Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 97 (15.12.1887)
- Date
- 1887-12-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXVIII. Jahrgang. M 67 Der Israelit. Er, Zentral - Organ für das orthodoxe Iudentyum. Herausgegcben von Dr. Lehma«« in Mainz. Donnerstag, ben 15. Dezember 5648 (1887). 27^*“ ’ Da mit dem I. Januar 1888 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uuS» die geehrte» Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, dah namentlich bei der Post daS Abonnement frühzeitig erneuert werde» mutz, damit die Ver,eudung keine Unterbrechung erleide. Leitende Artikel. Tum LS. IamgLitg. Mainz, 12. Dezember. Wir lesen!m Wochcnabschnitte des kommenden SabbatS (yps): narn ms m V-L22 i2r v rs myrr .in icsi :rm: jöi htoi cra w „llnb er sprach (Jakob zu seinen Söhnen): Siehe, ich habe gehört, daß ist Verkäufliches (oder Käufliches; siche Nasch!) in Mizrajim; ziehet hinab dorthin und lauset uns von dort und wir werden leben und nicht sterben." Die Erklärer des heiligen Schriftwortes machen darauf aufmerksam, daß in dieser Anrede Jakobs an seine Söhne nicht gesagt wird, was in Mizrajim gekauft werden soll, während es gleich im folgenden Verse heißt: :c~sao 12 "cri mrj? rpr *r,x im „Und c» zogen hinab zehn Brüder Josephs, Getreide zu kaufen von Mizrajim." Rabbcnu Bachaji meint, daß Jakob hier, vielleicht unbewußt, ein Dreifaches ausgesprochen habe und zwar Eines dem einfachen Sinne gemäß und ein Zweites und Drittes als eine Art Prophetie: Das Won nsr bebcutct etwas, was verkauft und gekauft wird; aso hier, dem Sinne nach zu ergänzen, Getreide, wie cS heißt 0‘rra): : 1-2-ir rj<-6 .12121 ctb irrqr 12 yro „Wer das Getreide zurückhält, dem wird fluchen die Nation; Segen aber auf das Haupt des Verkäufers." Eine andere Bedeutung des WoNes -a» ist „Zerbrcchung, Verwundung," wie in der Zusammensetzung i2--.ii tot „die Beraubung und die Verwundung." Jakob sagte also gleichsam zu seinen Söhnen: „Wohl weiß ich, daß uns in Mizrajim schwere Leiden! bedrohen; trotzdem ziehet hinab; denn ich weiß auch, daß wir die Leiden überdauern werden riaj ‘vm „daß wir leben bleiben und nicht sterben werden." Eine dritte Bedeutung des Wortes 12s ist, wenn wir den Punkt über dem v von rechts nach links verschieben, Hoffnung." — Unsre Hoffnung, sagt Jakob gleichsam zu seinen Söhnen, beruht auf unserem Aufenthalte in Mizrajim; dort werden wir zum Volke werden; dort wird Gott uns vorbereiten und uns würdig machen, die Thora zu empfangen; dort wird unS die Unsterblichkeit zu Theil, daß wir alle Nationen der Welt überdauern, n$i 'toi rosa, dauiit wir ewig leben und niemals sterben. Ein solcher Preis ist eS wohl werth, Jahrhunderte lang dafür zu dulden und zu leiden, zu ringen und zu kämpfen. Um unsre Glaubensgenossen in diesem Kampfe, der in unserer Zeit so schwer ist, wie fast nie zuvor, zu kräftigen, zu stärken, zu ermuntern, haben wir vor fast drei Jahrzehnten den „Israelit" ins Leben gerufen, und unter göttlichem Beistände ist es gelungen, stets „unentwegt dieses hohe Ziel im Auge zu behalten, mca 'toi, damit unser Volk lebe, lebe seiner erhabenen Ausgabe, und nicht sterbe, nicht verschwinde unter den übrigen Stationen. Wir waren zunächst stets bemüht, in lehrreichen Aufsätzen das Wort der heiligen Schrift zu erklären und den Sinn der oft räthselhast erscheinenden Aussprüche unsrer Weisen zu erschließen, um so die Kenntniß der heiligen Thora zu verallgemeinern. Von der über die ganze Erde zerstreute Lämmerheerde Israels Kunde zu bringen und so