Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 58 (28.7.1887)
- Date
- 1887-07-28
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2446951-2449697-2449755--26901-2516752- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1062 Behandlung der Sprachen. Ucberwnchern des GedächtnißwcsenS im Gegensätze zum methodischen Unterrichle. Mangelnde Berücksichtigung der individuellen Anlage durch die Prüfungsordnung. II. Schule, und Leben stehen nicht in vollem Einklang. Zu wenig vermittelter llcbcrgang vom HauS zur Schule (Fröbcl-Jdce). Einseitige Berücksichtigung der antiken, Vernachlässigung der modernen, vor allem der nationalen Kultur. Ter Unterrichtsstoff zu doktrinär, berücksichtigt zu wenig die für das praktische Leben so bedeutenden Naturwissenschaften, die modernen Sprachen, Gesundheitspflege, VolkswirthschaftSlehre und Staatscinrichtungen. geringe Rücksicht auf die Entwickelung der praktiichen Fähigkeiten des Kindes und das Verständnis der technischen Entwickelung unserer Zeit. III. Die körperliche Entwickelung des Kindes wird gegenüber der geistigen noch nicht genügend gepflegt. Turnen, Jugendspiele und Schul-Ausflüge, Handarbcitsübung. Baden und Schwimmen re. werden noch nicht genügend gepflegt. IV. Das Berechtigungöwcscn bedarf dringend einer Abänderung und gesetzlichen Regelung. Das gegenwärtige BercchtigungSwesen schafft ein geistiges Proletariat, und dctzhalb muß schon bei der jetzigen Schnl-Einrichtung gefordert werden: Gleichberechtigung des Gymnasiums und Real-Gymnasiums mit Ausnahme des Studiums der Theologie uud klassischen Philologie. Berechtigung der Obcrrealschul-Abiturienten zum Besuch der technischen Hochschulen, Berg- und Forst- Akademie und zur Anstellung in den entsprechenden Berufszwcigen, Berechtigung zum einjährigen Tienste für alle mittleren Schulen (landwirthschaftliche. Handels- und gewerbliche Fachschulen). V. Unser Schulwesen bedarf einer einheitlichen G e st a l t u n g. Der llebcrgang von der Volksschule auf mittlere, etwa den Klassen der gegenwärtigen höheren Schulen bis Untersekunda entsprechenden Lehranstalten ist zu ermöglichen. Diese muffen eine abgeschlossene Bildung erzielen. Von den mittleren erfolgt der Ucbergang zu höheren Schulen, welche Vorschulen der Hochschulen sind. Das BerechrigungSwescn ist in Zukunft auf dieser einfachen Grundlage zu regeln. Ferner hat eine zeitgemäße Regelung der Rang- und Gehaltsvcrhältniffe der Lehrer statlzufinden. VI. Schlustgrundfay. Unscrm Deutschen Schulwesen thut dringend einheitliche Gestaltung in der Richtung vorstehender Grundsätze noth. Bei Durchführung derselben müssen die heute bestehenden gesellschaftlichen Borunbeile und einseitigen Bestrebungen einzelner Berufsklassen ausgeschlossen werden. Die Hauptaufgabe der Schule darf nur sein, tüchtige Menschen, nützliche Burger znm Heile des Vaterlandes hcrauszubilden. Diese Forderungen weisen in zweierlei Hinsicht der deutschen Schule die richtige Bahn: sie verlangen Anschluß an Natur und Vaterland. Statt des Gcdächtnistwcsens methodischer Unterricht, statt deS doktrinären Unterrichtsstoffes die für daZ praktische Leben bedeutungsvollen Wissenschaften, — daS wäre» in der That Wandlungen, welche unser Schulwesen auf den gesunden und fruchtbringenden Loden der Natur zurückführcn könnten. DaS Ergebnis wäre eine einheitliche Schule» die aus drei in einander greifenden, aber in sich abgeschlossenen Abtheilungen bestände, deren gemeinsame Ausgangspunkte und Endziele aber die gleichen sind. Wir wollen nicht in Einzel-Erörterungen über die angeführten Thesen eintreten; vielleicht wird sich hier zusammenfaffen, dort erweitern lassen. ES genüge zu betonen» daß die aufgestellten Grundsätze die Bahnen weisen, welche von den heutigen grammatikalischen, vhilhcllenifchen Tutzendschulcn zur einheitlichen deutschen Schule der Zukunft führen. 2r. E. Fried.* Briefkasten der Redaetio». >>1 "T»* Tic löbl. VerlagShandlurrgc» werde» gebeten, fckr*-*/ ibre BeilagSwerk« drhufS Rezension ia der Rubrik der ,Bl. f. die iw. Schule" .Neue Bücher" mir der Bezeichnung »für die Redaktion der Bl. f. d. isr. Schule" franco aa die ^rped. det .Israelit", Main;, «insrndra zu wollen. vr. 8. in I'.: Nach einer früheren Beringung de» prenß. tsulrusministerS können iSr. Kandidaten;ur Cberlehrrrprüfung xro facuitLte stvceusti zugrlajsen werden; doch wird diesen Kandidaten vor der Prüiuug erösjnrt. daß sie durch Ablegung der Prüfung einen Anspruch auf Zulassung;urn Probejahr oder aus Anstellung im rrdrsache an den dem christliche» Bekenntnisse angebörigen össentlicben höheren Lehranstalten der Monarchie nicht erwerbet». Reglement v. 12. Tez. 18L8. G. O. in Borrrägr. die jcdon aus Brrsammknn» gen gebalten wurden, also schon verönrntlichr worden sind, bringen wir nur ausnahmsweise. wenn dieselben in jeder Hinsicht vorzüglich sind. d. h. eine Iördrrung unserer Bestrebungen veranlassen können. Lolche Bonräge werden jedoch im Allgemeine» nicht honorier, da ja die Brranlanung zur Ausführung gegeben wurde, die vorzügliche AuSsührnng Ehrensache für den Brrsaffrr iir. Kenn wir solchen Ponrag dringen, dann muß die Berössentlichung desselben Honorar genug jein und ist ei euch. U«L wurde so viel Marerial der gurnr Cache halber zur Brrsügung gestellt, daß un» Ibre Honorarsrage eigenthümlich brrühne. 8. E. in Pfungstadt: Hanen Sie anstarr Ihrer unverlangten xririk eine mnstergiltige Arbeit eingrjchickr, so wären wir von Ihren .edlen Motiven" überzeugt gewesen. Sie scheine» den Zweck dieserKatechesen nicht :u kennen, dieselben solle» keine" .^'rlSbrüLen" sein. vrlüe dem Lehrer die Borbereimng ersparen könmrn. sie sollen vielmehr zeigen» wir bat Thema sich unter der Bearbeitung deS Lrbreri gestalten muß. Tie vakanten Srrllra finden Sie wie seither rm Annonreaebeil des .Israrlir"; die »Bl. f. d. isr. Schule" «erden keine Bacanzenlisten dringen und wenn Cie Ldsichr haben. Ihre Stelle zn wechseln, so versuche» Cie eS mit einer Annonce. Urbrigeni