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Der Israelit · 1887-08-01 · Heft 59 (1.8.1887) · page 23

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 59 (1.8.1887)
Date
1887-08-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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167 scher Ansicht nichts ab, ob «e mit den neuen europäischen Verkehrsmitteln zur See, oder nach alter Sitte auf dem mühsamen Landwege unternommen wird. An und in dem See soll es endlich auch viele Schlangen gehen. Ich selbst sah hier nicht eine einzige, obscbon ich so manche Ruine und so manches Dornen- und Distelgestrüppe betrat. In Ti b er ias waren diese unheimlichen Reptilien früher zahlreicher. Es zeigten mir viele Leute von Schlangenbissen herrührende Narben. Als die gefährlichste gilt eine dicke, kurze, die man Sahara heisst. Ebenfalls giftig sei die lange dünne Keschschebije, von welcher die Araber allerlei fabelhaftes Zeug behaupten; u. A. sie springe auf die Menschen los und durchdringe deren Körper mit ihrem starken Anlauf. Eine schwarze ungiftige nannte man Arbid; sie umwinde und drücke ihre Opfer, sogar Menschen. Scorpione sind dagegen keine Seltenheit. Sogar in bewohnten Zimmern nisten sie sich ein. (Fortsetzung folgt.) Ein Blick in die Zukunft.*) Es ist wahrlich betrübend für einen jeden glaubenstrenen Israeliten wahrzunehmen, wie sehr in unserer eigenen Mitte der Ruf und der Ruhm des heil. Landes geschwächt wird und wie sein Ansehen in Europa geschwunden ist. Während sonst ein Jeder, der durch Gründe bewogen aus dem heil. Lande nach Europa zu kommen sich gezwungen sah, hier eine liebevolle Aufnahme fand, weist man heute jeden Hilfesuchenden aus dem heiligen Lande zurück. Sollte etwa diese Erscheinung darauf zurückzuführen sein, dass der milde Sinn unserer europäischen Brüder geschwunden? Gewiss nicht! Denn noch immer herrscht eine gewisse Vorliebe und Anhänglichkeit für den heil. Boden unserer Väter bei uns vor. Allein wenn ich in diesen Zeilen die Wurzel des oben angedeuteten Uebels aufzudecken beabsichtige, so geschieht dies weder aus Ruhmsucht, noch auch aus Ehrgeiz, denn nur von der Liebe zum heiligen Lande und zu meinen Brüdern, die daselbst wohnen, werde ich geleitet. Nach meinem Dafürhalten liegt der Grund des Uebelwollens, das heute den vom heiligen Lande kommenden Brüdern entgegengebracht wird, darin, dass so viele nach Europa kommen, angeblich nm sich heilen zu lassen, doch zumeist in der Absicht, um die Mildthätigkeit ihrer Brüder in Anspruch zu nehmen. Sie Alle, die da aus dem heil. Lande nach Europa in der bezeichnten Weise kommen, bringen Zeugnisse frnd Ausweise von glaubwürdigen Männern unterschrieben, dass die Hilfesuchenden würdige und hochachtbare Männer seien. Doch wäre es auch das grösste Leiden, wer kann es glauben, dass dieses allein die Umherziehenden gedrängt, den häuslichen Herd zu verlassen? Ja, in den meisten Fällen ist die Krankheit nur eine beschönigende Ausflacht für die Bettelei. Ist es aber auch keine Schande den Hunger stillen zu wollen, so ist es denn doch anehrenhaft, dass Männer, die nach unserer Meinung nur dem Studium der Torah obliegen und deren höchste Befriedigung die Frömmigkeit sein sollte, sich an die Thüren der Reichen drängen und die Bettelei zu ihrem stehenden Gewerbe machen, von Solchen gar zu schweigen, die trotz ihrer guten Zeugnisse oft sogar einen unreligiösen Lebenswandel führen und bar sind eines jeden religiösen Wissens. So ist es denn gekommen, dass vielfach in den besten Kreisen selbst wenig Aufmerksamkeit dem heil. Lande geschenkt wird. Es wäre daher sehr wünschenswert!», dass die Grossen des bL Landes nur die Würdigsten und Besten unter denen, die nach Europa gehen wollen, mit Zeugnissen versehen und nicht Männer, die ihre eigene Ehre und die des heil. Landes zugleich in den Staub ziehen, wann empfehlen möchten. — Die Missions-Krankenpflege in Jerusalem. Ein viel gerügter Uebelstand macht sich noch immer in der heil. Stadt breit, nämlich: die Konsultation der Aerzte, welche mit den Liebeskuren zugleich auch die .Seelen* zu retten suchen. Dies sind die Missionäre, welche vor mehr als 50 Jahren in Jerusalem ein Hospital nach dem Muster jüdischer Krankenhäuser gegründet. Viele unserer Glaubensbrüder scheuen sich^nicht in genanntes Hospital zu gehen, oder die dort angestellten Aerzte in ihr Haus kommen zu lassen. Von jüdischer Seite wird viel berathen, wie dem Uebel zu steuern sei. Manche sind der Ansicht, es hätten die Rabbiner Schuld, die auch in diesem Punkte der Menge als Muster gelten. Darum wurden dieselben mit der Bitte angegangen, sich von diesen Aerzten nicht behandeln zu lassen und den Bann auszusprechen über jenes Hospital. Manche glauben wieder, die Journalistik hätte die Pflicht die Menge zu warnen. Doch nach meinem Dafürhalten ist das Uebel nicht auszumerzen. Es haben zwar die Rabbiner durch ihr Beispiel und die Journalisten durch ihr Stillschweigen viel, gesündigt; allein die Hauptursache besteht in dem geringen Honorar, das in jenem Hospital entrichtet wird und in dem Mange! an Krankenhäusern. ') An« ••25CV

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