Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 78-79 (13.10.1887)
- Date
- 1887-10-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXVm. Jahrgang. M 78 L 79. £i* ■ KenLrak - Organ für das ortßodore Iudenthum. Heran-gcgcbcn von Dr. Lchmasa in Mainz. Donnerstag, de « IS. Oktober 5647 (1887). Leitender Artikel. Die Höchste Aufgabe des menschlichen Streöens.*) (Zu Paraschath Bereschith.) Mainz, 2. Oktober. Die heilige Schrift beginnt mit der Geschichte der-Schöpfung. Tcr allmächtige Gort, der Inbegriff des Alls, hat nach Seine«: freien Ermessen das Universum erstehen lassen. All die großen Welten, die im anscheinend unbegrenzten Raume kreisen, sind durch Sein schöpferisches Werde erstanden. Er sprach: „cs werde Licht,- und es ward Licht; Er spannte die Himmel aus, sammelte die Gewäner in die Meere, ließ auf dem Trockenen die Pflanzen und die Bäume wachsen, wies der Sonne, dem Monde und deu Sternen ihre Bahnen an, ries die Fische und die Vögel ins Leben und alle Wesen, welche die Erde bevölkern. Zuletzt erschuf Er den Menschen, der Schöpfung Mcistcru?c:k. „Und es bildete der Ewige Gott den NcnsLcu ans Staub von der Erde, und Er blies in ferne Nase den Hauch des Leben-, und cs ward der Mensch zu einem belebten Wesen.- (l. B. M. E. 2, V. 7.) Zu deu Worten im rer: v£*a ren „und Er ölkcs in seine Nase deu Hauch des Lebens" bemerken unsre Weisen im Jcruschalmi: ~tsto nrrüa kt> ja» r-rszzz .ttt. zr-yz :cn*TP C22 TD TW _ ,^Zn dieser Welt hat Gott dem Menschen die ^eele eingehaucht; aber in der künftigen Wett wird Er sie ihm geben, wie es heißt: Und Zch ’) Nach v? TO voa Rabbi Jakob Sulinger?*;. werde geben Meinen Geist kn euch, und ihr werdet leben (Zecheskel (S. 37, D. 14): Dieser Ausspruch unsrer Weisen erscheint sehr räthfelhaft. Das. Eine erkennen wir klar, daß sie einen Unterschied machen zwischen rrrc: „cinbaitdjui," und wj „grbxü/' und daß wir diesen Unterschied erklären müssen; um zum Verständnisse des iu Ncde stehenden Ausspruches zu gelangen. Lei der Eündfluth (1. B. M. C. 7. B. 22) wird erzählt: nc» bzz vejo c~n nr» nrw “itn io to nrsra. „Alles, was deu Hauch des Geistes de- Lebens in seiner Nase hatte — von Allem, was auf dem Trockenen war, starben sie." Im heiligen Soharbuche wird die Ausdrucksweise io r2« c’*n m rrr; ist« als sehr auffällig bezeichnet. Rabbi Jizchak sagte: tccm p:» pi» o.-ra« ]U'» *,eo va ttzrzp (Gott spricht:) „Wer sind meine Freunde? Diejenigen, in welchen sich die heilige Seele befindet." tm m.rer; “.rx bz yrz xr. on x awwtit :vo rcira nr» bzzs ■»•sxa „Darauf cutgegucte Rabbi Zehndah: Wenn dem so ist, warum wurden denn bei der Sündfluth alle diejeuigeu hinweggerafft, von denen es heißt, daß der Hauch des Geistes des Lebens iu ihrer Nase war?" — In Folge dieser Frage erklärt Rabbi Jizchak den Vers anders. Er beziehe sich, meint Rabbi Jizchak, auf diejeuigeu Frommen, welche in dem Zeitalter gelebt hatten, welcheder Sündfluth vorhergcgangen war und deren Namen in der heiligen Schrift verzeichnet worden sind. Iercd, Etzanöch, Mcßuschclach und die andern, dort Erwähnten waren die Männer, von denen man sagen konnte, daß crn rtn rer: „die lebendige, geistige Seele" in ihnen gewesen; sie alle waren gestorben oder doch von der Welt hinwcggenommeu worden; eS war also Niemand mehr aus Erden, der durch seine Frömmigkeit und seinen heiligen