Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 61 (8.8.1887)
- Date
- 1887-08-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXVfll. Zahrgavg. M 61 Der Israelit. , ' Ei» V Kentrak - ^rgan für das orthodore Iudenthmn. Hcrausgcgcbcn von I»r. Lehman« m Mainz. Montag, den 8. August 5647 (1887). Leitender Artikel. Iie Sprüche der "Jäter. Drittes Buch.. XXXIl. Mainz, 4. August. n>Ti& i^rsa sw rrp, pnr. Das Wort pnr bedeutet in der hebräischen Sprache, geradeso wie p-nr, Spiel, Scherz, ausgelassene Freude; r,'.?p ist ein ähnlicher, verwandter Begriff, den wir jedoch nur in der radbinischen Literatur finde«.—Wönlich heißt cs: Leichtheit des Hauptes, im Gegensätze M cto -c*r, Schwere des Hauptes, soviel wie „(fratt." — Die Erklärer unsrer Maßcchta meinen, weil Rabbi Jischura^l r.rp (rni? b? •--) empfoblen. so habe cs Rabbi Akiba für nothwcudig erachtet, vor dem Mißbrauch des r.sn -Pp zu warnen; ebenso könnte auch der Rath Rabbi Zischma^l's N7L-2 Lider, 72 rvr 72,-2 NTU „empfangt jeden Menschen mit Freude," dahin mißdeuwt werden, daß man der Geselligkeit zu Liebe zu sehr der Heiterkeit und den gesellschaftlichen Vergnügungen sich hingcbe — daher erhebt Rabbi Akiba warnend seine Stimme und ruft uns zu rsa r.*rp p*nr nrvr p*r,s „Spiel und Leichtsinn führen allmählich zur llnsirrtichkcit." Heber die Bezeichnung «o n:7p geben uns unsre Weisen im Traciat Suckah (f. f»l) Aufschluß, daß cs namentlich die leichtsinnige Annäherung Zwischen Personen verschiedener Geschlechter bedeutet. Alljährlich, an den Halbseierragen des Suckorhfcstcs, wurde ^mil großer Freude der feierliche Act des Wasserfchöpfcns (r.2s-.rri rra rnsr) begangen. 31« drcicm Freudenfeste nahmen Männer und Frauen, Jünglinge und Jungfrauen Anthcil. Als nun die B-eiscn Israels bemerkten, daß die verschiedenen Geschlechter bei dieser Gelegenheit zu leichtsinniger Annäherung kainen rn<i rüp pxu '*m, da trafen sie strenge Anordnung, daß solches sich nicht wiederhole, indem sie dem weiblichen Geschlecht den Platz oben und den Männern ihren Platz unten anwiesen. Diese Anordnung hat sich auch für unsre Synagogen erhalten und ist stets strenge Verordnung für Israel in allen Ländern und für alle Zeiten geblieben. Erst in neuerer Zeit haben einige Reformgcmemdcn. namentlich in Amerika, sich von dieser altbewährten Sitte losgesagt und in ihren Synagogen 00 sogenannte Kirchcnsrnhle eingerichtet, in welchen die Andacht durch Austausch von Blick und Wort oder verstohlenen, zärtlichen Händedruck gehoben werden soll. — Wenn nun das bei gottesdienstlichen Handlungen, bei welchen doch in der Regel eine gehobene, ernste Stimmung vonvaltet. geschieht, um wie viel mehr ist das der Fall bei Gelegenheit von gesellschaftlichen Vergnügungen, bei Tanz und Spiel! Ja. Viele wollen behaupten, daß das Vergnügen, welche die Jugend am Tanze und an den gesellschaftlichen Spielen sindct, lediglich und ausschließlich in der AnnLbenlng der verschiedenen Geschlechter m einander bestehe. Die Schaustellungen im Theater urd im Eircus dienen meistens nur dazu, die gesl lrchrlichcn Triebe zu reizen. Daher warnt Rabbi Akiba und spricht: Spiel und leichtsinnige Annäbenng der verschiedenen Geschlechter führen allmählich zur llnsittlichkcit. Wie mancher Jüngling, wie manche Jungfrau, wie mancher Mann, wie manche Frau sind schon durch die anfangs so unschuldig erscheinenden Vergnügungen in Sünde und Laster ^rachen, wie manche gut mrd edel angelegte Natur, Pf nuf Erden Große» zu leisten hätte vermocht, ist dadurch verdorben worden und in geistigem und sittlichem Elend verkommen! rrrr7 :-3 rrrcs, „die Mafforah ist eine Mauer um die Thora." Wir haben bereits ' im vorige» Ltapiiel bemerkt, daß die Mafforethen die Vene,