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Der Israelit · 1887-10-27 · Heft 83 (27.10.1887) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 83 (27.10.1887)
Date
1887-10-27
Page
– (sequence 19)
Language
German
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hervorbringen würde. Vor etwa zweiMonaten non schickten wir durch Vermittellung unseres Pascha das Verlangte an die hohe Regierung nach Konstantinopel, und dürfen wir, nach der Versicherung dieses wohlwollenden Beamten, schon in der allernächsten Zeit das Eintreffen der Bauerlaubniss erwarten. Sobald dies der Fall sein wird, wird der Bau der «iebzebn Häuser in Angriff genommen, die hoffentlich bis zur nächsten Generalversammlung vollendet sein und vielen hart bedrängten Familien ein sicheres und wohlthuendes Heim gewähren werden. , (Fortsetzung folgt) Notizen. Viele jüngere Leute überreichten dem Baron Edmond v. Rothschild bei seiner Anwesenheit in Jerusalem ein Bittgesuch des Inhalts, ihnen irgend welche Ernährungsquellen zu erschlossen, oder sie in einer neu zu gründenden, aus lauter Landeseingebornen bestehenden Kolonie anzusiedeln, und wenn dies nicht, sie wenigstens den bereits bestehenden und seines Schutzes sich erfreuenden Kolonien einzuverleiben. Diese letzte Bitte verdiente vollste Berücksichtigung, weil ihre Erfüllung für die Bewohner Jerusalems viel .Segen in sich birgt und die Kolonisations-Idee in bedeutsamer Weise za fordern angethan ist. Ich kann mich hier über dieses bedeutsame Thema nicht eines Weiteren auslassen und möchte in Kürze nur Folgendes bemerken. Wenn nämlich die Eingeborenen mit den auf den Kolonien ansässigen Ausländern vereint würden, würden Jene von Diesen lernen, einerseits durch angestrengte Thätigkeit die Zufriedenheit ihres Proteetors und der von ihm eingesetzten Verwaltungen zu erringen, andererseits aber dadurch den ihnen bisher mit Recht gemachten Vorwurf der Trägheit und des Müssiggangs selbstbewusst zurückzuweisen. Die jungen Kolonisten würden mit den älteren darin wetteifern, das ihnen zum Bebauen und Pflegen angewiesene Land zu gleich hoher Blüthe und Ergiebigkeit, wie Jene das ihrige zu bringen, würden dadurch immer festeren Fuss in der Kenntniss des Ackerbaues und in der Liebe zu demselben fassen, im Beschaffen des Lebenserwerbes immer selbsständiger und unabhängiger werden und den Anhängern der Kolonisationsidee zum Gründen neuer Kolonien einen mächtigen Antrieb bieten. Die an fleissige und angestrengte Thätigkeit Gewohnten würden dann selber von der verächtlichen und herabvrürdigenden „Chalukah* lossagen, wodurch die auf diese unbedingt angewiesenen Greise und Kranke, Wittwen und Waisen etc. eine viel grössere Quote aus derselben erhalten könnten und nicht in so betrübender Art wie bisher vor Hunger verschmachten müssten. — Auch der Kleinhandel würde bald ein weit lohnenderer als bisher werden, denn es würden nicht auf den kleinsten Raum zusammengedrängt, Zehn das gleiche Geschäft betreiben und dadurch Alle sich und Anderen die grössten Nachtheile verursachen. Der Müßiggänger würden immer weniger, die jüdische Uebcrbevölkerung in den Städten dadurch heilbringend vermindert, und Stadtwie Landbewohner dadurch in gleicher Weise gewinnen. Es wäre darum sehr zu wünschen, dass der edle Baron sich mit dieser Idee befreunden und sie zum dauernden Wohl and Glück der Bewohner des heiligen Landes zur Verwirklichung bringen möchte! — Für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger isr. Lehier- Wittwen u. -Waisen in Deutschland (Achawa).*) Hombnrg v. d. Hohe. Die Hälfte des Ergebnisses der auf Anregung des Herrn Louis Lehmann bei der Hochzeit seiner Nichte Fräulein Clara Eichenberg mit Herrn Moritz Dinkelsspüler veranstaltete Sammlung, 20 M. Mit Ablauf des Jahres I8SC hat die .Achawa* da« 22. .fahr ihres Bestehens zurückgelegt. Unter den 53 im Laufe dieses Jahres mit einer Unterstützung Bedachten waren 22 durch Krankheit oder Erblindung; Gebrechlichkeit oder Alter dienstunfähig gewordene Lehrer, theils mit, theils ohne Familie, von welchen die meisten nur auf die Hilfe der .Achawa* angewiesen sind, da ihnen .weder seitens des Staates, noch seitens ihrer Gemeinden eine Pension gewährt wird. Dazu gehörten ferner 20 alleinstehende Wittwen von Lehrern und Kabbinern und 9 Wittwen mit Kindern, überdies 2 hilflose verwaiste Geschwisterpaara. Im Ganzen gewährte die «Achawa* im verflossenen Jahre die beträchtliche Summe von 10189 Mark als wirksame Unterstützungen. Ich erkläre mich mit Freuden bereit, für dieses so iusserst segensreich wirkenden Verein Gaben entgegen zu nehmen und weiter zu vermitteln. Obwohl diese Erklärung im Grunde genommen eine vollkommen überflüssige ist, da die Uebt-rschrift dieser Blätter .für alle Zweige jüdischer Wohlthätigkeit* Jedermann deutlich genug sagt, dass es kein Gebiet von ripTS und E’fSil giebt, dem die Spalten der .Spenden-Verxeiehnisse* nicht jederzeit bereitwilligst geöffnet sind, so wollte ich doch dem mehrfach ausgesprochenen Wunsche einiger wohlmeinenden Freunde, für die .Achawa* eine besondere Aufforderung, derselben bei allen sich darbietenden Gelegenbeites eingedenk zu sein, an alle Lehrerfreuude und Edelgesinnten überhaupt ergehen zu lassen, die Gewährung nicht versagen. Ich erneuere bei dieser Gelegenheit den vor längerer Zeit bereits an alle geehrten Herren t ollegen and t'ultnsbeamten gerichteten Appell, für den Cnltnsbeamten-Fund des .Deutsch-Isr. Gemeindebnndes* (.Friedrich Wilhelm - Victor La-Stiftung*) eine ersprießliche Thätigkeit zu entwickeln. Möchte dieser Doppelaufruf nicht wirkungslos verhallen! Dr. A. Sah endL

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