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Der Israelit · 1887-11-17 · Heft 89 (17.11.1887) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 89 (17.11.1887)
Date
1887-11-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXVÜL Zahr-a»-. M 89* Sil Zentral - Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Herausgegeben von Vr. Lchmaua in Mainz. Donnerstag, be« 17. November 5648 (1887). Leitender Artikel. Die Segnungen IizchaKs. ii. Mainz, 14. November. WaS den Targum Jonathan den Usicl (richtiger Targum Ienrschalmi) veranlaßt, hinzuzufügen, daß unsrer Mutter Riwkah der Inhalt der Unterredung Jizchak» mit Esaw durch göttliche Lffcnbarung zu Theil geworden, dazu haben ihn zweierlei Gründe veranlaßt. Wir sagen „hinzuzufügcn," denn es ist durchaus ausgeschloncn, an der Thatsache selbst irgend welchen Zweifel hinantrctcn zu lassen. Da der erwähnte Targum sagt, daß Riwkah jene Unterredung durch göttliche Offenbarung erfahren habe, so ist dem so, mag es nun aus dem Wortlaute der heiligen Schrift geschlossen werden oder mag es dem weisen Lcrfasser des Targum durch Traditton bekannt geworden sein. Wir habe» hier nur zu erörtern, warum er diese Worte, die anscheinend in den Nahmen einer Ucbcrsktzung nicht hineinpaffen, hinzufügt. Zuerst gilt es der Vertheidigung unsrer Mutter Riwkah. Niemals hätte diese fromme, edle Frau zu einem betrügerischen, hinterlistige» Thun die Anregung gegeben. Ta ihr aber das Gespräch ihres Gatten mit Esaw auf übernatürlichem Wege offenbart wurde, so mußte sie darin eine Aufforderung erblicken, in kluger Weise die Segnungen demjenigen zuzuwenden, dem sie gebührten. Und damit ist auch die von uns im ersten Kapitel dargclegte Frage des Ralbag beantwortet. Auch Riwkah mußte bedenken, daß der unter gewöhnlichen Umständen irrtümlich crtheilte Segen keinerlei Wirkung haben tonnte. Da sie jedoch in' übernatürlicher Weife Llkichsam ausgcsordert wurde, den Segen für Jakob zu erwirke», so war sie der Zustimmung der Allweisen im Voraus gewiß. Auch der Targum OnkeloS deutet uns das an. Da Jakob die Befürchtung ausspricht, daß sein Vater ihn erkennen und er dann über sich Fluch und nicht Segen bringen würde, da sagt zu ihm seine Mutter: Hp, was Lnkelos übersetzt: pntci ruxaa -isxtn by -py tt-L-7. „Durch die Prophetie ist mir verkündet worden, daß kein Fluch dich treffen wird, mein Sohn!" Damit ist zugleich ausgesprochen, daß der allwiffende Gott im voraus Seine Zustimmung zur Segnung Jakobs gegeben, und so findet die Frage des Rabbi Lcwi bcn Gerson ihre befriedigende Beantwortung. Die Segnungen waren Prophetie und Gebet zu gleicher Zeit; sie galten der» Jakob, wiewohl Jizchak selbst das noch nicht wußte. Und nun werden auch die fünf andere Fragen, die wir im vorigen Kapitel dargclegt haben-, mit Leichtigkeit beantwortet werden. Halten wir fest, daß Jizchak noch nicht wußte, daß Jakob die Erstgeburt erworben hatte. Tcßhalb nrn prcr ~*r, tjo rhx „erschrak Jizchak gar sehr, denn er fürchtete das Recht der Erstgeburt hintenangcsctzt zu haben." b kt. *rs Tii tm x “c>n. Nach dem Midrasch sind die-Worte vs nicht im gewöhnlichen Sinne, „der Wildpret jagte," zu nehmen, sondern in übertragener Bedeutung „der Hinterlist geübt." Wir habe» demnach zu übersetzen: „Wer ist denn der, der in hinterlistiger Weise mir gebracht hat, und ich aß von Allem, bevor du kamst, und ich segnete ihn?" *rr -tc ru. „Soll der auch gesegnet bleibend" Diese Worte gehören noch zu dem Ausdruck der Vcrwurrderuug und müssen als Fragk-aufgcfaßt werden. Cs war die Erwägung des Ralbag, die hier Jizchak aussprach. War können dem, der mit Hinterlist gekommen, die Seg-

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