Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 82 (24.10.1887)
- Date
- 1887-10-24
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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XXV11L Jahrgang. KeUage zu Nr. 82 Les Israelit. Zeitoogsuachrichtea uvd Correfpoo-eoze«. Deutschland. Laupheim. Die nv'nio in Ulm liegt schon Jahre im Argen und zwar so sehr, daß der hiesige Herr Rabbiner, welcher gleichzeitig Bezirksrabbiner von lllm ist, so oft und so vielfach er auch dahin gekommen, kein Fleisch von der rsrnsr des dortigen crrsr gegessen. Za heute noch befände sie sich in der gleichen mißlichen Lage, denn weder von Leiten des Rabbinats, noch von Seiten des israelitischen Kirchenoorsteheramts wären irgend welche Schritte gcthan worden, dem Hebel Abhilfe zu verschaffen, wenn nicht Herr S. Lettinger sich der wichtigen Sache angenommen und der Hane einen anderen Stiel zu geben gesucht hätte. Herr Lettinger, er einzig und allein, stellte zum öfteren die Bitte an das Kirchenvorstcheramt, daß cs für Bestellung einer vertrauenswürdigen Person als Schächter bedacht nehmen möge; aber >rc" »ci cnb c’r« und so predigte er taube Ohren. Er wendete sich daher beschwerend an die Israel. Oberkirchendehörde zu Stuttgart und diese gab sosott in einem Erlaffe dem Vorsteheromte zu verstehen, daß es verpflichtet sei, einen vertrauenswürdigen Mann als Schächter zu engagiren. Jetzt traten die GcbnrtSwehen ein und da dieselben sich allzusehr in die Länge zogen, so ließ Herr Lettinger von Zeit zu Zeit das Borsteheramt an das rrkb ny durch die Oberkirchenbehörde erinnern. Endlich, nach halbjährigen Röchen wurde der in Rede stehende Echochet geboren. Zwei Monate sind eS nun, daß er seine Stelle angetreten und auf das hin wurde dem Exschochet amtlich verboten, nimmermehr, weder inr lllmcr noch im Reuulmer Schlachthause zu schächten, wenn ihm schon über 100 Helldenker ein Zeugniß behändigten, daß sie mit seinen Leistungen zufrieden seien und wünschten, daß chm die Tarn? übertragen werde. Herr Hummel (dies der Namen des neuen «chochet) besucht den Gottesdienst bei einem Privat- und nicht im Prachttempel, was viele der Herren Orgelianer sehr verdrießt, da sie der Meinung find, so gm die Lrgel dem Rabbinen nichts schadet, wird sie auch einem Echochet nichts thun. Herr Hummel huldigt aber dem Grundsätze »thue! recht und scheue Niemanden* und scheint von der l Reformsynagoge uichtS wissen zu Atollen.! Möge allüberall, wo jüdisches Leben gefährdet ist, das löbliche Beispiel des Herrn Lettinger, ia der Befolgung des srs rrrb hroa O’cjk jw apo würdige Nachahmung finde». * * , . Lesterr. - Ungar. Monarchie. Llmütz, 1». Oktober. Bei der heute beendigten Hauptverhandlung gegen die Kojeteiner Excedeuten wurde der Hauptangeklagte Zaplctal wegen öffentlicher Gewaltthätigkeit zu sechs Monaten.schweren Kerkers, 53 Angeklagte theils wegen desselben Verbrechens, theils wegen Auflaufs oder Einmengung in eine amtliche Handlung zu Kerker oder Arrest von acht Tagen bis zu mehreren Monate» vcrurtheilt. 42 Angeklagte wurden freigesprocheu. Czernowitz, 15. Oktober. AuS der Synagoge zu Sadaguru wurden während der jüngsten Feiertage kostbare Smaragde, Edelsteine vou der Thora-llmhüllung gestohlen. Zwei Eompliceu wurden, als sie die wcrthvollcn Edelsteine bei der hiesigen Sparkasse versetzen wollten, verhaftet und dem Sttafgerichte übergeben. Die Borerhebungeu lasse« auf eine größere Diebsgesellschast schließen. Preßbär-, 16. Lctober. Gleich den Wiener Tagcsblättern hat auch der „Israelit* vor einigen Tagen einen Bericht über die Einweihung der neuen Synagoge in dem nur etliche Wegstunden von hier entfernt gelegenen Marktflecken Malazka, welche das dortige Gcmekndemktglked, Herr Simon Spitzer ’*j, ganz auf seine eigene Kosten hat erbauen lassen, veröffcntticht. Ich wollte nun schon damals Ihrem geehrten Blatte einige Mittheilungen über diesen ehrenwerthen und seltenen Zchndi, der in unserer materialistischen und genußsüchtigen Zeit 30,00V oder 40,000 Gulden, soviel dürften der Bau und die Einweihung dieses Gotteshauses gekostet haben, aus seiner eisernen Kassa nimmt und sie dem Gotte seiner Väter und dem Helle seiner Seele zum Opfer bringt. machen, wurde aber daran durch die Nähe unserer Feicnage gehindert. Ich kann daher erst heute mein Vorhaben zur Ausführung bringen. Herr Siuion Spitzer, oder nennen wir ihn bei seinem ehrlichen jüdischen Namen, Reb Schemaja Spitzer, ist kein Malazkaer Kind, sondern wurde in beul nahe gelegenen Marktflecken Stampfen, wo damals noch eine zahlreiche und auch wohlhabende jüdische Geimeinde erisritte, geboren und ist er eia