Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 87 (10.11.1887)
- Date
- 1887-11-10
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
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1565 dcs Beurlaubterrstandcs gehöre», so ist auch »ach einem im Jahre 15*2 an die Berliner Schuldepuratiou ergangenen Erlaß dcS ilricßviniiiitrcrium» gegen deren cvcut. Einziehung zu vorbczeichuclen Uebungeu bei den Fricdcnslazarctcn nichts einzuwcnden. sofern die Betreffenden zu einer derartigen Verwendung sür den Kriegsfall bereit sind und die entsprechende Oualificarron besitzen. Tie Ausbildung erfolgt in einem Garuisonlazarel, und nach beendetem Kursus ist eine schriftliche und mündliche Prüfung zu bestehen, welche von dem Ebesarzt und dem Lazarctlnspenor abgchaltcn wird. TicEorps- Jntendantur stellt auf Grund der Prüfung das Oua!isicalionSzeugu:ß aus, und der Betreffende wird von jeglichem Ticuste mit der Waffe entbunden. Emden. (Tritte Konferenz des Vereins der iSr. Lehrer und E ultusbeamten dcs Landrabbiuats km den.) Am Ol. Juli fand im Nordhcimerschrn Saale die Konferenz des Vereins starr. ES hauen sich 18 Theilnchmer an der Konferenz eingefunden. Als Ehrengast war Herr Landradb. Tr. Buch holz, Ehrenmitglied des Vereins, erschienen. Tic Sitzung ward präcrse 3'.'^ Uhr eröffnet. Zur Verhandlung standen: 1) Das Lesebuch Haester- Richter -Blumcufeld für die Mittel- und Oberstufe. Res. Heß-Wiltmund. 2) Ter Pentateuch in der Schule. Res. Fink- Aurich. 3) Anregung bczw. Vorschlag zur Gründung eines allgcm. deutsch isracl. LchrcrdundcS. Ref. Wolff-Aurich. 4) Vorstaudswahl. 5) Anträge und freie Besprechungen. Ter Vorsitzende Herr Levy-Norden begrüßte die Versammlung und macht einige geschäftliche Ärrrheilungen. Alsdann erhält Herr Heß-Wittmund das Wort zu seinem Referate. Tersclbe geht zunächst die Oberstufe des Lesebuches von Haest.- R.-Blumenfeld durch und findet darin verschiedene svccinsch christliche Leicstückc, die auS einem isracl. Lesebuche fern bleiben müßten. Ferner vermißt Referent zusammenhängende llebcrsicht betreffs der gcfchichtl. Stücke. Tic Mittelstufe des Lesebuches findet eine günstigere Kritik. Herr Fink-Aurich findet den Anhang der jüd. Geschichte zu trocken und zu sehr mir Fremdwörtern gespickt. Herr Laudradbiner Tr. Duchbolz beklagt den wenig methodischen Fortschritt in den beiden Büchern und findet daffelbc nur darum brauchbar, weil kein bcfferes vorhanden: Resolution: „TasHacster-Richlcr- Lcfcbuch, welches Vlumcnfcld-Effcn für jüd. Schulen bearbeitet, eignet sich für jüd. Schulen nur insofern, als das specifisch christliche fast ganz daranentfernt ist, cs entbehrt aber fast jeder jüd. Eigenthümlichkeit, die geeignet wäre, das Interesse der Kinder für das Judeuthum und jüd. Leben za wecken. Herr Rosenthal-Emden: „3« Anbetracht daß das H.-R.-B.-Lescbuch sowohl vom pädagogische« als auch vom jüd. Standpunkte den Anforderungen, die an ein Lesebuch für jüd. Volksschulen zu stellen sind, keineswegs genügt, ist die Bearbeitung eines neuen Lesebuches durch eine Eommission von pädagogischen und rabbinische» Kräften dringend erforderlich." Herr Wolfs wünscht zu der Resolution de- Herrn Landrabbincr den Zusatz: „und ist eine Umarbeitung des genannten Lesebuches wünfchenswerth. Tie Resolution des Herrn Landrabbiner mit diesem Zusatze wird angenommen. Zu Schluß des ersten Sitzungstagcs übergab der Herr Landrabbiner der Versammlung ein ausgeardtilclcs Statut für den zu begründenden ^Verein zur Unterbringung und Erziehung armer und verwaister Kinder im Landrabbinatsb'ezirk Emdens Das Statut wunde sofort durchberathen. Herr Heß-Wittmund erbietet sich die Drucklegung gratis zu bewirken, wonach das Statut an die Vorsteher und Lehrer gesandt werden soll. (Solches ist inzwischen geschehen und hoffentlich mit gutem Erfolge.) Schluß der ersten Sitzung, Abends 8 Uhr, Verrichtung des Abendgebets, gemüthliches Beisammensein. Fortsetzung den 31. Juli morgens 8 Uhr. Herr Fink hält fernen Vortrag: „Ter Pentateuch in der Schule." Res. zeigt, wie trotz der knapp zngcmcffenen Zeit sür diesen Unterricht dennoch derselbe mit größtem Nutzen cursorisch gegeben werden und dem Kinde eint ganz - besondere Liebe für ein späteres Studium erweckt werden könne. Ter Gang des Vortrages stellt sich am deutlichsten in den vom Redner gestellten Thesen dar: - Th. 1) Ter Pentateuch-Unterricht gehört zu den wichtigsten Gegenständen der rel. Belehrung. Th. 2) Ter Unterricht beginnt nach erlangter geläufiger utcchanischcr Lesefertigkeit der hebr. und deutschen Schrift. Th. 3) Tie Schule hat das schlichte Derständnist dcs Hauptinhalts des gesammten Pentateuchs zu erstreben. Th. 4) Tie Dcrthcllung des Stoffes braucht sich nicht nach der Reihenfolge im Pentateuch zn richten. sondern soll nach urethodischen und pädagogischen Gesichtspunkten erfolgen. Th. 5) Das method. Verfahren vermittelt zuvor-