Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1887-10-27 · Heft 83 (27.10.1887) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 83 (27.10.1887)
Date
1887-10-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2449697-2449777--27386-2517290
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

XXVin. Jahrgang. M 83. Ei» .; Zentral - Grgan für das orthodoxe Iudentßum. Herausgcgebeu von l»r. Lehman« in Mainz. Donnerstag, den 27. October 5347 (1887). Leitender Artikel. A ö r a H a m. 7. Mainz, 24. Oktober. Jedem denkenden Leser der heiligen Hchrift muß cs auffällig erscheinen, daß beim Beginne der Erzählung der Geschichte unsres DaterS Abraham nicht berichtet wird, welche Verdienste er sich zuvor erworben, so daß er der Offenbarung Gottes gewürdigt wurde. Es wird am Schluffe des Abschnittes Noach nur erzählt, daß er ein Sohn des Therach war, daß er sich die Tochter seines verstorbenen Bruders Haran zum Weibe nahm, daß er in Begleitung seines Vaters, seiner Gattin und seines Brudersohnes Lot sein Heimathland Ur Kaßrim verließ, nm nach dem Lande Kenaan auszuvandern, daß aber die ganze Familie nur bis Charan gelangte, woselbst Therach blieb und auch starb. Tarauf wird sofort, beim Beginne des Abschnitts Lech Lecho, erzählt, daß Gott sich dem Abraham offenbart und ihm die herrlichsten Segnungen verbeißen habe. „Und es sprach der Ewige zu Abram: Gehe hinweg von deinem Lande und von deinem Geburtsorte und von dem Hause deines Vaters in das Land, welches Ich dir zeigen werde. Und Ich werde Dich machen zu einem großen Volke, und Ich werde dich segnen, und Ich werde groß machen deinen Namen, und du sollst werdcu zum Tegen. Und Ich werde segnen die, so dich segnen, und wer dir flucht, dem werde Ich fluchen, und es sollen gesegnet werden durch dich alle Geschlechter des Erdbodens." — Mit keinem Worte wird uns vorher angedeutet, wodurch Abram sich der göttlichen Offenbarung würdig gemacht und wieso er alle diese erhabenen Segnungen verdient hat. — Ganz anders werden wir in die Geschichte Noach'S eingeführt. Nachdem die heilige Schrift die Verderbtheit der damals lebenden Menschen geschildert hat, wird gleich hinzugefügt: -Aber Noach fand Gunst in den Angen des Ewigen?' dann wird unS erzählt, daß Noach ein gerechter Mann war, daß er vollkommen war trotz seiner schlechten Zeitgenossen, daß mit Gott er wandelte. Und Gott selbst begründet die Rettung Noach's von dem Verderbe», daS alle Zeitgenossen erreichte, indem Er zu ihm spricht: „Denn dich habe Ich gesehen als eine» Gerechten vor Mir in diesem Zeitalter." Die Tradition, die stets Licht über daheilige Schriftwort verbreitet» gibt unS Aufschluß auch hier. Im Midrasch Rabbah, E. 39, heißt eS: pp tdäi *pn< ’cm vn na ’yncr nr» pror *n cipco --ov 'vw nns6 ^rc (n*o D^nn) t» n mw nenn ,icn ,np^n nnn;rra rum mpci? bv2 Hin »:h b “ich »nran tya rVp pcn? rn» tba tbo .“nn chyn» tch vm< d.tizh 'vw ’sV p »rrran :n*yn wn »:h b ncnt na"pn iby psn „Rabbi Jizchak erklärte den Anfang des Abschnittes Lech Lecha folgendermaßen: ES heißt in der heiligen Schrift (Psalm 45, D. ll): Höre, Tochter, und schaue, und neige dein Ohr und vergiß dein Volk und deines Vaters Haus. Rabbi Jizchak machte daS an einem Gleichnisse klar. ES zog Jemand von Ort zu Ort; da sah er eine große Stadt in Flammen stehen. Und er sprach: Hat etwa diese Stadt keinen Führer? Da erschien vor ihm der Eigentümer der Stadt und sprach zu ihm: Ich bin der Herr der Stadt. Ebenso, weil unser Vater Abraham sprach: Hat vielleicht diese' Welt keinen Führer? Da erschien ihm der Heilige, gelobt sei Er, und sprach zu ihm: Ich biu der Herr des WültallS."

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.