Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 89 (17.11.1887)
- Date
- 1887-11-17
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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24 ler wird der Abhang, der nun ans festem nnd lockerem Gestein gebildet wird. Anf einem seitlichen Ausläufer bemerkt man rohe Mauern. Sie dienen dem Kleinvieh, welches den Berg im Frühjahr ab weidet, als Zuflucht. Wahrscheinlich ist es eine alte Ortslage, chirbet s-zcda nannte man mir den Platz. Ueber demselben liegt ein kleines dichtes Wäldchen von Feigenbäumen. Kein Sonnenstrahl kann es dnrchdringen. In seinem Herzen fliesst eine spärliche Quelle mit trefflichem Trinkwasser, wodurch der Schluss anf eine alte Ortslage in ihrer Nähe nur bestätigt werden kann. Die Quelle heisst, den Ruinen entsprechend, ain es-szrcda. Etliche verwilderte Oel- und Mandelbäume lassen ebenfalls, auf ehemalige Cultur schliessen. Steineichen und Chamibbäume bekleiden den obersten Thefl des Abhangs. Oben stehen wir auf einem engen, aber von West nach Ost lang sich ausstreckenden Plateau, welches allmählich in das Hochland des Dseholan übergeht. Die unförmigen Steine und Geröllhaufc-n, welche sich auf demselben befinden, dürften von menschlichen Niederlassungen herrökren. Unzweifelhafte Spuren treten freilich nicht zu Tage. (Fortsetzung folgt) Notizen. Von Tiberias wird berichtet, dass Dr. Turutz, der seit anderthalb Jahren dort ansässig ist, immer deutlicher erkennen lässt, dass er ein treuer Bote der Mission ist Seit Kurzem wirft er seine Netze auch nach den jüdischen Mädchen aus, indem er in Tiberias eine grosse Mädchenschule eröffnete, um sie in Handarbeit und fremden Sprachen unterrichten zu lassen. Den hohen Miethspreis für das Schullokal hat Turutz auf drei Jahre voraus bezahlt. (Die Missions-Gesellschaft hat eben Geld in Hülle und Fülle.) Um nun der drohenden Gefahr zn begegnen, veranstalteten die Aschkenasim eine Gemeindeversammlung unter Vorsitz des Herrn Rabbiner 2“2 nnSCS "‘eich’ Letzterer dann selber in allen Synagogen und T.2 bekannt machte, dass es Jedermann verboten sei. seine Kinder in die Schulen jenes Seelenschacherers zu schicken, sowie dass Niemand seinen ärztlichen Beistand in Anspruch nehmen dürfe (es giebt in Tiberias noch andere ebenso kundige Aerzte —). falls nicht Lebensgefahr dies erheischen möchte. — Die Sephardim dagegen haben nicht die geringsten Schritte gegen Turutz und sein Vorhaben gethan! (Sollte diese MittheOtmg nicht anf Wahrheit beruhen, dann bittet der in Jerusalem erscheinende um eine sofortige Richtigstellung des Sachverhalts!) Ja, der Vermiether des. Lokals — ebenfalls ein Sepbardi — soll seine eigenen beiden Töchter der Schule übergeben haben. Es scheint, dass die vielen kleinlichen Gemeindestreitigkeiten die Wahrnehmung der vitalsten Interessen des Judenthums bei den Sephardim verdrängen. Es ist die höchste Zeit, dass den Nörgeleien nnd Zänkereien für immer ein Ende gemacht wird nnd dauernder Friede, beglückende Eintracht an ihre Stelle treten möchten. — . Aus Jaffa theüt man uns mit, dass der angesehene Herr Herz enstein gegenwärtig damit beschäftigt ist, eine grosse Stearinkerzen- Fabrik zu errichten und dass in aller Kürze mit der Arbeit begonnen werden wird. Das ist die erste Fabrik hierin, nicht allein in Palästina, sondern in der ganzen Türkei, denn bis jetzt hat man keine Stearinkerzen in der Türkei nnd wie es scheint, auch nicht in Egypten fabrizirt. Herr Herzenstein hofft, dass er in der ganzen Türkei und Egypten Käufer finden wird. Wenn es Herrn Herzenstein mit diesem Geschäfte glückt — und wir wünschen es ihm von Herzen — so wird dies für Palästina sehr segensreich sein, denn es wird nicht allein dieses Haus viele Leute beschäftigen können, sondern es werden auch andere Kapitalisten unter unseren Brüdern versuchen, in Palästina irgend etwas Neues zu errichten, was bis jetzt noch nicht da war. Das ist es, was den hiesigen Juden überhaupt abgeht, nämlich das Streben in Handel und Industrie etwas Neues zu versuchen. Es gereicht dies vor Allem Herr Herzenstein sehr zum Ruhme nnd wird seinem Namen in der Geschichte der Kolonisation Palästinas ein dauerndes Andenken sichern, dass er mit aller Kraft bemüht ist, in unserem Lande die Industrie zu heben. — Berichtigung'. In Nummer 222, Seite 15, Columne 1, Zeile 13 v. n. soll es statt »veranstaltete* — »veranstalteten* heissen. £xu<r Vs» Cftcax fcc^mann, Maiqz.