Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 59 (1.8.1887)
- Date
- 1887-08-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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» in welchem man eS ncuerdin^S liebt, einer gruud- \ süplichen Rechtfertigung auSzuweichen. Man sehe! der Frage offen und ernst in's Auge und man lehne j es ad, den Rückhalt dehnbarer (Erklärungen uneini gcstandcnerweise in dem Dorurthcil der Menge zu | suchen. | Ein solches Handeln wäre ebenso bequem als | es ungerecht wäre. Es würde in schmerzlicher; Weise dem traurigen Wort Recht geben, das noch f in unserer Zeit ein dänischer Dichter und Richter gesprochen hat: „Es ist ein schweigendes lieberemf kommen unter fast allen Menschen, nur bis zu einem i gewissen Grad Mccht üben zu wollen. Tie Beamten r dieses Landes kennen dieses Ucbcreinkommcn und * nehmen daran Thcil — ich nie und nimmermehr Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Rußland. Nereshcim, 21. Juli. Gestern Abend fand \ in den festlich geschmückten oberen Räumlichkeiten i des Kasthoss zum Adler dahier für den nun in i den Ruhestand tretende» Lberamtsthierarzt Josef; Hcß eine solenne Abfchicdsfeier statt, die aus nah \ und fern überaus zahlreich besucht war. Eröffnet J wurde die Feier durch einen vierstimmigen Männcr- 1 chor des hiesigen Licdcrkranzcs, der überhaupt durch! seine prächtigen Gcsangsvorträgc viel zu dem Gei Ungcn des schönen Festes beitrug. Dann schilderte 3 Lbcramtmann Stamcr in schwungvollen Worten die trefflichen Eharaktcrcigenschostcn des Scheidenden,; seinen Manncsmuth und seine FrcundeStrcue, feine; Pflichttreue und seinen Diensteifer alsKorporationS- : bcamrer, seine Ergebenheit gegenüber seinen Borge» i festen und seine Liebenswürdigkeit als Gesellschafter 1 und brausend stimmten die Fcsttheilnchmcr in das I Hoch auf den Scheidenden ein, mit dem der geehrte 1 Redner seinen Toast schloß.. Gerührten Herzens | dankte hierauf Lbcramtslhicrarzt Hcß für diese antz erkennenden Worte' er sprach seinen Borgesepten I seinen Tank aus für die Nachsicht und Unterslüvnng,; die er von ihnen genießen durfte und die ihm sein | Amt erleichterten; er dankte den Lczirksangchörigcn | für das große Bcnranen, das sic ihm in den -10 1 Jcn» die er im Bezirk thärig war, in so reichem \ fjai>c cntgcgcnbrachleu; er dankte den Anwesenden | für die Ehre, die sie ihm heute in so schöner Weise? ""t ihm und seiner Familie noch einen I . gewohnter Gcmüthlichkcit zu verbringen; i * l * 3icc^.tln er noch diese Gelegenheit ergriff, seinen I -tachwlger, Lbcramtsthicrarzt Hexel, dem Wohl- 1078 wollen der Bezirksangehörigen zu empfehlen, leerte Heß sein Glas auf das Wohl der ganzen Oberamtsbczirks. Ein weiterer Redner schilderte die im Wohlthun nicht müde werdende Gemahlin deS Scheidenden, die in edelster und feinster Weise die Thränea der Armen und Unglückliichen zu trocknen und die Schmerzen der Leidenden zu lindern suchte. Ihr Andenken wird hier noch lange fortleben. Als Anerkennung seiner treugelcistcten Dienste erhielt Oberamtsthicrarzt Heb von Sr. Majestät unserem König die große goldene Eivilverdicnstmedaille; die Amtskorporation verehrte ihm für seine 29 Jahre, die er in ihrem Dienste verbracht hat, eine prachtvolle goldene Uhr mit schwerer goldener Kette und der landwirthschaftliche Verein, deren thätigcS Ausschuß. Mitglied er war, gab ihm als Andenken einen kunstvoll gearbeiteten Regulator. Lberämtsthicrarzt Hcß, der aus Familienrücksichten seinen Dienst quittirte, zieht nun nach Nördlingen, wo er zwei Töchter vcrhcirathct Kat. Unsere besten Wünsche für sein ferneres Wohlergehen begleiten ihn in feine neue Heimath; möge er seine wohlverdiente Ruhe voll und ganz genießen. Berlin. Der Eonvertit Elia? Kohn, bekannt durch seine antisemitische Agitation, ist vor einigen' Tagen gestorben. (Berl. Tagblatt.) Nnter-Clfaß, 2s. Juli. Der Gemcindcrath zu Schlcttstadt beschloß in einer seiner letzteren Sitzungen, für den Neubau der Synagoge eine Beisteuer von 10,000 Mark zu gewähren. Nach Fertigstellung und Abnahme deS Baues soll diese Summe in 10 Raten unverzinslich an die israelitische Gemeinde ansbczahlt werde». “wt. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien, 2.1. Juli. Wie wir kürzlich gemeldet hoben, wendete sich eine Anzahl von obcröstcrreichischeu Advokaturs-Eandidaten an die oberösterreichische Advokaten-Kammer mit einer Eingabe, in welcher sie „um Wahrung des Ansehens des Standes" und demzufolge um Einleitung der geeigneten Schritte baten, dann'! der Stand nicht „vcrjudet" werde. Eine ähnliche Petition der steierischen Advokaturs- Eandidaten an die Grazer Advokaten-Kammer hat bisher ihre Adrcffc nicht erreicht, weil sie der Staatsanwalt consiscirtc und die Entscheidung . über diese Eonfiscation noch nicht endgiltig gefällt ist. Abgesehen von dem, dem Staatsgrundgesetze über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger hohnfprechenden Inhalt dieser beiden Petitionen, ist es auch nicht