Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 72 (15.9.1887)
- Date
- 1887-09-15
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2446951-2449697-2449769--27198-2517063- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1329 wünschen, ist in Mefovotamim nicht bekannt, da wir diese HcrzcnSergüssc immer am ersten Tag dc-5 Pcßachnnd des CnklolhrrstcS Eltern und Freunden r.:'s Hans tragen. Zu (Sbrcn dcS hohe» Festes legt nun Alles heute weiße »leider an und sogar der »opf wird mit einem kleinen weißen Turban umhüllt. Frauen und Kinder machen dabei selten eine Ausnahme. Wer nun am Morgen keine Zeit oder Gelegenheit Hane e^*L mm zu machen, der bolt nun da? Versäumte schnell noch Mittag in der Lrrnagoge nach. Beim Maribgcbetc wird statt: --r.r rr: der Vers: nz-r/zz errr.recrorin* geschaltet. Beim Nachhansegehen wünscht man sich daun gegenseitig: rxr:: n-rr cnrb rrm. „Mögest Tu eingeschrieben werden zum guten und angenehmen Heben!" Doch in die? fein offizieller oder obligater G.uß, sondern nur ein Ersatz für das heute iueflfnfienbe: c*r-e ex* (Angcr.chmc Feiertage') oder nnrrr r*Tre: < Festtage zur Wonne') Laß heute Abends auf keinem frommen nnd bemittelten jüdischen Tische der Hammclskopf fehlt, da? wollen wir nicht besonders erwähnen und wird derselbe dann zugleich mit tan Spruche: rrr yjpß* ,7m genossen. Sterdegen'änder tragen wir leine in Me-- sopotamieu weder am Neujahr?- noch am LcnöymmgStüge: dafür trägt man, wie schon erwähnt, weiße bürgerliche »leider. Die modernen Araber nennen daher auch de» Bersohuungstag der Juden: „Ed El-Abjad (da? weiße Fest), obgleich es vom Propheten Moharrred selbst: Zor.1 Ei-Aschura (der zehnte Tag) gcriaw.rt ward. Am Rachn'.itiagc des NeujülrrstageS versammelt man sich bei Freunden rmd L'ckannrcn, dciren inr vergangenen Jahre ein thcncrcs Famiricnmitglicd durch den Tod entrissen wurde, nrr: hier eine rcT-n zu mache::, indem man für die Seele dcS Perstorbene» einen Abschnitt aus der Mifchna liest oder einige Psalmen rccitirt. Die Gaste nehmen dünn zum Schlüsse einige Erfrisch-rngen zu sich. Ta sch! ich wird gewöhnlich bei einem im Vorhosc der Lnnagoge befindlichen Brunnen gemacht, da weder in Bagdad noch in Mossnl der Tigris durch das Indenvienc! fließt. In der Nacht vor Erew Jom .Kipur herrscht in den Straßen Bagdads ein ungewöhnlich starkes Leben, da nun zahlreiche' Sckäcktcr von Hans zn Hau? eilen, r-m hier die zahlreichen .»aporauS iHähne und Hübner) abzuschlachten. Ein Geldgeschenk lohnt gewöhnlich ihre Mühe, doch inrinen sie einen Thetl davon an die Gemcindekaffc abjühren. Heute geht man auch besonders zeitig zu Selichoth, da sowohl Männer wie Frauen schon um 1 i Uhr Mittags mit allen ihren Arbeiten fertig sein wollen, um sich dann mit Muße dem MittagStrsche und nachher den Vorbereitungen für den bevorstehenden großen nnd heiligen Tag hingcben zu können. Zum Mittag- und Abendessen ladet man gewöhnlich einige Arme oder man schickt ihnen das Essen in'^ DauS, was hier gleichfalls als eine „Kaporch" betrachtet wird. Nach dem Minchagebetc schlägt man sich gegenseitig Malknt. Das Maridgcbet beginnt mit dem herrlichen und erhebenden Liede: ~z — vprn i? *rer„si, das von der ganzen Gemeinde stehend adgesungen wird. Es folgen dann die Haschkoboth (Seelcngcbctc) für unsere Heimgegangenen Theucren und Edlen, die sclbstbcgrciflich die ohnedies erregten Gemürhcr gewaltig erschüttern. Hierauf wird die Bundestadc geöffnet, um ans derselben einige Thorarollcn, gewöhnlich sieben (eine für den Hasan) und die übrigen sechs für eberrsovicle angesehene und gelehrte Gemciildemilglieder). hcrauSzunehmen. Der Hasan begrüßt die Thorarollcn mir dem Spruche: 'u: *r.x ‘-b b-u ,".r, jrrr *r.n irc irren-*pa Tie Träger der Rollen stellen sich neben dem Hasan ans,'der daS.Kol-Nidregcbct anstimmt. das aber im Oriente nur gesagt, aber nicht gesungen wird, da man dorr tzeu herrlichen Nigun der deutschen Inden für dieses Gebet gar nickt kennt. Es folgt nachher das Gebet für den Sultan Abdul Hamid II. r,"T, für die Gemeinde, die Ehachaurim rc. und schließlich auch für jene zwei Glückliche», die am kommenden Simcharh-Thorascste als Ehafan Thora nnd Ehafan Bcrcschilh sungircn werden. Mit dem *i*2* stellt der Hasan die Thorarollc in die Brmdesladc zurück und beginnt dann mit dem Maribgebctc, da? dann urit rszrr ycsr und bv geschloffen wird. Am Jom Kipur wird gewöhnlich der gewaltigen Hitze wegen um zwölf Uhr das Gebet unterbrochen, worauf eine dreistündige Panse cinlritt. Man erholt sich mm oder schläft ein wenig. Das im Abcudlande allgemein verbreitete Gerückt, daß man jetzt den Tische decke und die besten Speisen auttrage, um sich so bei deren Anblick zu kasteien, ist eine reine Fabel. Nach dem Ncilahgebek werden r.'-rrn r.m m*n mit einer 7wra geblasen und die heiligen Tage sind zu Ende, p-.x '-sp 7rr kv-c-r *or,x rn xx mrw zxi rr cbzrr.b brb nxm rosa r.b'ib rarst ex-;*-*1 n*ro ern- .'ex nra trsfri