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Der Israelit · 1887-08-25 · Heft 66 (25.8.1887) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 66 (25.8.1887)
Date
1887-08-25
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXV11L Zahrgang. Erke Keilaae zu Nr. 66 des Israelit. Leitender Artikel. Aas israelitische Gerneindeleöen in Hiumänien. Ursache und Virkungrn (3.) Don ßr. Elysee K. Comaa. Ta? gerade Gegentheil von dem, was ich über die Sephardim sagte, bildet das, waS ich über die Afchkenasischen „Gemeinden" zu sagen habe. Hier haben die ministeriellen Beschlüsse von 1862 und 1866 ihre Wirkung derart ausgeübt, daß das Bewusstsein israelitischer Zusammengehörigkeit, welches schon von Alters immer ein bischen locker war, vollständig vernichtet wurde. Und dies konnte auch anders nicht sein. Während nämlich die Sephardim eine einzige kompakte Masse bilden, sind cs bei den „Polnischen" zunächst zwei und als deren Folge drei Elemente, die, nicht genug, daß die „Spaniolen" sich mit ihnen — was die Walachei anbetrifft — nicht vertragen können, auch unter sich in fortwährenden Streitigkeiten sich befinden und ein Gemcindelebcn unmöglich machen. Eine erste Eintheiluug ist zu machen in: Israeliten, die im Laufe von -100 Jahren eingcwandert und mit den Numänen längst assimilirt sind und in solche Israeliten, die erst in neuerer Zeit — —mcinerMcinung nach nur um das Jahre 1820—32 rmd 1856 zur Zeit der russisch-österreichischen Einmärsche, und je später desto vereinzelter, in's Land gekommen sind.*) Demnach gibt cs zunächst eingeborene und, seit etwa 30—60 Jahren, ekngewandcrte Israeliten. Diese Letztere zerfallen als zweite Einthcilung in russische und österreichische (galizische) Israeliten. In ihrer Gesammiheit also stehen sie sich — ks kommt hierbei hauptsächlich die Moldau als angrenzende» Land in Betracht — kurzweg als (nicht anerkannte) „Numänen", „Russen" und „Polen" gegenüber und hegen gegeneinander feindliche Gesinnungen, ohne freilich bestimmt abge- *) As Ursache undZnlpunkre nambaflrrer israrliri'cher 6in»andernngea erscheinen wir überbaupl die (sükrrriLi'ch) nn'üich rürriichkn Kriege von 1790. 1*36 mit ihrem 1r!gf von israetirischen Lieferanten, deren Angestellte und auch «ÜXKrn. ferner sind auch .«linder in zannn Alter ringewant-m. dir vor dem in Rußland üblich gewesenen Raub israrliti'chrr xnadr» zwecks militärischer Erziehung flüchteten — in der «rr.tn Hälfte diese« Jahrhundert«. i grenzte Parteilager zu bilden. ES find dann noch zu erwähnen dieienkgen. welche einer auch nur äußeren Formbildung unzugänglich sind und Aufgektürte bezw. Halbgebildete, welche ohne religiös auch nur im Geringsten zu differiren, sich gemeindlich gegenübersrehen. Ferner sind zu verzeichnen die Klassenunterschiede von Neichen, die sich vornehm vom israelitisch-öffentlichen Leben meistens fernhalten, vom Mittleren, denen zum nachhaltigen Thun die moralische Unterlage, die. Bildung, und die materielle Kraft fehlt, und von Armen, die nicht köuneu, auch nicht mitgezählt werden. Allerletzt gibt es Abtheilungen nach Gewerben und Handwerken, als: Kauflente, Schuster, Weinschänker, Hausircr u. s. w. Ich muss vorneweg nachdrücklichst betonen, daß religiöse Differcuzen in Numänicn nicht vorhanden sind, wenn gleich sie bei Streitigkeiten als Vorwand benutzt werde». Von „Reformismus", wie er im Ausland besteht oder cinzu führen gesucht wird, ist Hierlands nichts bekannt. Man müsste denn die fünf modernen „Tempel" in Jassy (kleines Privatbethaus) in Galas (seit einem Jahre), Braila, Bukarest und Erajova mit Prediger und Ehören (aber ohne Orgel) als „Reform", unzweifelhaft aber im guten Sinne, anschen. Im Ritus ist bei den „Tempeln" nur da» stille Beten statt des lauten in den Synagogen ckngeführt, sonst aber von den Gebetbüchern kein Wort gestrichen und überhaupt in den inneren Rcligionsgcbräuchen nichts geändert. So ist auch in allen anderen gemeindlichen Anstalten das Religiöse und speziell Israelitische unangetastet. Der Antagonismus zwischen den Konservativen („Pantoffel") und den Liberalen („Knaffel"- Stiefelabsätzc) besteht, wie schon ihre sonderbare Namensunterscheidung andeutct, eben blos zuvörderst in der äusseren Erscheinung, in der Tracht. Tie Ersten» finden Geschmack an der mittelalterliche» Mode, dem Kaftan, Gürtel, Kniehosen, langen Strümpfe in Pantoffeln (oder Beinkleider in Schaftstiefeln), „Streimel" (drcizehnspitzige Pelzmütze, die meines Wissens daher stammt, dass die Israeliten als Erkennungszeichen in Polen früher einen Fuchsschwanz am Hut tragen mussten), „Peies" (Haarlöckchen an den Ohren) und struppigem, weder von einem Schneideinstrument noch auch nur von einem Kamm berührte» Bart. DstS alles, sogar das „Streimel", ist nach ihnen

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