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Der Israelit · 1887-12-15 · Heft 97 (15.12.1887) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 97 (15.12.1887)
Date
1887-12-15
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1734 walten und sich aus den freiwilligen Spenden ihrer Mitglieder und dann aus den üblichen Gebühren, bei Hochzeiten, Bcschncidungen u. f. w. erhallen. Die „Alliance Jsraölit" unterhält hier eine Knaben- und Mädchenschule, die von dem Direktor Boudi, respective dessen Gattin, geleitet werden. Unsere Gemeinde erhält eine Talmud-Thora-Schule, als deren DirektorEhacham Schem Tob Raima fungirt. Derselbe fungirt auch als einer der beiden Rabbiner der Hanptsynagoge, und hat er den Ehacham Jakob zum Kollegen in diesem heiligen Amte. Auch ein Privat-Knabcnpcnsiouat cristirt hier, das von Ehacham Jsak Eohen dirigirt wird. Latz in mehreren unserer kleineren Synagogen auch Jeschiboth d. h. Vereine zum Studium des Talmud und der Mischnah cxistircn, das wird man bei der Nähe des heiligen Landes sehr begreiflich finden. Die Hauptcinkünstc der Gemeinde bestehen ans dem Schechitageld, das auch hier Gabclla genannt wird, Erwähnen will ich noch, daß an der Mädchenschule der „Alliance" auch eine deutsche Lehrerin, Frau Epstein, fungirt. Die Anzahl der hier lebenden 'Juden dürfte jetzt 2000 betragen, und befinden fich die meisten derselben in günstigen Verhältnissen. da Beirut die erste Sec- und Handelsstadt Syriens ist, mit der fast alle Dampfschifffahrts- Gesellschaften im Mittclmccrc Verbindungen haben. Egypten. Alexandrien, im November. Teu alten Egyptcrn waren die Grabsteine gänzlich unbekannt, so wie dieselben noch heute im Oriente nur wenig gekannt und auch selten im Gebrauche sind. Ihre Tobten bestatteten die Egyptcr, nachdem man dieselben einbalsamirt hatte, wenn sie reich waren, in hölzernen Särgen, waren sic aber arm, in ans Lehm gebrannten länglich geformten Krügen. Auf den Deckel des Sarges oder auf die Oberseite des LchmkrugeS schrieben sie dann in Hieroglyphenfchrift, später auch in griechischer Sprache, den Namen, das Alter, dann auch die Tugenden der Todtcn rc.. was dann die Stelle der Grabinschrift vertrat. Im Lande . Gosen lag die Stadt Pu-Bcst. das Bubastis der Griechen, welches die heilige Schrift nro *e nennt. Die Ruinen dieser Stadt wurden kürzlich in der Nähe vyn Zagazig, westlich vom Suezkanale^ entdeckt. Als zur Zeit des zweiten Tempels der Priester OniaS in Heliopolis (rar rva), das unweit von Budastis lag, einen Tempel erbaucte, da fiedelten sich in dieser Gegend Hunderte von jüdischen Familien an, die aus Palästina dorthin gezogen waren. In der Mitte der Ruinen von BubastiS wurde nun auch ein ehemaliger Friedhof blosgelegt, der viele hölzerne Särge und auch mehrere sogenannte Leicheukrüge in seinem Schöffe barg. Tie meisten dieser Leichcnkrüge waren mit griechischen Inschriften versehen und konnte man leicht herauslefen, ob sie jüdische oder egyptische Leichen enthielten. Die Leiche» selbst waren schon gänzlich verdcrrt und vermodert, und bildeten sie nur noch Aschcnhaufen, da die Lehmwände sie nicht vor der Fäulniff schützen konnten. Einige dieser jüdischen Inschriften wollen wir hier übersetzen, damit man aus denselben ersehe, wie die Grabinschriften bei unseren Vorfahren zu lauten pficgten. Die eine derselben lautete: „Nathaneus Sohn (die übrigen Worte sind hier verwischt).... Mein Vater ward verzehrt vom Kummer über seine Anverwandten und Freunde. Willst du aber ermeffcn, wie groff sein Glaube und seine Güte waren, so komme hieher und frage mich, seinen Sohn, der hier bestattet liegt. Ter „Unsichtbare". DaS Wort „Glaube" dessen hier Erwähnung geschieht, ist wahrscheinlich das hebräische rar«. während unter dem Worte „Güte" voraussichtlich nan verstanden wird. Der Todte wollte mit diesen zwei Worten sicherlich andcutcn, daß fein Vater treu seinem Gotte diente, dabei aber auch seiner Nebcnmenschcn nicht vergaff. Der Ausdruck „der Unsichtbare" ist wohl nur eine Umschreibung des biblischen: npV o urm ir r« (Genesis 5. 24.) Eine zweite Inschrift lautet: „Mikkos (nre), Sohn des Nathancus (;ra). Du warst uns allen lieb. Nun leb denn wohl! Jahr 35. Im 15. Jahre des Paophi." (Der Ausdruck: „Du warst unS Allen lieb", ist zweifelsohne das biblische: nsj» 72 tn2 '7 (Könige 2, (5. 1, V. 26), während das „Nun leb denn wohl" aus Exodus 1, V. 18) stammt und c'hr? bedeuten sollte. Die Zahl 35 bedeutet wahrscheinlich das Lebensalter deS Verstorbenen, während unter dem Namen Paophi irgend ein König aus dem Haufe der Ptolemäer verstanden werden muff. Eine dritte Inschrift lautet: „BerachiaS (nona). Sohn des Bernbies aus Salamis. O Eleazar, du wurdest vorzeitig hknwcggerant". Tie letzten Worte sind wohl das biblische -;ap: 'aso-rv?. Hier beklagt wahrscheinlich einElternpaar den frühzeitigen Tod seines theurcn Sohnes Eleazar. Tiefe drei Beispiele werden genügen, um uns einen Begriff von den Grab- oder Sargauffchriftcu der unseren Vorfahren zu verschaffen.

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