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Der Israelit · 1887-11-21 · Heft 90 (21.11.1887) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 90 (21.11.1887)
Date
1887-11-21
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1610 London. In einer weiteren Versammlung stiilrr Vorütz des Herrn Samuel Moutagu über die Vereinigung der verschiedenen Ehewros wurde unter anderm beschlossen, dahin zu wirken, daß für dieselben ein besonderer 7-; angestellt werde, welcher über alle religiöseir Angelegenheiten dieser Vereine zu entscheiden habe, das; das zu erwählende Eomitü derselben bei dem Schechita-Board, dem Board of Tepntics und Board of (Guardians seine Vertretung finde. Es werden über diesen wichtigen Gegenstand noch weitere Verhandlungen stattfinden. Rußland. Odessa. Auf eine Airfrage des Eurators des Ldcffaer Lehrbezirks, ob Personen mosaischer Eonsession die nrurusüiche llnivcrsität als freie Zuhörer besuchen dürferr, ist. wie die „8t. Petcrsd. Wed." erfahren, vom Tevanement des Ministerium» der Volksausklärung die Erklärung erfolgt, das; die Verfügung noin 1. Juli d. I. über die Beschränfu»a der Aufnahme jüdischer Studenten in die Odcstaer Universität auch auf die freien Zuhörer mosaischer Eonsession auszudehuen fei. Ter „Times" zufolge werden durch die Ausweisung der Juden aus Tiflis uuoo Personen betroffen : Diese grausame Maßregel soll in Kürze auf den ganzen Kaukasus ausgedehnt werden. Marokko. Tanger int Rovcmbcr. War das ein echt trauriger und düsterer Tag für uns. als die Rachricht ans Mekinez hier einttat, das; unser Herrscher Sultan Sidi Mulen Hassan in dieser Stadt ans dem Krankenbette liege und nun langsam seiner Auflösung cntgcgcugehe. Schrecken ergriff nun die hier wohnenden Juden itnb Ehristen, da zu befürchtet! stand, daß gleich nach dem Hinscheiden Mulev Haffan's sowohl hier, wie im ganzen marokkanischen tlleicke Unruhen ausbrechen und werden dann die fanatischen Bewohner desselben die politischen Wirren zugleich auch dazu benützen, um sich auf die Europäer, zu denen hierzulande auch die Jude» gezählt werden, da sie doch eigentlich aus Spanier» herüber kamen, zn stürzen, und sie abzuschlachten oder wenigstens ausznplündcrn und so Handel und Wandet hier ans Jahre hinaus brach zu legen. Zwar haben wir hier in Tanger fclbft eigentlich wenig zn fürchten, da wir wisieu, daß gleich bei der geringsten Aufregung hier die Kriegsschiffe der europäischen Leesiaateu. wie die Schwalben hierher zu fliegen kommen würden, um durch den Mund ihrer Kanonen die Fanatiker zur Vernunft zu bringen. Auch befindet sich hier ja eine Kasbach (EastelN, in dem du Luvend Kanonen jeden Augenblick bereit sieht, unsere Stadt mit einem Kugelregen zu überschütten, falls ein Aufruhr hier entstünde. Ader dennoch war auch hier die Angst sehr groß, weil zahlreiche Familien nuferer. Stadt noch eben in den Lomutcrfrischerr in nuferer Umgebung weilten, und befürchtete man daher, denselben könnte für den Fall von Unruhen der Rückweg hiehcr gänzlich abgeschnitten werden. Tie hier residircuden fremden Vertreter erließen deshalb sogleich einen Aufruf an alle ihre außerhalb der Stadt wohnenden Schutzbefohlenen, mwerzüglich hicher zurückzukehren und wurde zugleich auch den Ehristen und Juden hier strengsten» untersagt, nach Eonnemmtergang die Stadt nach der Landseile hin zu verlassen. Bald nachher erblickten wir auch schon die Rauchwolke» der europäischen Kriegsschiffe am ferrreu Horizont, die alle zn unserem Schutze hichcr geeilt waren. Es waren dies englische, spanische, französische und italienische Schiffe. Vor Freude hätten wir gerne die Besatzungen dsiscr Schiffe an unser Herz gedrückt; wissen wir doch, daß fasi sä'.nultliche Herrscher Europa», zu denen ich heute auch den Präsidenten der französischen Republik zählen will, ebenso wenig den Inden, rvic den Ehristen hier ein Haar krümmen lassen würden. Wir waren daher hier in vollster Sicherheit und zitterten mir noch, da n:2 n: hör* rr, für unsere GlaubcnSbrüder in den übrige» Srödtc» des Landes, so in Fez, Mekinez. Marokko?c., die gänzlich der Willkür einer wilden und fanatischen Bevölkerung überlasten waren. L'T2 7* 12227 sr: c*i:r2 7-r 7re. Wir erhoben daher unsere Hände dankbar zu Gott, dem uralten Schutzherrn Israels, und crfiehtcn von ihrn vor Allem die baldige Genesung des Sultans r~z .722 nr», unter dessen Schatten wir, wenn auch nicht besonders glücklich und geehrt, so doch wenigstens relativ sicher leben, und dann des Allmächtigen Schutz für uns und alle unsere im marokkanischen Reiche lebenden Glaubensgenosse». In allen Städte» Marokko», von Tanger im Rordcn bi» Akka im Süden und von Raddat im Westen bi» Udfchda im Osten wurde nun in allen Synagogen Thillim (Psalmen) gesagt. wobei auch zahlreiche Thränen stoffen. Wußten wir doch, daß an dem Ledcnsfaden Mulcy Hastan» auch das Leben und das Glück Taufender innerer Brüder, deren Frauen und Kinder hing. Es erfüllte sich jedoch auch diesmal die Verheißung Mosis '~2-;zrz c? 722 72 772» denn nicht nur fiel c» keinem Fanatiker ein, feine Hand auf uns zu legest, sondern auch Mulcy Hastan genas M

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