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Der Israelit · 1887-10-02 · Heft 76-77 (2.10.1887) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 76-77 (2.10.1887)
Date
1887-10-02
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXVln. Jahrgang. Erste Beilage zu Nr. 76 5r 77 -es Israelit. Z-ituugsuachrichteu uud Correspondeuzcu. Deutschland. Ltettin. Bei ihrer jüngsten Anwesenheit da- Iiicr besuchte die 5taiscr'm auch mehrere jüdische Wohlthätigkeitsanstallcn. Bciui Abschiede sprach Hochdicsclde ihre Zufriedenheit über die bei diesem Besuche gemachten Wahrnehmungen in folgenden Worten aus: „Ich freue mich, daß ich auch hier Gelegenheit habe. Ihnen meine vollste Anerkenuuug wegen Ihres WoblthätigkeitSsinncS aussprcchcn zu rönnen. Ich bin Ihren Glaubensgenossen auf diesem Gebiete oft begegnet und habe stets edle Gesinnung, Ovfcrwilligkcit und hingehende Liebe bei ihnen wahrgcnommcn. Auch hier zeigt sich, wie ich ich zu meiner Freude höre, dieselbe menschenfreundliche Gesinnung in zahlreiche» Wohlthäugkeirsanstalrcn, n::d ich spreche Ihnen meine wärmric Theilnahure an diese» Bestrebungen aus." Oesterr. - Ungar. Monarchie. Radautz (Bukowina). Die Königin Victoria von England richtete durch General Sir Heinrich Vousouby an den Ezernowiverorrhöd.Rabbiner, Benjamin Weiß, ein Schreiben , in welchem die hohe Frau ihm für scinen au dieselbe am 12. Sept. gerichteten Brief und für das demselben bcigclegte Exemplar seiner am Sterbetage des Sir Moses Äomcfiorc b“?. gehaltenen Tlauerrcdc ihren Dan! ausspricht. Rußland. Aino. Um in die Kijcwsche Universitär ausgenommen zu werden, sind, wie die „2t. Pctcrsb. Wcdomosti" mittheilen, Nlchrcre Juden, denen aus Grund der letzten Verfügung des Ministers der Volksauftlärung die Aufnahme in die Universität verweigert worden war, zur christlichen Religion übcrgcgangcn. Doch ist die Frage, ob ihnen jcvt der (yimriit in die Universität frei steht, noch nicht cnnchicvcn. Wie nämlich das obengenannte Blatr benchrct, soll der Euraror des Krjcwschcu Lehrbe- -.rrks den. jungen Leuten erklärt haben, daß im betreuenden Passus des Eirculärs des Ministers nicht blos Juden, sondern überhaupt alle Personen jüdischer Herkunft gemeint seien. Amerika. New-Z)ork, 5. Sept. Dem aufmerksamen Beobachter hiesiger jüdischer Verhältnisse kann die erfreuliche Tharsache, daß sich ein Umschwung zum Bessern vorbereitet, nicht verborgen bleiben. Seit Monaten macht sich eine derartige Front- Veränderung auf vcrschicdnen Seiten bemerkbar. In erster Reihe danken wir diese Agitation der jüdischen Bevölkerung der unteren Staor, tenjeuigen unserer Glaubensgenossen, welche ans dem Osten Europas stammen. Wengleich natürlich auch von diesen Leuten sich behaupten läßt, daß im Staate noch Manches faul ist, so muß doch anerkannt werden, daß dieselben doch eher wie die anderen (Glaubensgenossen auf eine Besserung der Verhältnisse bedacht sind. In erster Reihe ist cs die geplante Vereinigung aller orthodoxen Gcrncindcn, die als Ausgangspunkt einer einheitlichen Aktion dienen soll. Zu diesem Bchusc soll vor Allem ein Oberrabdincr berufen werden, unter dessen Leitung dann alle Institutionen in wahrhaft conscrvalivc Lahnen geleitet werden sollen. Ans Unterstützung außerhalb der obcubezcichnctcn Klassen kann die Bewegung nur im geringen Maße zähle». Dr. H. P. Mcndcs, der wahrhaft orthodoxe und mustergültige Rabbiner der portugiesischen Gemeinde, wird der einzige amürcude Rabbiner sein, dessen Herz für die Sache schlügt. Allein wie die Sache sich auch gestalten möge, das Eine steht fest: Tic Bewegung ist da, der Stein ist im Rollen, und ich hoffe Ihnen mit G. H. bald Ausführliches und Erfreuliches berichten zu können. Ein zweites Ereignis; ist ferner dazu angcihan der Welt zu zeigen. daß auch am Rabbinrrrhum, am a m c t i kä u'i f ch c« Nabbincrlhum. noch nicht Hopfen und Mal; verloren ist. Ein junger Mann, irr Amerika geboren und erzogen, in Breslau als Rabbiner ansgcbildet, hat der Welt gezeigt, was ein charakterfester und priuzipientreuer Maua zu tlrnu i:n Staude ist. Einen Mann, der unter nicht conscrvarivcn Verhältnissen ausgewachsen, der in Breslau feine pricstcrliche Weihe empfangen — für die Prinzipien des echten und unverfälschten Iudcnthnurs kämpfen sehen, das war sicher bis jetzt nicht da. Tr. Bernhard Drachmann, von dem diese Blätter bereits jüngst berichteten, ist der mannhafte

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