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Der Israelit · 1887-12-12 · Heft 96 (12.12.1887) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 96 (12.12.1887)
Date
1887-12-12
Page
– (sequence 12)
Language
German
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freuett. und wollen sic denselben weder durch die Anwesenheit eines Christen noch eines Juden ^entweihen" lasten. Seit einigen Monaten hat jedoch die Stimmung in dieser heiligen Stadt umgcschlagcn, da ihre Bewohner nun langsam zur (5 insicht gelangen, daß man vom Fanatismus allein ohne Handel und Industrie, nicht leben könne und so luden sie die Franzosen, die vor zwei Jahren von ihrer Kolonie Senegambien am Senegal eine Niederlaffung in Bamaku am Niger gegründet hatten, ein, sie zu besuchen und ihre Stadt näher kennen zu lernen. Die französische Negierung ließ nun auf dem Niger ein kleines Kanonenboot erbauen, das dann den Strom 'hinab, nach Timbuktu dampfte. In allen Lrtcn an beiden Seiten des Flusses stand die Bevölkerung dicht gedrängt und betrachtete mit neugierigen Blicken das „Feuerschiff-. das pfeilschnell dahinflog. In dem genannten Haftnstädtchen Kabra hatten sich zum Empfange der Christes zahlreiche Notable, dann Gelehrte und Heilige cingcfundcn, welche die Fremden aufs Herzlichste begrüßten. Letztere begaben sich schon am nächsten Tag nach Timbuktu, wo sic eine Art Trinmphcinzug hielten. Der Ltahia (Bürgermeister) der Stadt — Timbrrktu ist eine Art .Hansastadt und wird von einem jedes Jahr ncugcwähltcn Bürgermeister regiert — beherbergte sie sogar in seinem Haufe, wo sie wie Könige bcwirthet lvurden. Sie durften auch frei in der Stadt umhcrgcherr, die Bazare daselbst besuchen und auch die Badchämer benüpen, eine Gunst, die in einer so heiligen Stadl, wie es Timbuktu doch gerne sein möchte, nicht unterschätzt werden darf. Da nun das Elend unter den Juden Marokkos von Tag zu Tag zunimmt, so wollen mehrere Familien den Versuch machen, sich in Timbuktu anzusiedcln, da sie hoffen, daß die Bevölkerung daselbst, um sich die Gunst der Franzosen nicht zu verscherzen, heute schon duldsamer gegen Andersgläubige sein werde. Auch gedenken sie dann von dieser Stadt aus mit den übrigen Städten am Niger in Handclsverbindung zu treten. Sie würden dann ihrerseits wieder nül den Franzosen in Bamaku, später auch mit den Engländern, die heute schon zweiundzwanzig Faktoreien am unteren Laufe des Niger haben und dort auch einen lebhaften Dampfschiffsverkchr unterhalten, in geschäftliche Beziehungen treten. Sie hoffen ferner auch die Märkte des Südens für sich offen zu finden, da in diesem rmtnenscn Ländergebine auch einige Millionen Heiden leben, so daß sich der muhamcdauische Fanatismus dort nicht in seiner ganzen Schrecklichkeit zeigen kann. Und^ohnedies beginnen ja heute die Nationen Europas vom Meere her in den Süden cinzudringen, um die Völker dort sowohl für ihre Industrieerzeugniffe als auch für ihre «.iollisatorifchen Ideen zu gewinnen.*) Nur ist die Reise von Marokko nach Timbuktu ungemein beschwerlich, da sie durch die Wüste geht und dauert dieselbe gewöhnlich sechs bis acht Wochen. Ta cs in der Wüste keinen markirren Weg gibt, so werden sie sich einem Führer anvertrauen, der schon einige Male die Reise von Marokko nach Timbuktu und zurück gemacht hat. Auf dieser langen Reise findet sich nur eine einzige Station, wo man sich mit Lebensmitteln versorgen kann, und ist dies die Stadt Arauan, die sechs Tagereisen nördlich von Timbuktu liegt. •) Tie von Teutschland neulich erworbene Kolonie Kamerun liegt in der Nähe der Nigermündung und die Agenten deutscher Handelshäuser, beianders der (Export- Firma £&ioalb in Hamburg besuchen heule schon die Städte am unteren Niger und am Bcnuesirrise. Auch die zwei Negerkaufteute. welche der deutsche?!mfnTfiirnbi Xt. Jtegel nnr :inn fahren rrnA -pe-lin geführt harte, kamen aus dem Süden und zwar au» der Stadt Noltiban am Benuestusse. Franlsurtrr Journal. SSB&S lands, eine der billigsten große» Zciluage». Bieneljährlich 6 Mk. 25 Pj. ' 5629 Briefkasten der Redaktion. Herrn Lehrer Rothschild in Romrod: Bereits durch die dorrcjponden; Main; in dieser Nummer erledigt. — Herrn H. S. in F.: drßgleichen. — Herrn I. L. in L.: TaS Berliner Rabbinersrminar und das Berliner Rabbinat sind ganz verschiedene Tinge, die geradezu im t^egensake zu einander sieben. Tas Berliner Rabbinat, mit Tr. Maibaum an der Spiee, sreht aus dem Standpunkte weitgehender Reform, während das Berliner Rebdinrrseminar. Tr. I. Hildesheimer *2 an der Spiye. auf orthodoxem Standpunkt steht. Ihr <5»ar Icfaias 19.22 hat mit der Sache gar nichts zu schaffen. Dies» soll beweisen, daß richtig sei? Briefkasten der Expedition. S. Messing, stsgr. San Fanzisco. 40 Mark dankend erhalten. Wochc» - Kalcndrr. Freitag» 16. Tez.. 1. Teberh m nc Samstag, 17. Te;.. LTederh F2? |*pa Sonntag. IS. Tr;.. 3. Tederh 7272N PÄTl Sabbat-Ausgang 4 Uhr 50 Min. (Mainzer Uhr). Berichtigung. In dem Re'erare über den von Tr. Berliner in Hamburg grba!:enrn Bonrage über Raichi muß es nicht R. Joseph Karo, jondrr» R. Joses Ker» heißen.

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