Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 85 (3.11.1887)
- Date
- 1887-11-03
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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1520 als Prediger fungirt, dann die Synagoge in der Schönlaterngassc. in die früher, so lange erlebte, der Rabbiner Eleaser Horowitz ging und in der nun jetzt der Tajan Rabbi Zizchak Handel Tonnclcs, der dort zugleich auch als cr£22 (Rabbiner-Stellvertreter) fungirt, seine Andacht verrichtet, dann die polnische Synagoge und schließlich die Klaus- oder EhassidiM'Schul. In der Lcopoloftndt, dem zweitgrößten Bezirke Wiens, haben wir wieder den großen Tempel in der gleichnamigen Gaffe, der das Bcrhaus des Rabbiners Dr. Güdemann ist, dann die erst jüngsthin gebaute herrliche Synagoge der Scphardim, vulgo der türkische Tempel, dann die schon genannte Schiisschul und schließlich noch drei andere kleinere Bcthäuser. Neben der Schiffschul befindet fich auch das Bet-Harnidrasch, in dem ebenfalls Früh und Abends gebetet wird und immer nach dem Abendgebcre wird dort auch Echiur (ein Abschnitt aus dem Talmud) vorgctragen. Aus der Landstraße, dem dritten Stadtbezirke, gibt cS süns Bcthäuser, unter denen das in der Unteren Biaduktgaffe, in dem Rabbinars - Affcffor Jacob Fleißig '"2 als Rabbiner und.Prediger snngirr, den ersten Platz ciunimmt. In der benachbarten Synagoge in der Adamsgage sungirt Rabbiner Freund der fich durch seinen lvtrjährigcu jüdischen Kalender einen Namen in der jüdischen Gelchrteuwell gemacht hat. So geht cS fort durch alle übrigen Stadtbezirke. Diesen schließen sich dann die Vorstädte mit ihren Bcthäuscrn und Tempeln an und dann kommen die Vororte mit ihren kleinen Bcthänscrn und Mmjaniw. Wenn dann der Monat Elnl mit seinen ernsten und heiligen Tagen kommt, dann vermehrt sich freilich die Anzahl unserer Bcthäuser säst ums Doppelte; doch gleich nach dem Persöhnungstagc schließen sich diese provisorischen Bcthäuser, um ent im kommenden Jahr e wieder geöffnet zu werden. Im Ganzen dürste cS daher in Wien zwischen 32 bis 36 Synagogen, die Tempel schon mitinbcgriffen, gebe». Selbstverständlich herrscht in einer jeden dieser Synagogen eine andere Zeiteimheilung und die Betstunde» variircn dort so wie cs den Herrn Vorstehern beliebt. So gibt es in den fünf Synagogen der Landstraße ganz verschiedene Stunden für das Schacharirhgcbct. wodurch der Besuch derselben sehr erschwert wird. Freilich variircn hier die Betstunden blos um eine Viertel- oder höchstens eine halbe Stunde, aber in einer großen Stadt mit ihrem blühenden Verkehr und Handel, wo Zeit Geld, macht dies schon einen bedeutenden Unterschied.. Eine einheitliche Leitung aller unserer Synagogen, welche dann euch die gleichen GeLelsturrden zur Folge hätte, wäre daher sehr am Platze und würde dm Besuch derselbe» nur fördern. Dabei könnte ja eine jede dieser Synagogen ihre eigcnm Vorsteher, Gabbaim und Ehcbroth beidehalren; nur müßte sic einen oder zwei Deligirte, die selbstverständlich dem Vorstände angehören würden, als ihre Vertreter in dasGeneral- Eomile entsenden, welches dann die Oberaufsicht über sämmtliche Gotteshäuser der Stadt und ihrer Vorüädte zu führen hätte. Freilich gibt es auch de: uns viele Gemeindemirglieder, welche das Kind gleich mir dem Bade ausschütten und mit der Herstellung einer einheitlichen Synagogcnleitung zugleich auch die Anzahl der Vorsteher und Gabbaim in den einzelnen Bcthäusern bedeutend rcducire» möchten. Nun, diese irren gewaltig, wenn sie die Menge der Ehrenämter in de» Synagogen als eine Last oder einen Hemmschuh für diejclbcu betrachten. Gerade im Gegemheile. diese vielen Ehrenämter tragen ungemein viel zum Besuche und Fortbestand der Synagogen bei. Mancher würde ja das ganze Jahr nicht oder nur äußerst selten das Gotteshaus besuchen, wenn er nicht dorr zugleich a!S Vorstandsmitglied odcr Gabbui sungirm müßte. Auch münen diese Vorsteher oft ihre eigenen Geldbörsen^ ausmachcn, um für ihre Synagoge eine neue Thora oder ciu neues Paranchet (Vorhang vor der Bundeslade) auzuschaffcn. Tie Vorsteher und Gabbaim rcißctl dann auch ihre Anverwandten und Freunde um sich fort zum Besuche des Gotteshauses und zur Wohltdätigkcir und sind sie so auch D'm nsa (Die Aridere zur Frömmigkeit ausporneu). Durch die Schammg einer einheitlichen Leitung für alle Syrragogcn unserer Stadt brauchte und würde daher auch gar nicht die Anzahl der Ehrenämter ia dcttscldcn eine Schmälerung erfahren, nur würden die Vorsteher und Gabbaim in denselben dann nach einer allgemeinen Norm vorgchen und handeln. Möge daher diese einheitliche Leitung auch recht baldigst zustande kommen, und würde dieser neue Snuagogcrwcrband gewiß auch viel zur Hebung des frommen Sinnes unserer Gemeindemitglieder beitragen. V. IZ. Prag, 23. October. Am Schmink Azercs wurde F r i e d r i ch S ch w a b, ein hier allgemein bekannter und beliebter Pyilanrrop zu Grabe bestattet und harten sich eben so zahlreiche als hervorragende Theilnehmende cingesuudcn. ihm die letzte Ehre zu erweisen. Ter Barer des Verstorbenen Philipp Schwad, Mitglied der isr. Culrnsgemeinde - Repräsentanz. harre in der LodeSauzcige seines Sohnes Kranzspenden dankend abgelchnt, cs aber trotzdem nicht zu verhindern vermocht, daß tot » t “7*VUIJ?-