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Der Israelit · 1887-08-04 · Heft 60 (4.8.1887) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 60 (4.8.1887)
Date
1887-08-04
Page
– (sequence 7)
Language
German
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ioaJ Gesandten und die Juden unter der ihres „Mnley >rim" (GroßrabbincrS) und einiger TistriktS-Nabdiner.. Als der Bey mich dann erblick», reichte er mir die Hand zum Gruße uud lud mich ein, an seiner Sei» Plav zu nehmen. Tie Gerichts- Verhandlung wurde nun unterbrochen, da der Ley für sich und mich Tschai (Thccbringen ließ. TaS Auditorium blieb jedoch noch weiter!m Saale und lauschte aufmerksam auf die Neuigkeiten, die ich auskram». Nach einer halben Stunde verabschiedete nrich der Bey und gab mir da- Geleite bis zur Thür, worauf er die Gerichtsverhandlungen wieder anfnahm. (Schluß folgt.) Deutschland. Bad Homburg. 3. August. Ihre Majestät die Kaiserin hat heute unser» Rabbiner, Herrn l»r. M ollck, zur Audienz besohlen. Die Eonvertitin. Lon Friedrich Nott. (Fonsctznng.) Abermals wandelte Herr von Lilienfeld auf und nieder, eine nervöse Unruhe harte, ihn ersaßt, er konnte nicht an einem Platze verweilen. £b Nosalic aufrichtig gegen ihn war? — Sb sie einer Verstellung fähig wäre? — Ser konnte ihm darüber Ausschluß gebend — Wieder war er in die Näbe des Schreibtisches gekommenunwillkürlich überflog sein Auge die noch ungcötsnctcn, dort liegenden Briese, mechanisch nahm er einige, entfalte» sie und las, ohne sich jedoch klar zu fein, was er gelesen. — Mißmntbig schob er sie zurück, er konnte sich augenblicklich nicht mir Geschäftlichem bcfancn. Doch plötzlich erhellte nch sein Angesicht, er haue auf einem der Briefe Gabrielen- Handschrift erkannt, hastig griff er danach. in dem kindlichen Geplauder der Schwestern honrc er Zerstreuung zu sindcn und rasch entfalttte er das Schreiben und las: ^LieberAlex! . Hoffentlich treten Dich diese Zeilen beim besten «ohlsein und kann ich auch von uns Gottlob nur Gutes berichten; wir befinden nnS sämmrkich wohl und uluntcr. — Nur ich kann in den letzten acht Tagen nicht ordentlich schlafen, weil ich mir beständig überlege, ob ich das, was ich denke, Dir schreiben soll oder nicht. Es handelt sich nämlich um Rosa!». Tn hast cS vermmhlich gemerkt, daß ich mich über Tcine Verlobung nicht gefreut habe, ich glaube gar, Tu warst dcßhalb zuweilen etwaunfreundlich gegen mich; aber ich konnte cs nicht ändern. Ich habe mir immer gedacht, wenn Tu Dich, verheirarhen würdest, so könnte daS nur mir einem ganz ausgezcichntten Mädchen fein, und auf einmal verlobst Tu Dich mit Nor'alie. — Mama sagt zwar, daß sie sehr, sehr schön, ist. ich glaube aber doch, das; unser Fräulein noch viel schöner ist, aber darauf kommt am Ende gar nichts an, man kann doch sogar häßlich sein, und doch ausgezeichnet — aber Nosalic ist das gewiß nicht, wenn sie auch vielleicht sehr schön ist. Mama hat mich schon oft gezankt, daß ich unschwcsterlich gegen Nosalic wäre — aber dafür kann ich ganz gewiß nichlS, das kommt nur daher, weil ich mir immer denke, daß Tu eine viel bessere Frau haben müßtest als Nofalie ist. — Jetzt aber thul cs mir beinahe leid, daß ich sie nie so recht habe leiden können, denn dcßhalb könnte man vielleicht meinen, cs wäre mir angenehm. Dir dieses zu schreiben, aber daS ist cs ganz gewiß nicht. Ich habe es wirklich sehr lange überlegt, ob ich cS Tir schreiben soll oder nicht, und dadurch habe ich viele Nächte nicht ordentlich schlafen können. Unser Fräulein bat aber gehört, wie ich nrich imnrer von der cincrr Seile auf die andere gelegt habe, und da ist sic zu mir gekommen und bat mich gefragt, was mir fehlt. Ich habe gesagt, gar nichts. Und das war auch wahr. Aber als das so mehrere Nach» hintereinander war, da har Fräulein gesagt, ich müßte ihr sagen, warum ich nicht schlafen könne, sonst müßte sie cs Mama sagen und Mama würde dann den Toctor kommen lassen. TaS wäre mir aber sehr unangenehm gewesen, denn was bär» der Toctor bei mir sollend Darum habe ich es lieber Fräulein gesagt und sie gefragt, ob ich es Tir schreiben muß. — Fräulein ist sehr, sehr blaß geworden. ich hätte wirklich gar nicht geglaubt, daß sie Nosalic so lieb hat, wie sie sie zu haben scheint, denn Nosalic mag sic gar nicht. Aber sie hat doch gesagt, wenn cs wirklich wahr wäre, müßte ich eS Tir allerdings schreiben, aber ich soll» zuvor Mama fragen, ob ich mich nicht irre. i

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