Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 71 (12.9.1887)
- Date
- 1887-09-12
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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- Simlai 1× ep/1007159
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Moment wollte ich i» derselben nichts weiter als einen lapsus calami erblicken. Jedes Bedenken aeaen die Antciiticität nnscrer Bariante mußte indessen schwinden, als ich dieselbe nicht nur in sämmtichen Tephillot der i"' behchrlich wiederholt, sondern ,>ch ^„verschiedenen anderen Mannseriptcn bestätigt I .tiiid) fniib. Die von gelehrter Seite mir iiiitgclliciltc Aiiiiahme, daß das i wohl mir, wie dies in älteren Haiidschiisten öfters zu siudc», in Bcrtretnng der Bolalzcichen Üamez chatvph andenten wolle, trifft iw vorliegende» Jolle nicht zu, du sonst jedes andere in dein betreffenden Mannscript vorkonimcnde, mit Äamez chotvph zu vokalisirendc Wort gleichfalls mit i geschrieben sein müßte; ich habe aber diese Schreibart lediglich an den bcrcgten 2 Stellen und nirgends sonn entdecken köniicu. Um so dringender tritt da die Fragt beim»: worauf gründet sich diese Abweichung von: landläufigen Texte? Nach incinem Dafürhalten dürste sie ans folgender chalachischcn ivägniig hervorgcgangen sein: ' Bcrachot 32 n lehrt N. Simlai: ein no’ D"nt<i n"3jrn bv iroK'. Ebenso beißt cs ibid. 3t 11: kS nuipsa ioisi dth bn«r kV ob'yb >"i 1VK nipsscja kKx nirniN 'o. Schon die Tosaphat') nehmen in Hinblick auf diesen Lehrsatz Anstoß, daß gleichwohl für die drei ersten, rcsp. drei letzten Eulogic» der Tephiüa die zeitweilige Einschaltung von Bittgebeten, wie um, angeordnet ist, nnd erklären dies dnick) Hinweis darauf, daß bieje Paranttzese» Gebeic für das gcsammte Israel zum Inhalt haben', gedachte Bestimmung aber nicht dem nationalen Interesse gewidmete Gebete, sondern lediglich solche individualistischen Eharakrers von den Eingangsbe.zw. Schlnßenlogien ausgeschlossen Nüssen wolle. f Ist jedoch diese Erklärung schon an sich nicht ansnahinsloS reeipirt''), so scheint ganz besonders ihre Anwendbarkeit auf uni eoutrovcrs gewesen zu sein, Und in der That machen sich bei einiger Anfincrlsamkeit ans den Wortlaut dieses Gebetes Bedenken geltend, deren man sich ohne Zwang kam» crwährcn kann. Es unterliegt keinem Zwei-, sei : die Pijutim gthmcn in allen Theilcn den Geist solidarischer 'Zusammengehörigkeit. Geschöpft ans dem Quell der Geschichte Israels, spiegeln sie den in dieser wurzelnden. Gedanken der, nationalen Einheit wieder. Hier treffe» die Herzen einander in der Bcrgcgenwärtignng der denkwürdigen nationalen 'rrlcbnisse, in der Erinnerung, wcß man gemeinsam 1) ik'J. and) Ajchcri. perholrescirt die Untcrbiechung der durch!)lnch doc*c 'cn Kapitel N) wird dieselbe bioS ausnahmsweise für n"*t und nicht für die mittleren Bnßetage concedirt, und dies auch nur mit Widerstrebelt. ■’M l+dYt sich erfreut, was man gemeinsam erduldet, in dem Gefühle gecheckten Höffens und. Wünschcns, die Volksseele ergießt sich in diesen Gebeten, und nicht ihr individuelles, sondern des Volkes Wohl und Wehe isl's, was die Brust der Beter bewegt» für die die Pijutim den Gegenstand ihrer Andacht bilden. Diesem Ansdruck des nationalen GemütheS begegnen wir auch in "i"jr *) nicht »linder, wie wir hiiiziifi'igcn können, in mm, ivoi, pm *). Allein wo zeigt sich auch mir die leiseste Andeutung für eine Bezihnng auf die Gesammtheit in un;V Der Plural beweist nichts, er ist vorschriftsmäßige Form -für jedes Gebet, wäre es auch durch pronoucirt individuelle Interessen bedingt. *) Ohne andere» Ausweg, bleibt als einzige Zuflucht nichts als die Annahme übrig, daß, wen» auch im Wortlaut nicht, ivic in den erwähnten anderen Gebeten ansdrüstlich bezeichnet, gleichwohl auch 10121 als Gebet für die Gemeinschaft statuirt sei. Begreiflich aber ist cs, wenn der Shrtor unserer Variante sich hierbei nicht beruhigt. Er setzt daher au Stelle des Imperativs das Parlicipium nnd die Wortbildungen 'tim, 10.10 bezeichnen füglich keine Bitte, sondern sic .sind gleicherweise Epitheta, wie die vorgehenden K"nmi ic<'i ^ovi: wir rnken Gott als das gnadenreiche, -der Fröinmigkcit der Väter eingedenk bleibende, wcrm .stiiidcr Erlösung bringende Wesen an, das 1111 s ergebe n k t zn in Lebe 11, uns ci 11 schul eib t in das Buch des Lebens.") Ei» Analogon hierzu bietet die Bcrachot 48 b von Tosaphot und Ascheri, Tur O. Eh. Kap. 188 von '"2 cilirte Jeriischalmi-Stellc, wo die Frage ventilirt wird, öd dem Lehrsätze ponh din1? 11p« nitV2 10 is zufolge es statthaft sei, am Sabbat im Tischgebet upi -zu sage», oder ob diese Wortform für den Sadbat in iipn abgeändert werden soll. Die in Rede stehende Stelle hat folgende» Wortlaut : im< mtca um iipn wo m; iw ’"i Kin p non ceiü. ’"3, der diese Frage so auffaßt, als wollte sie Aufschluß haben, ob auch am Sabbat dieses Bittgebet gesprochen werden dürfe, worauf die Antwort no non bw doks besagt, da der Typus der Bciiedictioncii einmal so lautet» so mag er unterschied-' los auch für Sabbat gelten, sieht sich zu der Correctnr genöthigt, in iipn das 1 zu. climinire», in Z) bxrv' pjn cruw p3n 'oi nMto p^n. 4) ro ^3 fitnv' no *ps7 nncn?. 5) Berach..29 d.: kio's on.3 ‘'vyej wh cSipb i>) Ein Analogon finden wir auch im 145. Psalm, wo eS nicht he^ßt siM, sondern ^$53, weil der Psalm eitte nbnn,*m Loblied ist, in welchem die Bitte vermieden wird. Redaction.