Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 80 (17.10.1887)
- Date
- 1887-10-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XXVflL Jahrgang. M 80. KenLrak - Grgan für das orthodoxe Iudenthum. Herausgcgcbea von Dr. Lehman« ra Manrz. Montag, de« 17. Oktober S647 (1887). Leitender Artikel. Für die Wahrheit hat dauernden Erfolg.*) I. Mainz, 13. Oktober. »Rabbi Lewi sagte: Al? der Heilige, gelobt sei Er, demNoach befohlen hatte, daher alle Wesen paarweise in die Arche einführen sollte, da kamen sie und gingen alle in die Arche, Sie es heißt (1. v. M., E. 7, V. S): Zwei und zwei kamen sic zn Roach, jedeS einzelne Wesen und da? mit ihm gepaarte mit ihm. Ta kam auch die Lüge nnd wollte in die Arche rmsteigen, aber Roarh wehrte ihr und sprach: Tu darfst nicht hineingehcn, du habest denn Jemanden, der sich mir dir paart. — Ta ging die Lüge hinweg, um sich einen Geführten za suchen. Ihr begegnete der Mangel (kv&, die Verringerung). Woher kömmst du? fragte dieser. — Ich komme von Noach, antwortete die Lüge; er will mich nicht in die Arche einlasscn, wenn ich keinen Geführten mitbriuge. Willst du dich mir vermählen? — Und wa? dielest du mir dafür? fragte der Mangel. — Ich mache mit dir au?, daß du alle? nimmst, wa? ich erwerbe. — Eie wurden einig und gingen mitsammen in die Arche. — Tic Zeit der Sündfluth ging vorüber, und Löge und Mangel verließen die Arche. Gar diel erwarb die Lüge und überlieferte alle? getreu» lich ihrem Gefährten. Al? sic aber die erworbenen Schätze mustern wollte, war alle? verschwunden. Ter Mangel (die Verringerung) harte sie verschlungen. Seitdem fällt alle?, was die Lüge erwirbt, der Vernichtung anheim. Und so hat auch Tavid ge» sagt (Psalm 7, V. 15): Siehe, wer Unrecht empfängt und mit Unthat schwanger geht, der gebiert Lüge — Lüge erzeugt Lüge." Ter Erzähler dieser Parabel, Rabbi Lewi, war einer der hervorragendsten Männer Israel?; er war ein Schüler Rabbi Iehudll's, de? Heiligen, ein Genosse de? hochberühmren Raw (Rabbi Abba) und der Vater de? nicht minder hochbrrühmten Rabbi Iosua ben Lewi. Schon die Persönlichkeit de? Erzähler? muß un? ansporncn, in den Sinn der Parabel einzudringen und vor Allem zu erklärcu» wieso die derselben zu Grunde liegende Sentenz mit der Arche Noach? in Zusammenhang gebracht wird. Wir muffen zunächst zu erörtern suchen, weßbalb c? nothwendig war, daß Gott das ganze Menschengeschlecht bis auf Noach hinwegraffte, warum der Allbarmhcrzige nicht die sündigen Menschen durch gelindere Strafen zu bessern suchte. Die heilige Schrift (I. B. M.. E. 7. V. 5 bis 6) erzählt un? den Hergang folgendermaßen: »Und es sah der Ewige, daß groß war die Bosheit de? Men- . scheu auf der Erde und aller Trieb der Gedanken seine? Herzens nur böse den ganzen Tag; da bereute der Ewige, daß Er gemacht hatte den Menschen auf der Erde, und es bekümmerte Ihn in Seinem Herzen. Und eö sprach der Ewige: Ich werde vertilgen den Menschen, welchen Ich 'erschaffen habe, von der Oberfläche de? Erdbodens hinweg, von Menschen bis Vieh, bi? zum Gewürme, bis zum Geflügel de? Himmels, denn es reut Mich, daß Ich sic gemacht habe. Roach aber fand Gunst in den Augen des Ewigen." Wir ersehen daraus, daß als Grund für die Herbeiführung der Sündfluth angegeben wird, daß »groß war'die Bosheit des Meirichen auf der Erde und aller Trieb der Gedanken seines Herzens nur °) Rach dr» «fite 3*£rix$-