Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 60 (4.8.1887)
- Date
- 1887-08-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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xxvm. s-hrg-m«. HA E i n Kentrat - Organ für das orthodore Iudenthum. Heransgcgebcn von Dr. Lehmauu in Mainz. Donner st ag, den -t. August 5647 (1887). Leitende Artikel. Die Sprüche der Väter. Drittes Buch. XXXI. Mainz, l. August. rwcs yHro rso nVrp; p-nr >071? 't rc .mr-si? X'D cm: j-s rrrys ,mrb : np-ns ns:n? ^Nabbk Akiba pflegte zu sagen: Spiel (gesellschaftliche Spiele, übermäßige Heiterkeit) und leichtsinniges Benehmen fuhren allmählich zur Unsittlichkeit. Maßorclh ist eine Mauer um die Tbora. Verzebutungen-sind eine Litauer um den Rcr'chthum, t^clübdc sind eine Mauer um die Enthaltsamkeit, eine Blauer um die Weisheit ist da« Schweigen." „Bist du der Akiba den Joseph, dessen Nus die ganze Welt erfüllt;?" So redete einst Rabbi Toßa den Horlinas, dessen Augen vom Alter dunkel geworden waren, den großen Mann an, denen Ausspruch uns heute zur Besprechung vorlicgt. Rabbi Akiba war unter den Großen der Größten cmcr. Gr war der Erste, von dem wir willen, daß er den ungeheuer großen Stoff der mündlichen Lehre systematisch zu ordnen sich bemühte; ihm verdanken wir die erste Niederschrift der Mischnorh, auf ihn ist die Thoßcphta. Siphra, Siphre und das historische Werk Sedcr Qlam Rabbah znrückzuführcn. Ebenso bedeutend wie seine (Gelehrsamkeit war feine Lehrrhätigkeit und seine Wirksamkeit für das allgemeine Wohl. Seine Frömmigkeit, seine Furcht vor der Sünde, seine Liebe zu Gort, seine Ergebung in dessen heiligen Willen äußerten sich stets im Größten wie im Kleinsten, wunderbar waren die Schicksale seines Lebens. 2cin Vater war ei» Heide gewesen, der zum Judenthume übertrat. Ter Sohn wuchs in Unwissenheit heran, verdiente als Schafhirte fein Bros, bis. ein edles Mädchen ihu für das Studium der Thora gewann, das reiche Elternhaus verließ, um dem geliebten Gatten in Noih und Elend zu folgen. Wohl niemals hatte ein Mensch -so um die Erlangung de« Wissens zu ringen und zu kämpfen gehabt, wie Rabbi Akiba. Schon nicht mehr jung, mußte er mit den Ansangsgründcn beginnen, mußte erst lesen und schreiben lernen und dabei für Frau und Linder sorgen; wohl niemals hat ein Mensch solche Geduld und Ausdauer bewiesen, wie Rabbi Akiba: scchszebn Jahre lang faß er zu den Füßen seiner Lehrer ohne den Mund zu öffnen, nur hörend, erfassendbegreifend, bis er endlich die Stimme erhob zrrm entscheidenden Worte, den eigenen Lehrer besiegend; wohl niemals hat ein Mensch eine solche Lehrtätigkeit entfaltet wie Rabbi Akiba; um ihn schämten'sich 2-4,000 Männer und Jünglinge, die er auf freiem Felde unterrichtete; wohl niemals hat ein Mensch so Schmerzliches erlebt wie Rabbi Akiba; seine Schüler wurden hinwcggcram vor seinen Augen, der Mann, welchen er für den verheißenen Erlöser gehalten hatte, unterlag im Kampfe gegen die Römer, und Israel erlitt eine schreckliche Niederlage wie nie vorher und nie nachher. Alles schien verloren zu sein; allein. Rabbi Akiba verlor das Vertrauen zu Gott nicht. Dieses Vertrauen gab ihm den Mutb, im hohen Alter feine Lehrtätigkeit auf's Neue zu beginnen, und cS gelang ihm. die Männer hcrauzubildeu. welche die Säulen des Jndenth'.rms wurden. Seine gottgcscgnctc Wirksamkeit erregte den Zorn der Römer; er wurde in« Gefängnis geworfen und gab fein Leben hin zur Heiligung des göttlichen Namens. Während er unter den schrecklichsten Qualen hingcrichter wurde, verkündete er die Einheit Gottes und pries fehlen Schöpfer dafür, daß ihm die Gnade geworden, durch