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Der Israelit · 1887-11-10 · Heft 87 (10.11.1887) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 87 (10.11.1887)
Date
1887-11-10
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Die Somit, die sich noch einmal im Rhein gespiegelt, ist hinter den Bergen verschwunden, und S., der sich inzwischen gesättigt und mit reiner Wäsche versehen, macht sich auf den Weg. Er hat kaum die Glocke gezogen, so erscheint ein befrackter Diener und führt ihn ohne Weiteres der Freifrau von Oppenheim vor. „Das ist schön. Herr Doktor, daß Sie mich alte Frau nicht vergessen haben. Doch sehen Sie, mit meinem Fuß geht's schon ganz vorzüglich, indest werde ich Ihres Nachts für die nächsten Lage dennoch nicht entrathe» können. Aber ich mache nicht gern Schulden, bitte, nehmen Sie gleich Ihr Honorar in Empfang," und damit schob sie dem verdutzten S. em Couvert in die Hand. „Aber gnädige Frau haben doch bereits," will er erwicdern : doch ehe er noch fortfahren kann, hat .Frau von Oppenheim das Gespräch schon auf einen anderen Gegenstand geleitet. Auf der Straße angelangt, öffnet S. das Couvert und sindct 500 Mark. Am zweiten Lage sikt S. in seinem Zimmer und macht Pläne für die Zukunft, da tritt seine Wirthin ein: „Herr Doktor, der Herr Kommerzienrat!) ¥. sendet seinen Diener, Sie möchten doch so schnell cs Ihre Zeit erlaubt, zu ihm kommen, er fühlt sich unwohl." — „Ich?" fragt der Tokror ungläubig. — „Ja wohl. Sie, Herr Doktor, der Diener sagt, die Frau von Oppenheim habe seinem Herrn Ihre Adresse gegeben." Heute ist S. einer der gesuchtesten Aerzte der Rhcinprovinz; seiner edlen Retterin aber hat er bis zu ihrem Lode die treueste und dankbarste Verehrung gezollt, und oft noch hat er seiner Familie, — er ist jcpt glücklicher Gatte und Vater — die Geschichte seiner Rettung erzählt. In edlerer Weise konnte wohl Niemand helfen. Kassel, 3. Slov. Die „Cohnprozcffe" haben nun ihr Ende erreicht. Bekanntlich hatte der Kaufmann Emil Cohn in Hamburg eine große Zahl deutscher Blätter verklagt, weil diese eine beleidigende Notiz über ihn gebracht hatten. Cr erstritt auch eine Reihe obsiegender Urtheile, zog aber die Klagen zurück, als es sich hcrausstellte, daß die bcttcffcnde Nachricht zuerst an dem hiesigen antisemitischen »Reichsgeldmonopol" gestanden hatte. Gegen das gedachte Blatt klagt Cohn nun, und am 2t. September wurde dessen Redakteur, Herr L. Werner, vom hiesigen Schöffengericht wegen öffentlicher Beleidigung zu einer Geldstrafe von M. 30 bestraft. Gegen das Unheil hatte sowohl der Privatkläger, dem die Strafe zu gering war, sowie der Dcrurrheilte Berufung eingelegt, welche Ln der heutigen Sttafkanunersitzung verhandelt wurde. DaS Ergebuiß der Verhandlung war, daß der Berufung des PrivatklägerS stattgegeben wurde uud der Verklagte mit 100 Mark bestraft wurde. Wrouke, 6. November. Die ln elnem jüdlscheu Blatte in einem Berichte auS Jnowrazlaw ausgesprochene Dermuthung, daß dortselbst eine Er» krankung an der Lrichinose durch den Genuß von Entenfleisch geschehen sei und die darangefolgerte Thatfachc, daß „der Lebens kreis dieser Mkcrocosme» nicht so eng begrenzt ist, als man gewöhnlich annimmt ," dürfte meine- Erachtenauch darin schon ihre Begründung finden, well gerade bei Enten, und zwar bei den meisten — an der Stelle, wo der er*. mit dem verbunden ist, kleine Blatterche» (Warzen), sich befinden, in welchen weiße, milbeugroße, lebende Würrnchen enthalten sind, die zweifelsohne auch nichts andereals ausgewachsene Trichinen oder allenfalls eine Abart derselben sein dürften. Meinen geschätzten Herren Berufskollegen dürste schon oft über ähnliche Erscheinungen'eine rr.vr vorgekommen sein. — Immerhin aber ist cs höchst wünschenswerth. daß man beim Zerlegen einer geschlachteten Ente diesem Umstande eine besondere Aufmerksamkeit zuwende, da in solche» Fällen nur ein enrs ru-pA cm, sondern auch eine rrrs: roro zu beachten ist; ktd-no ntuüd tn*onu Lichtenstein, Rabbiner. Jnowra.zlaw bei Bromberg. Vor einigen Wochen erkrankte eine Anzahl von jüdischen Famllicn au der Lrichinose, und gerade solche Familien, von denen man mit voller Bestimmtheit weiß, daß sic streng rituell leben, und bei denen im Häuslichen eine streng koschere Wirthschast geführt wird. Leider hat diese heimtückische Krankheit bereits ein Opfer gefordert, indem ein junger Mann von 27 Jahren, Herr Spiro, ihr in voriger Woche erlegen ist. Die Aerzte stehen dieser eigenartigen Erscheinung mit Verwunderung gegenüber, und fehlt bisher jegliche wissenschaftliche Aufklärung darüber, in welcher Weise die Trichinen in den Körper des Unglücklichen gelangt sind. Jnowrazlaw, 4. Rav. Zum Zweck der Untersuchung ist auf Verfügung der Behörde die Leiche des jüngst gestorbenen Sviro ausgegraben worden. Das Resultat der Untersuchung geht dahin, daß Spiro wirklich der Trichinosis zum Opfer gefallen ist. Lesterr. - Ungar. Monarchie. Prag. Dem 28. Jahresbericht des isr. Freitisch-Vereines in Prag, für daS Vereinszugleich Schuljahr 1886—1887, entnehmen wir:

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