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Der Israelit · 1887-12-12 · Heft 96 (12.12.1887) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 96 (12.12.1887)
Date
1887-12-12
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Lffcnbarung.betrachtet. Sie bestreiten es daher aus» Entschiedenste, daß Sabbatai Zewi nur aus Furcht vor den Drohungen de» Sultans Mohamcd IV. und seines Großvczicrs Achmed äoprili den Islam angenommen habe, und bringen sic dafür auch Beweise au» ihren Schriften. Auch den türkischen Namen, Mchemcd (“crr), den Sabbatai Zewi nach seiner Bekehrung annchmen, mutzte, betrachten sie nur als einen biblischen, und geben sie denselben daher recht fleißig ihren Kindern. Es gibt sogar einige Familien unter ihnen, deren Mitglieder insgcsammt schon seit undenklichen Seiten den Namen Meheincd führen. Ten Geburtstag Sabbatai Zcwi's feiern sie jedoch nicht nach dem türkischen, sondern stets nach dem jüdischen Kalender, so daß er immer mit unserem Tischah-Bcab zusammcnsallcn muß. (Schluß folgt.) Die Kerrin von AiitawiH. XII. Als Mose» Krakauer nach Hause kam, berichtete er seiner Frau den Inhalt seiner Unterhaltung mit der Baronin und zeigte ilir da» Tocumem, durch welche» der verstorbene Gras Topolski ihn sowohl al» sic von ihrem Schwure entbunden Hane. „Sc» wirst Tu nun lhunfragte Frau Hindcle. „„Zunächst wollen wir Nahe! die Mitthrilung machen, daß sic nicht unsre Tochter ift."" Frau Hindcle rief Nahe! herbei. „„(vjclicbte» Kindsagte Krakauer, „„ich will Tir ein Gcheimniß anvertrauen, da» zu enthüllen mir erst heute die Erlaubnis; crihcilt wurde. Ta» Gcheimniß betrifft Dich, und ich weiß nicht, ob Dich dcffcn Inhalt betrüben oder erfreuen wird."" „Es würde mich tief betrüben," cntgegnete Nahet, „wenn cs mir nicht bereits bekannt wäre. Ihr wollt mir minheilcn, geliebte (Plifrn, daß ich nicht Eure Tochter bin, sondern, daß iÄ einem sündigen Verhältnisse der Eomteffe Sidonic zu einem Äusitlcürer mein Leben verdanke." „„Aber Kind, Tu weißt ja mehr als wir!"" i „Bisher glaubte ich es nicht recht; seit gestern ist eS mir zur Gewißheit geworden. Tie alte Bäuerin Martha hat cs mir erzählt, als sie so schwer krank war, und die Mutter ihr täglich durch mich das Esten schickte. — Herzchen, sagte sie eines Tage» zu mir, Tu bist so gut, Du bin keine Jüdin und sichst auch nicht aus wie eine Jüdin. Genau so wie Tu hat die gnädige Baronin ausgesehen, als sie noch eia junges Mädchen war. — Was für Unsinn schwavt Ihr, Martha, enrgegnete ich. — Kein Unsinn, mein Seelchen, sagte sie. Ich diente damals auf dem Schlosse. Da hatte die Eomteffe einen Lehrer, Namens Fido, den sie sehr gern batte. Ter Signor, wie sie ihn nannten, wurde plötzlich weggejagt und die Eomteffe wurde aus einmal todtkrunk. Bald daraus bekam Deine Mutter Zwillinge, ein Bübchen und ein Mädchen. Das Mädchen sah gar nicht jüdisch au», sondern war der Eomteffe täuschend ähnlich. Tein Barer aber, bis dahin ein armer Handelsmann, wurde auf einmal Gutspächter. Mau bat so seine Gedanken. Aber nicht allein ich haue sie, der gnädige Herr Baron mußte etwa» Achulichcs bemerkt haben; er kam eines Tages und forschte mich au». — Ich verwies der Alten ihr Geschwätz und legte der Sache weiter keine Wichtigkeit bei. Al» ich jedoch gestern ans daS Schloß gcruscn wurde und die Frau Baronin so überaus^zünlich gegen mich war, schien cs mir, wie wenn die alte Martha die Wahrheit gesprochen. Zur Gewißheit wurde cs mir. als Du, lieber Vater, bei der Nachhausefahrt Dich vergaßest und au«- riefest: Ter Gras hat mir das Kind geschenkt, e» ist mein Eigcnlhmn! Zwar wolltest Tu noch die Sache in Abrede stellen; allein, von dem Augenblicke wußte ich. daß die alte Martha Recht gehabt hatte. — Ich kann Euch nicht sagen, wie mich diese Gewißheit geschmerzt hat! Ich, die ich so stolz war auf meine großen Ahnen, die ich mich immer so freute, dem auscrwählten Volke Gottes auzugehörcn, wurde zu cincul Kinde der Sünde gestempelt' Und doch . . . ." „„Tu unterbrichst Dich, Rahcl,"" fragte Krakauer in größter Spannung. „„Vollende doch!"" Nahe! schlug die Augen nieder und sagte: „Ich kann es nicht' ausiprechen." „„So will ich cs für Dich thun,"" nahm Frau Hindcle das Won. „Tu wolltest saufen, so sehr Tn auch bedauerst, nicht unsre Tochter zu sein, so freust Tn Tich dennoch, daß Ahron nicht Dein Bruder ist. Tu brauchst Tich dessen nicht zu schämen, geliebtes Kind. Wir winen schon längst, daß Ihr Euch liebt, und wenn cs in unsrer Macht steht, so i sollt Ihr auch vereinigt werden.""

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