wie vor die Tanksagungcn der Ministerien für zu verschiedenen Zwecken gemachte „Osscrandcn" (Spenden». Ich entnehme; einer Nummer desselben nicht weniger als neun solcher „Tanke, danke", sämmtlich an Israeliten gerichtet und allein vom Unterrichtsministerium herrührend. Darunter befindet sich sogar eine Danksagung, die mag spotten, wer will — gegeben wird, für eine Spende von ... . fünf Franks zur Bezahlung der Musik bei der Prämienvcrtheilung an die .Kinder der Stadtschule in Kurdujeni! Ein anderer „Jude" hat für scchszehn Franks die Prämienbücher selbst den Kindern der Stadtschule Drakscham gekauft! So geht es in bunter Reihe fort; ge n o m m en wird auch die geringste Gabe, gegeben wird auch nicht das geringste Recht. — Wozu Rumänien die bisherigen fremden Schutzgcnossen so dringend nöthig hat, sagt „Rcsboinl" in einer seiner Nummern: *1) Ihn zu bewirken, daß wie alle junge Leute, die im Lande geboren oder daselbst definitiv etablirt sind (!) auch sie die Militärdienst-Pflicht (?) erfüllen; 2. um das Effektiv des Heeres zu erhöhen, und zwar soffen 15—20,000 Mann dadurch frisch hinzukommen (es fragt sich blos. wo man das viele Geld nehmen wird, um diese zu erhalten!»; 3. um der Einwanderung (VI) der Juden in Rumänien ein Ziel zu setzen und gleichzeitig damit die im Lande schon befindlichen gezwungen sein sollen aukzuwandern, wenn sie sich dem Militärdienst nicht werden unterwerfen wollen." Das ist die ganze politische Weisheit in Rumänien. Ich habe eine Weile angesangcn mir eiuzurcden, daß die Regierung die Suditcukouveulion daruni abgeschlossen hat, um durch Rckrutirung zum Militär die Suditcn dem Lande zu „assimiliren," und sie dann den Bürgern glcichzustcllen. Tenn ohne Zweifel ist nach der rumänischen Schule,, welche die Suditen zuerst genossen, das Militär ein ausgezeichnetes Assimilanonsmittcl. Ich habe mich jedoch einmal geirrt: Rumänien thut nichts mit guter Gesinnung, sondern nur a»S Ehikane und Kleinlichkeit! — Etwas Neues von der Zeitung „Unirca." An einer Nachricht von der Tödtung des (rnmänischcn) Räubers Ilie Fodor durch Gcnsd'armcn in Ungarn knüpft sie die Bemerkung: „Dieser Rumäne hat viele Jahre hindurch in drei Komitaten Ungarns den Ungarn und Juden Grausen cingcjagt. Er hielt dafür, daß das Räuberthum die beste (!,» Lösung ist, welche man . in „diesen Zeiten" (19. Jahrhundert!) der „nationalen Frage" zu geben habe. Und vielleicht war er nicht im Irrthum!" Mft Rücksicht daraus, daß das zur Regierung stehende „liberale" Blatt „Unirca" schon in Vornummern die rumänischen Bauern zur Ermordung der Juden aushetzt, wird sie, wenn sic so wcitcrgcht, in Kürze dazu gelangen, sich ihren Namen „Einigkeit" (!) in „Rumänische Straßcnräuber- und Mörderzeituug"

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