Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 83 (27.10.1887)
- Date
- 1887-10-27
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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XXVIII. Jahrgang. Beilage zu Nr. 83 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Altertheim de! Würzburg. Geliebt und geehrt, geachtet und hochgeschätzt von Allen, die ihn kannten, lebte und wirkte Herr H. Noscnfclder nahezu -10 Jahre als Lehrer in unserer Gemeinde. Anr 's pr"y wurde uns der 80jährige Greis durch den Tod entrissen. Schon von Jugend auf dem Thora-Studium sich weihend, besuchte er als Jüngling die na-jr in Fürth. und ausgerüstet mit ruo-i m*n suchte er mit allem Eifer seine Kenntnisse weiter zu verbreiten: denn sein immerwährendes Streben war -72771 -N277 zu lernen und zn lehren. Mit liebevoller Vegcisrerung suchte er seinen 3djülem und Freunden die wahre Gottesfurcht rinzuprägcn und mit Vergnügen war er bereit, durch c-rvm und c*7ro seine Zuhörer zu fesseln, üe zur Glaubcnstrcue anznrcgen und aufzumunlem. Er war seiner Familie und allen Bekannten ein edles Vorbild echter Frömmigkeit. Breslau. Dem Ncchenfchafrs-Bericht des Äontcfiorc-Vereins zur Unterbringung armer Kinder m höhere Schulen entnehmen wir: Am 26. Oktober 1884 feierte der Baron Moses Montefiore seinen hundertjährigen Geburtstag, ein Mann, dessen ganzes Leben im Wohltdnn für seine Mitmenschen ohne Unterschied der ->aüon oder Religion ausgcgangcn war. Um den -»'amen des edlen Greises auch in unserer Stadt lebendig zu erhalten, gab unser Dornands-Mitglicd Herr Tr. Louis Neustadt gelegentlich einer Festrede zu Ehren des Philantropcn Anlaß zu Begründung cmcs^Monlcfiore-Lereins. Wie die Idee dem Kreise der Schule entsprungen war, so waren Zweck und l-rgane des Vereins auch ganz in diesem Nahmen curZcfügl worden. Dem menschenfreundlichen Wirken des großen Mannes konnte wohl keine passendere Art des Wohlthuns entsprechen, als armen Indern die Möglichkeit einer besseren Schulbildung Zu gewähren. Wenn auch Stadt und Gemeinde in großartiger Munificenz für die arme Schuljugend durch Errichtung von Freistellen sorgen, so ist die ')2hl derselben rcglementsmäßig eine beschrankte und die ganz rationelle Bestimmung gebunden, daß das Kind eine gewisse Zeit die Schule zu besuche» hat, ehe die Eltern desselben bet der Behörde um Freischule nachsuchen können. Nun wird eS aber sehr vielen Eltern schwer, wenn nicht unmöglich, selbst für diese kurze Zeit daS Schulgeld aufzubringcn. An dieser Stelle, an der die Behörden zn helfen machtlos sind, ihnen ergänzend zur Seite zu treten, das sollte die hohe und edle Aufgabe des Vereins werden. Auch die Art der Ausführung dieses Gedankens war in den Bann der Schule gezogen. Wenn auch die Wohlthat für den Empfänger eine offenbare ward, so sollte sie doch nicht offenkundig als solche hcrvortretcn, sie sollte den Schein derselbe» , verlieren. Die Kinder selbst sollten alle für einen . und einer für alle cinstehcn. Ganz und gar ein Schulvercin, sollte er seine Mitglieder auch!m .Kreise der Schule, unter den Schülern selbst suchen, die Kinder sollten für sich selbst sammeln. Jedes Kind ohne Unterschied liefert au einem beliebigen Tage jeder Woche 1 Pfennig an den Sammler seiner Klasse ab, die einzelnen Klassensammler ihre Sammlungen an den Schulsammler und dieser an den Rendanten. So hat sich die Ausführung des Gedanken? in der hebräischen Untekrichtsanstalt zu vollziehen begonnen und sich seitdem durch 3 Jahre mit Glück erhalten. Die Schülerbciträge haben in diesem Zeitraum Mk. 159,36 ergeben. Aber bald gewann der Verein auch außerhalb der engen Schulgrenzen Sympalhieen; und er bedurfte derselben um so mehr, je zahlreicher und dringender die Gesuche an ihn herantraten. Der Tirigeut der hebräischen Unterrichtsanstalt, Herr Tr. P. Neustadt, war so freundlich, bei verschiedenen festlichen Gelegenheiten zu Gunsten unseres Vereins Sammlungen zu veranstalten, die eine Höhe von 88,33 Mark erreicht haben. Eine von den Herren Dr. Loui? Neustadt und Theodor Lschinsky veranstaltete WohlthätigkcitS-Soiröe ergab einen Reinertrag von 318,30 Mark. Seitdem sind dem Verein eine große Anzahl von Gönnern erwachsen, die theils einmalige Spenden demselben gewährt, IhcilS sich zu jährlichen oder vierteljährlichen Beiträgen verpflichtet haben. Ter Verein hat von dieser Seile 876,15 Marck eingenommen. Die Zahl der edlen Herren, welche sich z» .