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Der Israelit · 1887-12-15 · Heft 97 (15.12.1887) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 97 (15.12.1887)
Date
1887-12-15
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXVHI. Jahrgang. Zwette Settage zu Nr. 97 -es Israeltt. Leitender Artikel. Aas israelitische Hemeindeleöen in Zinmänien. L»eire Äbchnluvg: Remedien <X—4). i:sn Dr. Klynee X. Corman. Ter ungleich größere Vortheil einer Organisanon von oben nach unten ist die Möglichkeit, das, was der einen KultuSgemcindc fehlt, durch die Ucbcrschüffe bezw. Pauschalbciträge der anderen zu ersencn. Und das ist in Rumänien die Hauptsache. Tenn gerade daran scheitern die einzelnen Gemeinden, daß bei den besten Anläufen, die sic machen, die Mittel fehlen, bezw. durch ^""»guanten zersplittert werden, (yinc Berrheilung der nöthigcn Mittel von oben her nach Maßgabe der Jahresbeiträge, welche die cinzri.icn Gemeinden an die Centrale leisten, sowie nach d-r Kopfzahl derselben, würde die Mittel stets vorhanden fein lauen, thcils zur Crschafluug und zum Unterhalt von Gemeinden, da wo sie noch nicht konstituirr bezw. wo die Mitgliederzahl nicht so groß ist, um die nöthigcn KultuSbedürfniffc: Synagoge und Schule und was zu diesen beiden gchön (Schocher :c.) völlig bestreiten zu können. Eine solche Berrheilung würde die Jmrigucn aus der Welt schaffen undunmöglich machen, denn religiöse Tiycrcnzen sind cS, wie ich nicht genug betonen kann, meiner Crinncrung, biS jcm nicht, welche ein Gemcindclcben vcrhindcm. Tringend norhwendig ist darum, einen „LandeSreligiouSfond" zu schaffen, wie er in Oesterreich vielfach vorhanden (5. B. der griechisch-orientalische „LandcSreligionSfonü" inCzcrnowip, Bukowina, der mir von meinen Schuljahren daselbst speziell bekannt ist). Mit einem solchen jährlich durch Beiträge der einzelnen Gemeinden, durch Schenkungen und Legate zu vergrößernden Fond müßte die Funktionirung der Centrale und somit der einzelnen Gemeinden für alle Zeiten gegen Wühlereien und Zesplittcrungen sichergestcllt werden. Bon den Zinsen dieses Fonds wären den NullnSeinrichmngen nothwendige und zu rechtfertigende Extraausgaben zu machen, wenn — bis zur völligen Konsolidirung der Gcmcindeverhältniffe — Streitigkeiten ckntrettn, ganz so als ob die Streitigkeiten nicht vorhanden wären. Cs ist dabei nur zu beachten, sowie eine dringende und gerechte Forderung, daß die Centrale nicht für sich oder für die Gemeinde, wo sie ihren. Li? hat, die HauPtauSgaben bestreite und die anderen Gemeinden nur in geringem Maße bedenke, wie es leider die moderne Tendenz ist, nur die Residenz- und die Großstädte mit allem Guten förmlich zu überladen, während die noch bedeutenden Rcbenstädie immer mehr — namentlich in den lateinischen Ländern — vcrprovinzialisircn und verbauern. Tie Centrale müßte ferner niemals vergessen, daß die jährlich für das nächste Jahr fcstzufctzcnde Ausgaben, bei gekommener Zeit, unentwegt und unbekümmert zu machen feien, weil der gedachte „Landesrcligionsfond" nicht ihr und nicht den einzelnen Mitgliedern dieser Behörde gehört, sondern der juristischen Fiktion — ihrer Eigenschaft -- als körperliche Person und von Rechts wegen den ihr verbundenen Gemeinden, welche in der gleichen Cigenschaft gedacht sind. Alles dies ist nur gesagt, wenn die „Zion"- Ccntrale (Sunhcdrion) in Bukarest und ihre Zwcigvcrcine in den anderen Städten sich zu einer rcligionsgenouenschaftlichen Organisation zusammenschließcn, damit der Anfang endlich gemacht wird. Ich habe überall nur die Bruderschaft „Zion" im Auge, weil — jd) habe sonst keine Veranlassung ihr das Wort zu reden, denn ich selbst bin nicht „Zionist" — ihre Mitglieder in der That den gebildeten bezw. gebildeter denkenden Theil der israelitischen Bevölkerung Rumäniens vorstcllcn, weil sie an das freiwillige Beitragen zu ihren eigenen Zwecken schon seit 15 Jahren gewöhnt sind, weil sie — meines Wissens durch Cid und Cercmoniell — verbunden sind, sich den Anordnungen ihrer Oberbehörde zu fügen, weil sie schon immer die Rothwcndigkcir der Funktionirung einer Gemeinde cingcsehcn haben und gelegentliche Anstrengungen eine solche zu errichten, oder auch nur einzelne Zweige derselben zu pflegen, in der Tbar meist von Mitgliedern derselben in ihrer Privareigenschaft a!S Israeliten ansgehcn, weil ne cs viel leichter als alle anderen Thcile der israelitischeu Bevölkerung rinschcn werden, daß die Umwandlung der von ihnen bisher in einige Centimes täglich gezahlten Fleifchrare in einen vicnel-, halb- oder ganzjäblich zu entrichtenden festen Steuerbctra g im Berdältniß zu ihrer Fleifchkonfumtion nicht nur keine Crfchwerung, sondern unter Umständen eine ganz ungeheuere Crsparniß für ihren Haus-

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