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Der Israelit · 1887-12-12 · Heft 96 (12.12.1887) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 96 (12.12.1887)
Date
1887-12-12
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXVilL Jahrgang. KeUligr zu Nr. 96 des Israelit. Zeitougsuachrichten und Correfpoudeuze«. Deutsch! a u d. Mainz, 8. Dcz. In Skr. 94 des „Israelit" befindet sich eine Korrespondenz „Aus Schlesien," in welcher die Form On dein von dem Tcutsch-Jsr.-Gen:.-B. vcrsaudtcn hebräischen Gebete). bemängelt wird. Wenn auch diese Form in der heiligen Schrift nicht vorkömmt, so kann man sie doch nicht für geradezu falsch erklären. Von der Infinitivsorm kann man nach der Analogie von (■*- B. M. 25, 12) auch 1x51^ bilden. Frankfurt a. M., 9. Dez. Soeben ernpsange ich die jüngste Nummer des „Israelit" und beeile mich, Ihrer Aufforderung zu entsprechen und über das Jargon-Wort Frätow es" Auskunft zu crthcilcn*). 5tein geringerer, als Rabbi Gl iah ha Bachur erklärt den Ursprung deffelben. „Im Arabischen." so schreibt er in seinem „Tischbi", „heißt ein Schreiber 2B4 (Kauaw-, wie Raschi zu Icsaias!0, l interprctirt *2"? pt Tie öffentlichen Schreiber pflegten Witze, Gleichnißreden, Pasquille re. nicderzuschreiben, und diese nannte man JV££2' (Kattawus). Tie meisten Menschen leiten das Wort irrrhümlich von »21122 her und schreiben cs deßhalb mit c; sie verstehen nicht zu unterscheiden 2'zb n 72." Soweit der Tischbi. Im rr-xr jedoch, von Rabbi Jakob bar Jo?l Tiktin, Altona 5487 (1727), findet sich das Wort folgendermaßen geschrieben: nran na*.cp. Diese Schreibart entspricht auch nicht der im Tischbi erwähnten irrthümlichen Ableitung. — L. PH. Pr ins. Frankfurt a. M., 9. Dezember. Im B e r e i n für jüdische Geschichte und Literatur beschloß am vergangenen Mittwoch Abend Herr Dr. Heinemann den im vorigen Winter begonnenen und dieses Jahr fortgesetzten Eyclus von Vorträgen über •) Am der Red.: Vir bitte» io deoiselbeo Aunaye einen TrrrLsehter;u verdeisern. Bei Rrsch nnrx es Üatt >;S heißen 22 72 TT ar.*2X; e« f.cnfi im Manpscrivr “ZU, woran« der Lexer 721« machte. die Juden auf der pyrenäifchen Halbinsel mit nnem Dortrag über „die letzten der Juden ln Spanien." 2Wit großer Meisterschaft entwarf Redner ein lebhaftes, , geradezu dramatisches Bild von jener. so5 bedeutungsvollen und erschütternden. Epoche jüdischet Geschichte. Die Kämpfe der SH* mohaden und SUmoraoiden, denen die jüdischen Ge* meinden in Südspgnien zum Opfer gefallen wären, hätte.die muhamcdanischen Reiche in Spanien so erschüttert, daß sic den christlichen Staaten keinen energischen Widerstand mehr zu leisten vermochten. In dco Mitte des dreizehnten jJahrhunderts befand sich die Pyrenäeuhalbinsel mit alleiniger Ausnahme von Granada und seinem Gebiete wieder in den Händen der Christen. Die Juden hatten Anfangs keine Ursache, mit dieser Veränderung unzufrieden zu sein. Der Geist der Unduldsamkeit, der die Wesrgothcn so mächtig beherrscht hatte, war bei ihren Nachkommen, den christlichen Spaniern, wenigstens zum Theil durch eine humane Gesinnung verdrängt worden, und besonders die Könige i-:v Kastilien wußten die Juden sowohl als Meister der diplomatischen Unterhandlung, wie auch als Ver* mittler zwischen dem arabischen und christlichen GeisteSleberr zu schätze»!. Oesters schon ist jenes Jbu Esra Erwähnung gcthan, der unter dem Kaiser Alfonso Raimundez seinen von den Almohadcn verfolgten Glaubcnsbrüdern Schutz gewährte. Unter Alfons I. begegnen wir mehreren Inden in hervorragender Stellung. Sein Finanzminister war Don Merr Malea: sein Leibarzt Rabbi Jehuda Hakohen, und ein Vorbcter an der Svnagoge in Toledo, Don Zag den Said, leitete die Anfertigung jener hochberühmten alfonsischcn Tafeln, die für alle astronomischen Beobachtungen die Grundlage bildeten, bis das Fernglas einen weiteren Einblick in die Geheimnisse der Sternenwelt ermöglichte. Auch aus den späteren Tagen werden noch einzelne jüdische Minister spanischer Könige genannt, so Rabbi Samuel Ha* levi, Minister Ton Pedro's der die herrliche Synagoge in Toledo erbaute, die noch jetzt, in eine Kirche verwandelt, die Bewunderung der Reisenden erregt. Aber immer seltener wurden diese Erscheinungen. Ter Fanatismus griff immer mehr um sich. Abtrünnige Juden schleuderten gegen den Talmud Beschuldigungen, die, obwohl hundertmal widerlegt, doch immer wieder jener sagenhaften Hydra gleich, das Haupt guf's Reue erhoben und ja noch

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