Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 89 (17.11.1887)
- Date
- 1887-11-17
- Page
- – (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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22 IM® P&lEsttm&’s. — O ■*0®Q*=**> -«■ , Beobachtungen vom See Genezareth (n*TJD □'). (V. Fortsetzung.*) An dem bebuschten Ufer entlang und an den Mündungen des Wadi cr-rahadijc und Wadi cl-amud vorbei gelangen wir nach chan rninjcf dessen weitläufige Ruinen nichts Bemerkenswerth es bieten. Interessanter ist die schöne Quelle, welche am Fasse der östlichen, bis gegen den See vorspringenden schroffen Felsen quillt. Koch jetzt beschattet sie, wie ihr Karne ain citin besagt, ein Feigenbaum. Ihre Temperatur hat nichts Auffallendes. Das Wasser ist sehr klar und zeigt, in grösserer Menge gesammelt, eine bläuliche Färbung, wie sie in dem grossen Teiche zu sehen ist, in welchen sich das Bächlein ergiesst. Vor demselben sieht man einige Mauerreste. Das Ufer schiebt sich hier etwas in den See vor. Auf dieser ebenen Fläche, die mit Büschen und Gras dicht besetzt ist, weidet im Mai noch viel Rindvieh. Die etwas kleinen, aber starken und fetten Thiere waren glänzend schwarz, hie und da weiss gefleckt. Die Leute, die sie beaufsichtigten, nannten sich arab cl-ghuzvcr.. Als schöner Bach mündet die Quelle ct-tin in den See, den Heerden ein prächtiges Trinkwasser bietend. Dem oleanderbesäumten Seeufer entlang trifft inan da und dort grosse Steine. Sie mehren sich, je näher wir Teil Hum kommen. Weiter nach Osten wird das Oleandergebüsch am See noch dichter. Ln Mai bilden die üppig blühenden Sträucher einen herrlichen Schmuck der Landschaft, den man um so mehr schätzt, als gleich hinter ihnen ein dürres oder dünn mit Unkraut bewachsenes Terrain ansteigt, aus welchem das hässliche Basaltgestein da und dort hervorschaut. Etwa eine halbe Stunde nach Teil Hum stossen wir auf das elende Dörfchen Chirbct dbu Zeine und gleich darauf stehen wir am Jordan und zwar an seinem Einfluss in den See. Sein Wasser ging hoch und war leider trübe, so dass keine Gegenstände auf seinem Grunde sich wahrnehmen Hessen. Ein Araber von Abu Zeine versicherte mir jedoch auf das Bestimmteste, bei niedrigem Kiveau seien Mauerreste sichtbar, welche einer Brücke angehört haben müssten. Vor der Mündung hat sich eine Bank von Sand gelagert, über welche der Fluss in starker Bewegung hinwegsetzt. Angestrengtes Rudern ist nöthig, um die Strömung zu überwinden. Bald gelangt man jedoch in ein ruhigeres Fahrwasser, zumal in der grossen Krümmung, die alsbald folgt. Die Ufer, besonders das rechte, zeigen eine reiche Vegetation. Hinter dem in’s Wasser reichenden Schilf bilden Oleander und Tamarisken einen grünen, stellenweise undurchdringlichen Wall. Hie und da erhebt sich ein hoher Sidrbaum. Wild regt sich im Dickicht. Kach dieser kurzen wilden Strecke wird das Gestade sanfter. Es beginnt Cnlturland. Wir steigen bei einigen Zelten nnd Hütten an*s Land, ttrak eilellazi ije nannten sich ihre Bewohner. Ein schwarzer prächtiger Humus lud sie znm Ackerbau ein. Cactusumhegte Gärten bringen im Schatten von Feigen-, Granat- und Orangenbäumen Kürbisse, Gurken und Zwiebeln hervor. Die Felder sind von untiefen Gräben durchzogen, welche vom Jordan her das Wasser zu den Culturen leiten. Aber der westliche Küstenstreif ist schmal. Ganz nahe erheben sich schon die dürren Berghänge mit dem schwarzen Basaltfels. Auf der bedeutendsten Höhe soll ein Chirbet Lazvijc Hegen. Fahren wir noch etwas aufwärts gegen das linke Ufer und bringen wir den Kahn in eine trübe, aber stilles Wasser bietende Ausbiegung des Flusses. Ein Fischer hat eben an dieser Stelle spärliche Beute gemacht. Mit einiger Mühe erklettern wir die Böschung. Ueber prächtiges Marschland geht es nachdem nahen Hügel et- Teil. Araber sind auf den Gurkenfeldern beschäftigt. Einer pflügt mit einem Paar BüffeL Die gefährlich aussehenden Thiere tragen geduldig das Joch. Den westlichen Fuss des Hügels schmücken stattliche Bäume. Citronen und Granatbäume beschatten einen einladenden Rasenplatz. Nahe dabei erheben sich dickstämmige Sidr- und noch stattlichere Maulbeerfeigenbäume. Letztere nannten die Leute dsckummez. An den nackten Aesten sassen noch kleine unreife Früchte. Diese herrliche Vegetation , wird durch eine Quelle ermöglicht, von welcher ein Bächlein nach der Ebene abfliesst. Es bespült ein altes Gemäuer, offenbar die Reste einer Mühle, wie auch die Beduinen annehmen. Die Quelle selbst, in dichtem Grün versteckt, liefert wenig Wasser. Bessere Dienste leistet wohl ein kleiner Kanal, welcher von Korden her am Hügel von e/~2eff sich hinzieht. Er soll bei einer *) 8. Kr. 220.