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Der Israelit · 1887-10-13 · Heft 78-79 (13.10.1887) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 78-79 (13.10.1887)
Date
1887-10-13
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XXVIDL Jahrgang. Zweite Beilage zu Nr. 78 & 79 örs Israelit. Zcitrrngsuachrichlerr uud Correspondenzev. Deutschland. Euskirchen» 24. Sept. Anläßlich der Anwesenheit des Herrn Ncgierunqspräsidtulcn von Srrdow au-S Eöln, in unserer Stadt, nahm derselbe bei Besichtigung der sehcnSwürdigstcn Gebäude, auch die Gelegenheit wahr, unserer neuerbautcn Synagoge seinen Besuch abzustattcn. Nachdem Herr Sradrrath Wallach dem hohen Herrn, den EultuSbeamten .Kodden und die beiden Vorstandsmitglieder vorgestellt harre, nahm derselbe mit sichrlichem 2»- reresse alle Räumlichkeiten in Augenschein, und wrach den gcnannren Herren gegenüber feine vollste Befriedigung hinsichrlich des Baues und dessen Einzelheiten aus. Ter Herr Präsident verweilte circa eine viertel Stunde mit dein Herrn Laudrath und dem Herrn Bnrgcnneister in der Synagoge^ und fuhr da«:! zur Besichtigung der neuen Wapcrlcinrngsanlagcu in der Richtung nach Weingarten weiter. Dort verabschiedete sich der hohe Herr von den ci:iy:hicn Stadtverordneten. und empfahl bei dieser Gelegenheit Herr Stadtrarb Wallach die isr. Eultirsgemcinde feinem ferneren Wohlwollen, woraus der Herr Ncgicrungspräsidcnt der Syuagogcngcurciude nochmals seinen Darrt für die cutgegeutonrinende Aufnahme und Bcftaggnng aussprechen liest und vcrsicherle, das; er der hiesigen isr. Gemeinde stets ein freundliches Andenken bewahren werde. 5. St. Lestcrr. - Ungar. Monarchie. Wien. 2». Leprcnrbcr. Kaiser Fron; Joseph lästr keine Gelegenheit vorübergchcn. ohne zu Künsten des religiösen und nationalen Friedens warme Worte zu sprechen. Zweimal bereits feit rvenigen Tagen meldeten die Zrg., dost der östcrrcickifcht Monarch wahrend feines jetzigen Aufenthalts in Siebenbürgen überall Toleranz und Versöhnlichkeit förmlich gevredrgt hat, und nun liegen wieder gleichartige offizielle Nachrichten vor. Äm Donnerstag empfing der Kaiser in Klausenburg verschiedene Deputationen, und auf deren Ansprachen enbeilre cr Antworten, aus denen wir die folgenden goldenen Worten hervorheben: . . Mehrere Konfessionen und Rationalitäten wohnen im Lande, aber ich zweifle nicht, daß mit den auf die Wahrheit, den Frieden und die Nächstenliebe basirten Prinzipien unserer Religion und unter der Mitwirkung dieser alten Institution, deS römisch-katholischen Status, Sie jederzeit beispielgebend in erster Reihe bereit sc!» werden, diese Aufgaben zu erfüllen, die Sittlichkeit zu heben, sowie die brüderliche Eintracht aufrecht zu erhalten, wobei Ich aufrichtig wünsche, daß zwischen Ihren Gläubigen und den anderen .Konfessionen angchörcrrdcn Mitbürgern außer dem Glauben,eine andere Scheidewand nicht destchen rnöge. . „. . . Ich betrachte cs ohne Reserve, wenn meine Unterthancn verschiedener Skonscssion und Zunge ihrer Religion und Nationalität anhängea. Tic bestehenden Gesetze gewahren auch genügenden Raum zur Entwickelung dieser Interessen. Ebenso wünsche Ich aber, daß jede Konfession ohne Unterschied der Nationalität, jede Agitation von sich serrrhalterrd, sich Eins suhle und in Eins verschmelze in der unverbrüchlichen Treue gegen den Thron, in der Liede deS gemeinsamen Vaterlandes und in der Erfüllung der patriotischen Pflichten.- Tic beiden Aeusterungen waren an die Bischöfe der katholischen und der griechisch-orientalischen .Kirche gerichtet. Auf die Begrüßungsansprache der israelitische» Deputation aulwortetc der.Kaiser: . „Die Bezeugung Ircsicr Anhänglichkeit von Seiten aller Meiner Unterthancn ohne Unterschied der Religion ist Mir angenehm, und darum empfange Ich gern auch Ihre Huldigung, indem Ich überzeugt bin, daß Ihre Glaubensgenossen durch Treue, Patriotismus und gesellschaftliche Tugenden die Achtung ihrer Mitbürger anderer .Konfessionen und den köukglichcn Schutz sich auch ferner sichern wcrdcn.- Und den Unirariern sagte der Monarch: Mit Freuden einpsange Ich Ihre von aufrichtiger Anhänglichkeit zeugende Begrüßnng, und Ich versichere Sie dessen, daß, obzwar Ihre Glaubensgenossen in diesem Lande weniger zahlreich als' die anderer .Konfessionen sind, Sie Meinem väterlichen Herzen ebenso nahe stehen als jene, und daß Meine Gnade Ihnen gegenüber stet» unverändert bleiben wird.- Nicht weniger wohlwollend und warm lauteten die an die Deputation der Rcformirtcn und der Sachsen gerichtclen Worte des Kaisers, von X

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