Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 76-77 (2.10.1887)
- Date
- 1887-10-02
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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xxvm. Achrzasg. M 96 & W. ci« Zentral - Organ für das orthodoxe Iudentyum. HerauSgegebeu von Dr. Lehman» in Mainz. Sonntag, den 2. Oktober 5847 (1887). Wegen des hl. Laubhüttenfestes erscheint die nächste Nummer (eine Doppelnummer) Donnerstag den IS Oetober. Leitender Artikel. Der ZeflSmuß des Küttenfestes. Mainz, 29. September. Ter allmächtige Gott hat uns befohlen, am Hütlknfestc vier Pflanzenarten zu nehmen: das (nhrog, das Lulab, Myrrhen und Bachwciden. In Bezug darauf lehren unsre Weisen im Midrasch: c-rn sns p» ’xp cn nyj's rm trn »Vn rinn c*üi *;ia cncr crra 'i ibs fc*2r:nc :ra"rn »Hierauf bezieht sich der Vers (Mischle (5. 30. V. 24): Vier sind klein auf Erden; sie sind aber ausnehmend klug. Das sind die vier Pflanzenarten des HüttcnfesteS, welche klein sind in den Augen der Menschen, aber groß vor dem Heiligen, gelobt sei Er.- Wenn dieser Ausspruch der Weisen schon an und für sich sehr schwer verständlich ist, so erscheint er noch rätselhafter dadurch, daß der weise König die vier kleinen, aber ausnehmend klugen Gcschövfe sofort namhaft macht. Es sind vier Thiere, die er auszählt, nicht aber die vier Pftanzenarten des Hüttensestes. So heißt cs (daselbst Ä. 25—28): »Tie Ameisen, ein Volk, nicht kühn, und sie bereiten im Sommer ihr Brod; die Bergmäuse, ein Volk, nicht stark, und sie legen an in Felsen ihr Haus; ein König ist nicht der Heuschrecke, und sie gehr aus in KriegssLaareu insgesammt; die Spinne kannst mit Händen du greifen, und sie weilt im stölligspalast- ,Um zur Auflösung dieses räthfelbasten Midrasch Zu schreiten, müssen wir einen andern Ausspruch der Weisen hknzunehmen. Anköpfend an den VerS: »Alle meine Gebeine werden sprechen. Ewiger, wer ist wie Du!" lehren sie, daß die vier Pflanzenarten des Hüttenfestes Vestandtheile des menschlichen Körpers darstellen. Das Ethrog gleicht dem Herzen, das Lulab dem Rückgrat, die Blätter der Myrthe gleichen den Augen und die der Bachweide den Lippen (dem Munde). Demnach sollen uuS diese vier Pflanzenarten symbolisch darstellen, daß wir unser Herz, die Kraft unsres Körpers, unsre Augen und' unsren Mund dem Dienste unsres Gottes weihen. Mit Zuhilfenahme dieses Gedankens werden wir erkennen, daß die vom weisen Könige erwähnte» vier Thiere eine ähnliche symbolische Bedeutung haben. Tie Blätter der Myrthe gleichen den Augen, und die Ameisen sollen uns eine weise Voraussicht lehren. Die Ameise sammelt zur Erntezeit große Lorräthe, von denen sie im Winter zu leben gedenkt. So sollen auch wir weise Voraussicht lcrucn, sollen unser Leben hienieden benutzen, um uns für die künftige Welt vorzubereiten. Nur durch die guten Thatcn, die wir auf Erden vollbringen, können wir der ewigen Seligkeit theilhaftig werden. Die Myrthe, die da dem Auge gleicht, soll uns, ebenso wie die Ameise, daran mahnen, daß wir in die Zukunft schauen, damit wir wohl vorbereitet, wenn der Zeitpunkt herannaht, hin« treten können vor den Thron des allgerechte« Richters. »Tie Bergmäuse, rin Volk, nicht stark, legen an in Felsen ihr Haus." Auch wir Menschen find gar schwach, jeder Verführung und Lockung der Sünde ausgeseyt. Daher müssen wir un? nach Schutz und Kräftigung «raschen; "fco i, der Ewige