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Der Israelit · 1887-08-11 · Heft 62 (11.8.1887) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 62 (11.8.1887)
Date
1887-08-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
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s«s 1120 Schweiz. Basel. Antisemilrschc Blätter haben jüngst berichtet, daß drei Juden, die von dem Rabbiner Tr. Eohn bestochen worden seien, den christlichen Ucbersctzer des „Schulchan Aruch" überfallen und grüstlich mißhandelt hätten. Tiefe Mitthcilung ist vollständig au? der Luft gegriffen. Wie man uns schreibt, wird Herr Tr. Eohn gegen die betreffenden Zeitungen wegen Vcrläumdung Klage stellen. Rumänien. I)r. 0. Bukarest, 5. August. Tie Rr. 294 der hiesigen „Lnpta" enthält unter der Ucberschrift „Plagiat?" einen drei ein halb Spalten französischen Zeitungsformat? Nr. 12 langen Artikel, iu welchem sic den Schwindel aufdcckl, den sech? rumänische „Professoren" (c? sind die? Gemeinde- oder Borschulleh rer, wie man sic in Tenttchland, Elementarlehrer in Oesterreich nennt — in Rumänien heißt jeder Torfschnlmcister „Professor") mit israelitisch-pädagogischem Können in ganz unverschämter Weise neunzehn Jahre lang getrieben haben: Ich werde e? natürlich Unterlasten. Ihnen die dreieinhalb Spalten, die ungefähr 7—8 de? „Israelit" sind, zur Lektüre zu bieten. Namentlich werde ich es schon darum, weil sic hauptsächlich Konsrontirnngen zwischen zwei rumänischen — — „Abc"-Fibc!n lIlieecknre) zürn Inhalt haben, von welchen die eine etwa1864 zucrst, 1867 in zweiter Auslage unter dem Titel Schreib- und Lese-Kursus erschienen, geistige? Eigcnthum unsere? G!anbcn?gcuoffen Herrn Ä. Schwarz in Jassy ist. während die andere geist- und gedankenlose Fälschung der sechs „Pr....", wollte sagen Gemcindeschullehrer. ebenfalls in Iaffn, ist. Tiefe? zweite höchst wiffenschafrlichc Buch ist erst 18 08 (man beachte die Taten) zum ersten Mal uuter dem Titel „Neue (?) Schreib- und Lcsc-Metlwde" hcranSgegebcu und enthält nicht nur den alten Schwarz'schen „Kursus". sondern auch seine Gcrruauismcn und lllcprodnktionen, deren frcmbc Cstdlcii Schwarz angegeben, die sechs Gelehrten de? „Ade" aber unterlassen haben und um c? kürzer zu 'machen, auch die 23 Jahre alten Truckfehl er de? „.Kursus" enthält die 19. Auflage der „Neuen <?> Methode". Auf diesem Buche nennen sich die Sech? ausdrücklich „Bcnaffer" und drohen Jeden, der ihr „sämmt'uchc? „Werk" nachmachcn" würde, wegen „Betrüge?" zu verfolgen „in Gemäßheit de? Geseires." «Tiefe Formel fehlt in Rumänien bei keiner Ungesetzlichkeit, so daß es .beinahe den Anschein hat. als ob diese vom Gesetz 'gewollt, ist.) —Eine rumänische Mel ist nun allerdings kein wichtiger Gegenstand, speziell für deutschisraelirischc Leser, allein selbst hinter einem „Abc-¬ Buch ist in Rumänien etwas Wichtiges zu suchen. Zunächst machen wir die Entdeckung, daß die herrschende Nation auch die allein „gebildete" ist, indem sechs Lehrer nicht im Stande sind eine einzige Fibel aus Eigenem herznstcllcn. In Rumänien muß aber die herrschende Natron auch von Regierungs wegen die gebildete, zu allen Rechten allein befähigte, fein, denn dies gehört mit zur Förderung „nationaler" Industrie. Es ist der Gebrauch eingeführt, daß jedes „rumänische" d. h. von einem „Rumänen" als Autor gezeichnete Buch, ohne rigorose Prüfung seiner Brauchbarkeit und seines wahren Verfassers, wohl aber aus Grund höherer Protektion undBerwcndnngcn aller Art von Lberschulrath und Unterrichtsministerium angenommen und den Schulen aufgezwungcn wird. Mithin sind diese beide» Behörden, welche die Unfähigkeit der Rumänen, selber etwa? Originale? hcrzustellen und ihre Sucht sich als Autoren fremder Werke auszugcben, febr wohl schon darum kennen, weil lcptcrc schon vielfach von genüg enhaften Fachzeitschriften dennnzirt wurde, Komplizen der Fälschung, von welcher ich berichte. Hierzu kommt noch die pekuniäre Schädigung in Betracht, welche Herr Schwarz 19 Jahre lang durch die mit Verfolgung drohende angebliche Autorschaft der sechs Rumänen erlitten har. Tics alle? ist wohl wichtig genug, um darüber zu rede». WaS den wahren Autor anbetrilN, w ist sein Verdienst noch größer. Tennnichtnur erbat als Israelit den Rumänen bcigebracht. wie sie ihre eigene Sprache lernen sollen, sondern er hat dies auch als Ausländer gerhan. Herr Moses Schwarz ist nämlich Preuße von Geburt und wurde etwa 1862 direkt au? seinem Vatcrlande, wo er als Lehrer rhätig war, von der damaligen israelirischen Schule unter Oberleitung de? hochherzigen, seitdem verstorbenen Bangurer? Jona? Byk nach Iaffy in der Eigenschaft als technischer Tircktor berufen. Seine Tüchtigkeit ist wob! daraus zu erkennen, daß er. was gerade Teurschcu sehr schwer wird, die rumänische Sprache so schnell erlernte, daß er schon nach ein paar Jahren. 1864 und der Reihe nach, in dieser Sprache einen Katechismus für den israelitische» Religionsunterricht «.hebräisch mit rumänischer Ucbrrsexnng), ein rnn'.änisckes Rechenlehrbuch (186L gedruckt in der Staatsdruckcrei in Bukarest), aus welchem die sechs Fälscher für ihre „Nene" Methode ebenfalls Kapital schlugen und schließlich den besprochene»

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